Auf ein Wort
Da fällt das Stichwort "Klonen" und schon geht es wieder los mit dem großen Aufregen und dem Schwingen der Moralkeule. Man ist betroffen, man ist entsetzt, man will verbieten und untersagen.
Was ist geschehen? Einem Forscherteam in Oregon in den USA ist es gelungen, menschliche Embryonen zu klonen und aus ihnen Stammzellen zu gewinnen. Der Kern einer menschlichen Zelle eines Erwachsenen, in diesem Fall war es eine Hautzelle, wird dabei in die Eizelle eingepflanzt.
Eine solche Eizelle kann dann benutzt werden, um Menschen mit gewissen Krankheiten zu heilen – vielleicht. Parkinson und Alzheimer, Multiple Sklerose und manche Herzerkrankungen, Diabetes und Verletzungen des Rückenmarks sind es, die sich durch eine Stammzelltherapie vielleicht irgendwann heilen lassen. Sicher ist das nicht. Das einzige Gebiet, wo es bisher nachweislich Erfolge gegeben hat, ist bei Sehbehinderten.
Das alles war in den USA. Denn in Deutschland ist das verboten, weil zur Gewinnung dieser Stammzellen die Zerstörung des frühen menschlichen Embryonen erforderlich ist. Man spricht auch, schreckliches Wort, von "verbrauchender" Embryonenforschung, und eben die ist hierzulande strikt untersagt, weil sie menschliches Leben zerstört – sagen die Gegner.
Man kann hier mehr die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens in den Mittelpunkt rücken oder aber die großen Chancen, die sich der Medizin mit der vielleicht möglichen Heilung uralter Menschheitsleiden eröffnen. Auf jeden Fall wäre es hilfreich, die jeweils andere Seite nicht zu stigmatisieren und die moralische Keule stecken zu lassen, auch in den christlichen Kirchen. Das Schüren von Ängsten aus dem Umfeld des Frankenstein-Syndroms sollte tunlichst unterbleiben.
Einen kompletten Menschen zu klonen ist nicht möglich und wird es auch in Zukunft nicht sein. Und wo ein Zellhaufen eben nur dies ist und bleibt oder wo dann doch auch in diesem Stadium menschliches Leben anfängt, darüber muss in der Tat gesprochen und auch gestritten werden – aber ruhig und mit guten Argumenten. Die anderen zu verteufeln führt eher ins Mittelalter zurück als in eine bessere Zukunft, wo der Respekt vor dem Leben weiterhin das oberste Gut sein sollte.
19. Mai 2013
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