Befreiung Auschwitz-Birkenau
Heute vor 68 Jahren befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Über eine Million von Menschen wurden hier gequält und ermordet. Deshalb gedenken viele jedes Jahr am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. Rita Medvedeva ist eine, die den Holocaust überlebt hat.
Rita Medveda aus der Ukraine lebt heute in Bremen
Porträt: Rita Medvedeva, Jüdin aus der Ukraine, [3:29]
Ein Beitrag von Mirjam Steger
Juden waren neben Sinti und Roma, Kommunisten, Behinderten und Homosexuellen die größte von den Nazis verfolgte Gruppe. In den 90er Jahren kamen rund 60 000 jüdische Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Dadurch bekamen die jüdischen Gemeinden in Deutschland neuen Aufschwung. Die jüdische Gemeinde in Bremen hatte vor dem Zuzug der Juden aus den GUS-Staaten nur 150 Mitglieder, heute sind es weit mehr als 1000.
Rita Medvedeva ist 92 Jahre alt. Immer noch fährt sie regelmäßig mit der Bahn in die jüdische Gemeinde, um ihren Landsleuten Deutsch beizubringen. Die alte Dame war in Russland Deutschlehrerin. Ihr hohes Alter merkt man ihr nicht an. Sie geht gerade, ohne Stock oder Rollator; ihre Haare hat sie braun gefärbt, die Fingernägel rot. Rita Medvedeva kommt aus Russland.
Geboren wurde Rita Medveda in der Ukraine. Dort studierte sie als junge Frau an der pädagogischen Hochschule. Bis der Krieg begann. 1941 kam sie als Jüdin in ein Arbeitslager. 1943 trieben deutsche Wehrmachtssoldaten die Lagerinsassen zusammen und brachten sie zu einem Platz nahe dem Lager. "Die Soldaten haben geschossen, manche sind hingefallen. Ich bin weg gelaufen. Viele sind weg gelaufen. Aber, wissen Sie, das ist meine Meinung: die Soldaten waren doch auch Menschen. Die wollten wahrscheinlich nicht erschießen.", sagt Medveda.
Rita Medvedeva glaubt einfach an das Gute im Menschen. Sie ist überzeugt davon, dass die Wehrmachtssoldaten absichtlich daneben geschossen haben. Die junge Frau überlebte. Zusammen mit einer Freundin versteckte sie sich drei Tage lang im Keller eines Hauses. Sie hatten nichts zu essen, nichts zu trinken. Als die beiden herausgekommen sind, liefen sie geradewegs deutschen Soldaten in die Arme.
Sie wurden nach Deutschland deportiert, in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Bauern kamen ins Lager, um sich billige Arbeitskräfte zu holen. Rita Medvedeva wurde zusammen mit ihrer Freundin von einem Ehepaar mitgenommen, das in Jena eine Gastwirtschaft betrieb. Dort hat Rita Medvedeva zwei Jahre lang Zwangsarbeit geleistet.
Bei Kriegsende war Rita Medvedeva 24 Jahre alt. Sie ging zurück nach Russland, wurde Deutschlehrerin, heiratete. 1991 verstarb ihr Ehemann. Mit 70 Jahren entschloss sie sich, nach Deutschland zu gehen.
Mittlerweile lebt die alte Dame seit 14 Jahren in Bremen. Sie findet Freunde in der jüdischen Gemeinde, begleitet viele zum Arzt oder zum Amt, um zu übersetzen. Und: sei unterrichtet immer noch Deutsch. Ihre braunen Augen sind wach, neugierig, ihre ganze Person strahlt Wärme und Zuversicht aus: "Ich bin Optimistin. Sogar damals, als ich verhaftet wurde, in diesem Lager, habe ich immer gedacht: nein, ich werde am Leben sein. So bin ich am Leben geblieben.", sagt Medveda.
Rita Medvédeva ist zurzeit innerhalb einer Fotoausstellung in der Bremischen Bürgerschaft zu sehen. Der Fotograph Rainer Geue hat ältere Menschen aus der Jüdischen Gemeinde porträtiert. Die Ausstellung mit dem Titel  ist noch bis zum 12. Februar zu sehen.
Bis 12. Februar 2013, Montag  bis Freitag von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Info: Buntes
![Storch im Nest am Haus der Dettmanns in Oberhammelwarden bei Elsfleth [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch] Storch im Nest am Haus der Dettmanns in Oberhammelwarden bei Elsfleth [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch]](/bremeneins/buntes/storcheneltern102_v-mediateaser.jpg)
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