Kälte-Mythen
Auch bei frostigen Temperaturen ist ein Lauf mit entsprechender Kleidung und Mundschutz möglich.
"Kind, geh´ bloß nicht mit nassen Haaren nach draußen! Du holst dir eine Lungenentzündung!" So oder ähnlich haben Sie es bestimmt auch schon mal gehört – oder vielleicht selbst schon gesagt. Stimmt das aber eigentlich? Wird man tatsächlich krank, wenn man mit nassen Haaren im Winter nach draußen geht? Bekommt man durch die Kälte eine Erkältung? Oder wärmt einen der heiße Glühwein tatsächlich auf? Unsere Reporterin Anke Wiebersiek hat mit Experten und Passanten über Mythos und Wahrheit gesprochen.
Was ist dran an Kälte-Mythen?, [2:54]
Ein Beitrag von Anke Wiebersiek
Viele vermeiden es, mit nassen Haaren die Wohnung oder das Haus zu verlassen, denn sie befürchten, sich zu erkälten. Doch das ist falsch. Erkältungen entstehen in der Regel durch Viren. Nur wer gesundheitlich bereits angeschlagen ist, der sollte nicht zu sehr auskühlen, sagt der Bremer Allgemeinmediziner Günther Spatz:
Denn es sei eine lokale Abkühlung, die könne, wenn sie verbunden ist mit einer geschwächten Abwehrlage, einen schwelenden Infekt eventuell zum Ausbruch bringen. Aber wer gesund sei, brauche vor nassen Haaren keine Angst haben, sagt der Mediziner.
Eine Erkältung wird also nicht durch Kälte verursacht. Die Kälte kann allerdings die Abwehrkräfte schwächen. Um den Körper dann zu stärken, hilft doch bestimmt ein schönes heißes Bad, oder? Befrage Passanten waren unterschiedlicher Meinung über den Nutzen von einem heißen Bad. Ein heißes Bad könne sinnvoll sein, wenn man dem Körper danach Ruhe gibt, so der Allgemeinmediziner. Zu heiß sollte aber nicht gebadet werden, denn es belastet den Kreislauf und schadet der Haut. Experten empfehlen, maximal 20 Minuten bei höchstens 38 Grad zu baden.
Viele genießen es sogar, bei rauem und kühlem Wetter in die Laufklamotten zu springen und Laufen zu gehen. Doch ist das gefährlich,  verschwitzt durch die Kälte zu joggen? Es spricht überhaupt nichts dagegen, meint Doktor Günther Spatz:
Gute Kleidung vorausgesetzt, könne auch bei Frosttemperaturen gelaufen werden. Unter 10 Grad minus sei es etwas schwierig, da müsse dafür gesorgt werden, dass die Atemluft gefiltert wird. Nehmen Sie einen Mundschutz oder Schal vor den Mund, rät Spatz, aber im Prinzip ginge es, auch bei Minustemperaturen zu laufen
In der Regel könne der Körper die eingeatmete Luft so weit erwärmen, dass die Bronchien keinen Schaden nehmen. Und schließlich stärkt die Bewegung an der frischen Luft das Immunsystem. Auch regelmäßige Spaziergänge in der Kälte erfüllen diesen Zweck.
Info: Ratgeber
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