Saugbarben
Yamada Kazuyuki aus Higashi-betsuin Japan fotografierte die Fische bei ihrer "Arbeit".
Normalerweise sind Fische ja eher scheue Tiere, die wegschwimmen, wenn ein Mensch sich nähert. Es gibt aber auch welche, die stürzen sich geradezu auf Menschen – und es sind keine Piranhas! Nein, es sind kleine Knabberfische, "Garra rufa" der lateinische Name, oder auch "Doktorfische" genannt. Die kommen vor allem in der türkischen Provinz Kangal vor – wer dort in den nährstoffarmen Gewässern ein Bad nimmt, wird von ihnen sanft angeknabbert. Das soll gut für die Haut sein und sogar manche Hautkrankheiten lindern. Auch in Deutschland gibt es die kleinen Fischchen jetzt. Unsere Reporterin Anke Wiebersiek war in Bremerhaven und hat es versucht: Todesmutig hat sie ihre Hand ins Fischbecken gehalten.
Hautpflege mit Fischen, [3:15]
Ein Beitrag von Anke Wiebersiek
In einem Bremerhavener Spezialbad steht ein Fischbecken neben dem anderen. Die Filteranlagen summen vor sich hin, das Raumklima ist feucht-warm. Die unzähligen kleinen Fischchen in den Becken warten auf Kundschaft. Das Knabbern der Fische sei wie ein sanftes Peeling, erklärt Inhaber Albert Guziewicz. Außerdem soll es schon vielen Menschen geholfen haben, die an Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis leiden. Eine tolle Wellness-Behandlung sei das, meint Fischbesitzer Albert Guziwicz. Einige Stammkunden kommen aber auch regelmäßig, weil es ihnen bei der Linderung von Hautkrankheiten helfe.
Der Hautarzt Professor Jörn Elsner ist jedoch skeptisch. Zwar würden die Schuppen abgenommen, wie zum Beispiel bei der Schuppenflechte, das Problem sei aber, dass es danach auch zu einer Reizung der Haut käme. Der heilende Effekt, wie er in der Türkei zu beobachten sei, wo diese Fische natürlich vorkommen, läge vor allem darin, dass eine Kombination aus Wasser, aus Licht und den Fischen wirke. Die Fische alleine hätten eigentlich keine heilende Funktion gegen die Schuppenflechte, denn durch das Anknabbern würde die Haut auch wieder gereizt, sagt der Dermatologe. Außerdem, so der Arzt, bestehe ein Hygienerisiko: nämlich dann, wenn man das gleiche Bad benutzt, in dem vorher ein Mensch mit einer übertragbaren Krankheit war. Albert Guziewicz, der Inhaber des Bremerhavener Geschäfts, erklärte darauf, dass in seinem Laden penibel auf die Hygiene geachtet würde.
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