Kursus für Hobbybrauer
Hibbo Niemann experimentiert gerne mit Geschmäckern beim Brauen von Bier
Das Lieblingsgetränk der Deutschen ist wohl das Bier! Obwohl der Bierkonsum in den letzten Jahren ein wenig zurückgegangen ist, kann man das immer noch behaupten. Pro Kopf trinkt der Deutsche circa 100 Liter Bier im Jahr. Das Angebot ist vielfältig - aber warum nicht mal sein eigenes Bier brauen? Da kann man schließlich selber ein bisschen am Geschmack basteln. Bier brauen, das ist gar nicht so schwer, wie unsere Reporterin Anke Wiebersiek herausfand. Sie ließ sich bei einem Bier-Brau-Kurs in die Welt des Hausbrauens einführen.
Kurs für selbstgebrautes Bier, [3:13]
Ein Beitrag von Anke Wiebersiek
Wie geht das mit dem Bier brauen? Antworten darauf hat Hibbo Niemann, Inhaber eines Spezialversandes für Haus-Brauartikel und experimentierfreudiger Bier-Fan. Rund zehn Teilnehmer, darunter auch zwei Frauen, trafen sich zum Bier-Brau-Kurs in der Volkshochschule Hude. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss über die Kunst des Bier-Brauens geht es direkt ans Brauen.
Der erste Schritt ist, den Eimer zu sterilisieren. Dazu wird der Eimer zur Hälfte mit Wasser gefüllt und dann fünf Teelöffel chlorhaltiges Sterilisiermittel zugegeben. Danach wird er weiter aufgefüllt. So soll vorgesorgt werden, dass keine falsche Gärung oder saures Bier entsteht, das wäre das Ende des Bieres, sagt Hibbo Niemann.
Dann wird erst einmal geputzt. Der ganze Prozess des Maischens, also des Malz-Kochens, kann an einem Abend nicht vorgenommen werden. Das würde viel zu lange dauern. Und deshalb, erklärt Hibbo Niemann, wird mit sogenannten Bier-Kits gearbeitet. Das sind vorgefertigte Malz- und Hopfen-Mischungen – ein sirupartiges Gemisch aus der Dose in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.
Während die Eimer steril werden und der Malz-Sirup in den Dosen warm, ruft Hibbo Niemann zur ersten Sensorik-Prüfung. Die Hobbybrauer sollen ein selbst gebrautes Bier testen und herausfinden, was da wohl drin ist.  Er mache meistens Experimental-Biere, in denen dann andere Sachen drin sind, womit viele nicht rechnen, erklärt Niemann.
Hausbrauer Hibbo Niemann gibt gerne mal Zimt, Lakritz oder andere Zutaten in sein Bier. Die Kursteilnehmer müssen nun aber ihre bereits fertige Bier-Würz-Mischung in den sauberen Eimer schütten. Dann kommen etwa 20 Liter kaltes Wasser drauf. Mit großen Holzlöffeln wird die Malz-Wasser-Suppe im Eimer umgerührt.
Jetzt ist die  Hefe an der Reihe: Hefezugabe gehe so, dass das Hefepulver  oben auf der Oberfläche wie mit einem Salzstreuer verteilt werde.
Eimer sauber machen, Dose öffnen, Beutel aufschneiden – hört sich alles ganz einfach an. Bevor die Hobbybrauer aber ihr Bier trinken können, müssen sie noch ein paar Tage warten. Denn nun gärt das Bier erstmal. Danach wird umgefüllt und anschließend in Flaschen oder Fässer abgefüllt. Nach dem dritten Abend gehen die Hobbybrauer dann mit 20 Litern Selbstgebrautem nach Hause.
Info: Ratgeber
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