Geschichten und Lieblingsmusik aus ihrer Jugendzeit
Hallo und Guten Tag! Erste Erfahrung mit Bier machte ich in Sande bei Wilhelmshaven im damaligen Jugendzentrum in einer ehemaligen Gärtnerei. Unter Einfluss von ca. 7 Jever Export - Handgranaten - waren die sechs Kilometer Radtour nach Hause recht mühselig.
Musikalisch gab es Deutschrock - leider keine Namen mehr vorrätig. Nach dieser Erfahrung und dem ersten Führerschein Klasse 4 begann ein verantwortungsvollerer Umgang mit Straße und Alkohol. Ab 1974 fuhr ich mit der Mofa durch die Lande. Einmal ohne den Eltern Bescheid zu geben zum ca. 20 Kilometer entfernten Marinehafen um dort die USS Nimitz, einen der größten Flugzeugträger überhaupt - zumindest damals - zu sehen. Ein paar Spezies hatten "Freundschaft" mit ein paar GIs geschlossen und so kamen wir zu einer Privatbesichtigung. Phänomenal. Und alles ohne Sicherheitschecks.
Immer auf der Suche nach musikalischem Vergnügen - und dem weiblichen Geschlecht - fuhr ich nach Zetel zum Zeli - dem Zeteler Lichtspielhaus oder kurz: Kino. Spencer und Hill und die Fäuste waren Anlaufpunkt am Nachmittag ebenso wie Redford in Der Clou. Nach dem Kino konnte man gegenüber in die Nachmittagsdisco zum Dancing Wilkenjohanns gehen. Supertramps Dreamer und School sowie Frampton comes alive waren Tanzflächenfüller.
Mit dem weiblichen Geschlecht wurde es zwar nichts aber ich fühlte mich inzwischen sicher in einer großen Menschenmenge auf der Tanzfläche. 1976 begann mit einem hellblauen VW-Käfer meine Karriere als Erwachsener und als Autofahrer. Damals hatte Wilkenjohanns noch Mittwoch, Freitags, Samstags und Sonntags geöffnet. Samstags war meist noch für Bands und Paartanz. Für mich als Single und doch eher Rockmusikfan ein Graus.
Sonntagabends traf ich dann noch ein paar Mädels, für die ich ein gern gesehener Gesprächspartner und Chauffeur war. Meist zwischen gaaanz knapp 16 und 20. Dann fuhren wir - weil 11 Uhr abends noch keine Zeit zum Nachhausegehen ist - noch nach Obenstrohe bei Varel. Dort gab es die Eiche oder auch Big Banana. Ein Alternativladen mit ein wenig Bahnhofsatmosphäre - zumindest wenn nicht mehr viele Gäste anwesend waren.
Dann gehörte mir die Tanzfläche fast allein bei Steve Harley und Cockney Rebel mit Sebastian. Der Laden ist in den 90er Jahren noch einmal als konventionelle Disco wiederbelebt und für viel Geld umgebaut worden. Aber dann doch in die ewigen Jagdgründe von Vergnügungstempeln eingegangen.
Mit einer Freundin - oder sogar einer festen Freundin - wurde es zwar weiterhin nichts aber ich fühlte mich inzwischen sicher auch allein auf einer großen Tanzfläche.
In den goldenen Zeiten konnte man sich noch von Mittwochabend bis Sonntagabend diskothekenmäßig vergnügen. Die beinharten werden auch noch was für Montag und Dienstag gefunden haben... aber Schule und elterliche Sachkunde sorgten schon für die notwendigen Grenzen. Mit einem Auto ging dann auch die Suche nach entfernteren Diskos los. So landete ich dann in der Harle-River-Ranch in Carolinensiel. Fast immer volles Haus - in den Sommermonaten im Küstenbadeort. Der große musikalische Brecher war hier Santa Esmeralda feat. Leroy Gomez mit Don't let me be misunderstood in der Maxi-Version. Boney M mit Daddy Cool ließen sich leider auch nicht vermeiden.
