Bremerhavener Stadtgeschichte
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum und das Historische Museum haben ein Geheimnis aufgedeckt. Schon 1973 beim Bau des Schiffahrtsmuseums waren die Forscher auf alte Gräber gestoßen. Da allerdings keine Zeit war, wanderte der Fund ins Magazin. Jetzt 40 Jahre später hat man sich an ihn erinnert und wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Der Zufallsfund brachte die Forscher auf die Spur einer bislang unbekannten Siedlung samt eines namenlosen Reiters, dessen Skelett jetzt im Historischen Museum ausgestellt ist.  Unsere Reporterin Martina Niemann weiß, welche Geschichte die alten Knochen erzählen.
Das Skelett zeigt Spuren, die auf einen Reiter schließen lassen.
Skelettfunde erzählen Neues, [3:26]
Bremerhavener Stadtgeschichte
Zwischen Weser und Altem Hafen liegt der Fundort, an dem vor 40 Jahren der Friedhof und eine Vielzahl von Skelettknochen zutage kamen, erklärt die Direktorin des Historischen Museums Anja Benscheidt. Bescheidts Museumskollege Alfred Kube und die Direktorin des Deutschen Schiffahrtsmuseums Ursula Warnke testen auch die weiteren Rubriken der Medienstation. Hier erfahren die Museumsbesucher per Fingerdruck alles über den archäologisch so bedeutsamen Fund. Wie die Knochen untersucht wurden, aus welcher Zeit sie stammen und wer damals an der Weser das Sagen hatte. Doch so interessant die Theorie ist – Hingucker ist eindeutig ein Glaskasten gleich neben der Medienstation mit einem fast vollständig erhaltenden Skelett. Das Skelett gehörte einem jungen Mann, 30 Jahre alt, der sich gut ernährt hat, er ist vermutlich an Gehirnhautentzündung gestorben und anhand der Abnutzung der Gelenke konnten Anthropologen feststellen, dass es ein versierter Reiter gewesen ist.
Die Forscher haben außerdem Knochen von sieben weiteren Menschen gefunden. Allerdings kein zweites komplettes Skelett. Die Knochen wurden ebenfalls genau untersucht. Dabei kam heraus, alle starben eines natürlichen Todes und sie alle hatten irgendwie miteinander zu tun. Es war ein Kind dabei, sieben bis 10 Jahre alt, der Älteste war circa 70 Jahre alt und was auch interessant war, dass alle auf irgendeine Weise miteinander verwandt gewesen sind, was darauf schließen lässt, dass es sich um ein Familiengrab gehandelt haben kann.
Die spannendste Frage für die Forscher aber war, aus welcher Zeit stammen die Knochen. Auch hier mussten wieder Spezialisten ran. Der unbekannte Reiter starb demnach zwischen 1616 und 1664. Damit war für die Bremerhavener Museumsdirektoren klar: Sie hatten ein neues Detail der Bremerhavener Stadtgeschichte entdeckt. Denn bislang wusste man nicht, dass dort, wo heute das Deutsche Schiffahrtsmuseum steht, schon vor der Karlsburg der Schweden eine Siedlung existierte.
Die Historiker vermuten, dass hier ein Außenposten der Stadt Bremen gewesen ist, der eine strategische Bedeutung hatte an der Mündung der Geeste in die Weser. Sie hatten vermutlich die Aufgabe gehabt, wichtige Nachrichten von Schiffen und deren Ladungen, die nach Bremen gehen sollten, zu überbringen.
Überbringen mussten diese Nachrichten Reiter, wie der unbekannte Tote - denn Telefone gab es ja noch nicht. Auf einen bremischen Außenposten deutet auch die gute Ernährung der Menschen in der Siedlung hin. Sie waren keine Bauern, sondern wurden vermutlich von Bremen aus versorgt. Viel mehr erzählt das gefundene Familiengrab über die Siedlung aber nicht, bedauert Kube.
Die bisherigen Funde aus dem Gebiet wurden meist einfach der Karlsburg zugeordnet und viele könnten mit dem neuen Wissen noch einmal mit einem bremischen Bezug untersucht werden.
Info: Buntes
![Storch im Nest am Haus der Dettmanns in Oberhammelwarden bei Elsfleth [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch] Storch im Nest am Haus der Dettmanns in Oberhammelwarden bei Elsfleth [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch]](/bremeneins/buntes/storcheneltern102_v-mediateaser.jpg)
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