Salat statt Unkraut
Löwenzahn und Giersch sind gesund und schmackhaft und eigentlich zu schade für den Kompost.
Löwenzahn, Giersch und Vogelmiere – unscheinbares Unkraut, das in jedem Garten wächst. Es wird rausgezupft und weggeworfen. Aber mit ein bisschen Essig, Öl und Zwiebeln kann aus diesem Unkraut ein schmackhafter Sommersalat werden und ein gesunder noch dazu. Unsere Reporterin Silvia Haselhuhn hat das Unkraut genau unter die Lupe genommen.
"Unkraut" zum Essen, [3:06]
Ein Beitrag von Silvia Haselhuhn
Jürgen Hamelmann und Anne Emde verkaufen auf dem Wochenmarkt im Bremer Steintorviertel mittwochs und samstags Wildkräuter. Giersch, Vogelmiere und Löwenzahn. Das wächst in ihrem Garten. Als Unkraut sehen die beiden es nicht: "Es sind eigentlich alte Nahrungsmittel, die unsere Vorfahren schon zu Verfügung hatten und die außerordentlich gesund sind. Wildkräuter enthalten wesentlich mehr Vitamine und sonstige Stoffe, Ballaststoffe, die einfach für die Gesundheit sehr zuträglich sind.", sagen sie. Die Wildkräuter sind wahre Vitamin-Bomben. Sie versorgen uns mit Vitamin A und B. Und einer ganzen Menge Calcium. Also, warum Unkraut jäten, wenn man es auch essen kann? In Bremen sind die Wildgewächse sehr beliebt. Sie können sogar Rosen essen, was viele nicht wüssten, erklärt der Gemüsehändler.
Wildkräuter sind also nicht nur gesünder, sie sind auch schmackhafter als ihre überzüchteten Artgenossen. Besonders Giersch, Brennnessel und Gänseblümchen bestechen durch ihr intensives Aroma. Heilpraktikerin Gabriele Schuldt schätzt die Vorteile der eigenen Ernte: "Als Erstes wissen Sie, wo's herkommt. Sie wissen, ob die gespritzt oder gedünkt haben. Sie können genau sehen, ob die Pflanzen Schäden haben oder Fraßstellen von irgendwelchen Tieren oder sie können die natürlich auch superfrisch ernten. Die sind nicht drei Tage abgelagert im Supermarkt, sondern Sie können die eine Stunde vor dem Verzehr ernten."
Die Werte an Mineralstoffen sind bei Wildkräutern um ein dreifaches höher als bei gezüchteten. Deshalb sind Brennnesseln noch gesünder als Spinat. Doch vorsicht: Nicht jedes Wildkraut trägt das Prädikat "essbar": Meiden sollten Sie die Hahnenfußgewächse, sagt Gabriele Schuldt:  "Ja, wir sollten die Hahnenfußgewächse meiden, vielleicht auch das Efeu, das ist auch nicht unbedingt in den Speiseplan mit aufzunehmen. Auch wenn man zum Beispiel Sauerampfer isst, oder Sauerklee, was in geringen Mengen möglich ist, sollte man auch da nicht zu viel nehmen, weil da sehr viel Oxalsäure drin ist und die kann auch ein bisschen schädigend sein."
Bei der Zubereitung gilt vor allem: junge Blätter sind schmackhafter als alte. Das Aroma der älteren Blätter ist zu intensiv. Es gibt viele Möglichkeiten, die Wildkräuter zu verwenden, zum Beispiel als Salat in der Suppe oder als Kräuterbutter, sagt die Heilpraktikerin.
Guten Appetit!
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