Ein paar Mal leistete ich mir einen Abstecher nach Norddeich ins Meta. Hier gab es so knackige Sachen zu hören wie Billy Cobhams Spectrum. Viel Zeit hab ich in Zetels alternativer Diskothek New Timer zugebracht auf Sofas mit einem (!) Bier in der Hand und leicht süßlichem Rauch um einen herum. Man war alternativ und ging nicht in den Kommerzschuppen Wilkenjo. Wenn überhaupt dann nach 1 Uhr weil dann dort der Eintritt frei war. Eine Erkennungsmelodie im Timer war Birdland von Weather Report. Jeden Abend lief von Little Feat vom Waiting For Columbus Album Dixie Chicken und gleich hinterher der Tripe Face Boogie und wenn der DJ nicht aufpasste auch gleich noch Rocket in my pocket. Ein All Time Favorite wurde hier auch Titties 'n Beer von Frank Zappa vom Live in New York Album.
Der Timer wurde dann noch zu einer Standarddisko mit guter Laserlichtschau umgebaut - ging dann aber nach einer umstrittenen Brandgeschichte in die Jagdgründe...
Zu einer Freundin hatte es zwar immer noch nicht gereicht aber ich bewegte mich sicher in den verschiedensten "dunklen Schuppen".
Zu den dunklen Zeiten gehörten dann auch das Alte Fehnhaus in Ostgroßefehn und das Old Inn in Sandhorst bei Aurich. Aus dem Fehnhaus erinnere ich mich noch gut an Alan Parsons A Dream within a dream (ab ca Hälfte) und dann ganz The Raven. Ein Hit.
Für beide Läden gilt das mit den Jagdgründen.
Wollte man Zappas Bobby Brown und die Stones mit Sympathy for the devil und George Benson mit On Broadway hören ging man in den späten 70ern nach Marx bei Friedeburg ins Tunis. Dazu gab es das komplette Tobacco Road von Eric Burdon declares WAR sowie Birth Control mit Gamma Ray.
Ein weiterer toller Song aus der Zeit: Nils Lofgren mit No Mercy. Im Zeteler High Light, dem vormaligen Wilkenjohanns, gab es samstags immer gute Coverbands. John Miles Music war immer eine tolle Show. Immerhin hat Anfang der 80er die Suche nach einem festen Mädel wenigstens kurzfristig Erfolg. Inzwischen war die NDW über Deutschland hereingebrochen. Markus gab es live in Zetel u. a. mit Ich will Spaß. Man stand in der Stadthalle Wilhelmshaven möglichst weit vorn um bei der Spider Murphy Gang mit zu toben.
Mitte der 80er wurde dann die Diskothek In't Dörp ( Im Dorf ) in Schortens bei Wilhelmshaven zur Stammmusikanlaufstelle. Marius Müller Westernhagen mit Pfefferminz und Johnny Walker, AC DC mit Highway to hell, Hells Bells und Thunderstruck sowie an guten alten Abenden - wenn es dem Ende zuging - CCR mit der Langversion von I Heard It Through The Grapevine und City mit Am Fenster in der Langfassung. Beendet wurden diese Abende immer mit Gute Nacht Freunde von Inga und Wolff. Bei einem 3-Länder-Seminar der Landjugend in Südfrankreich hatte ich einmal eine große Tanzfläche im Halbdunkel für mich zu Eagles Hotel California.
90er und 2000er sind geprägt von Marushas Rainbow, Culture Beats Mr. Vain, Two Unlimiteds No Limit sowie jetzt Peter Fox' fast komplette Stadtaffe CD und u. a. Seeeds Augenbling. Die Disko heißt inzwischen übrigens Nachtschicht - hat einen Generationswechsel mitgemacht und jetzt in wesentlich schwereren Zeiten immerhin noch 2 Abende die Woche geöffnet.
P. S.: .. bin immer noch Single.....
Hallo, schöne Idee, diese Umfrage. Meine Disco, obwohl Bremerin, war das Mic Mac, heute ein Altenheim *grins*.
Und zu meinen Lieblingshits gehörte damals "Best Of Both Worlds" von Robert Palmer. Liebe Grüße, Martina Gold
Info: Buntes
![Storch im Nest am Haus der Dettmanns in Oberhammelwarden bei Elsfleth [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch] Storch im Nest am Haus der Dettmanns in Oberhammelwarden bei Elsfleth [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch]](/bremeneins/buntes/storcheneltern102_v-mediateaser.jpg)
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