1. Februar 2010, 12:09 Uhr
Leumers Garten
Schnee, Schnee, Schnee - trotzdem gibt es im Garten viel zu tun. Ganz wichtig ist jetzt, den Schnee von Büschen, wie Rhododendron und Kirschlorbeer, abzufegen. Dann nehmen die Pflanzen unter der Last keinen Schaden. Denn der Schnee wird wässriger und dadurch schwerer. Was es noch im Garten im Monat Februar zu tun gibt und was die Hörer dringend wissen wollten, hören Sie in der Zusammenfassung der Sendung mit unserem Experten Heinrich Leumer.
Der Garten im Februar, [12:50]
Tipps vom Gartenexperten Heinrich Leumer
Wer denkt, dass durch Frost Insekten und Schädlinge erfolgreich bekämpft werden, der irrt. Die Tierchen, bzw. die Larven und Eier haben sich mit einer Schicht umhüllt, die sie vor der Kälte schützt. So können sie kalte Frosttage und Nächte unbeschadet überstehen. Sollten die Temperaturen allerdings zwischendurch mal ansteigen und der Boden aufweichen, werden die kleinen Krabbler überlistet. Sie denken dann nämlich, der Frühling sei ausgebrochen und schälen sich aus ihrer Schutzschicht. Friert es dann erneut, gehen die Schädlinge ein.
Sie sollten jetzt die Stämme Ihrer Obstbäume vor der Sonne schützen. Temperaturschwankungen im Stamm können nämlich Frostrisse verursachen, denn wenn das Holz auf der einen Seite erwärmt wird während es auf der anderen Seite noch gefroren ist, platzen die Rinden. Deshalb sollte man die Südseite immer weiß anstreichen, der Baum wird dann durch die Sonne nicht so stark aufgeheizt. Sind die Stämme bereits gerissen, kann man helfend mit Lehm und Kuhmist eingreifen. Die Mischung wird auf die Wunden gestrichen.
Auch wenn es jetzt noch nicht so aussieht, der Frühling wird bald kommen! Wer Glück hat, wird bald morgens durch das geöffnete Schlafzimmerfenster schon durch angeregtes Zwitschern geweckt. Sie sollten daher schleunigst Ihre Vogelhäuschen oder Nistkästen aus dem Keller holen und aufstellen. Die Vögel suchen ein Zuhause!
Jetzt im Februar ist der ideale Zeitpunkt, die Begonien, oder besser die Knollenbegonien auszusetzen. Wenn Sie nach zwei Wochen keine Knospen sehen, dann kann es sein, dass Sie die Knolle schlicht verkehrt herum in den Boden gelegt haben. Macht nichts, das passiert dem erfahrensten Gärtner. Auch Heinrich Leumer gibt zu, dass manche Begonie in seinem Garten schon einmal mit dem Kopf zuerst im Beet gelandet ist.
Gönnen Sie Ihrem Rasen etwas Gutes und bedecken ihn mit Kompost, wenn der Schnee verschwunden ist. Einfach großflächig ausstreuen und ausharken. Der Regen tut dann sein Übriges und lässt die kleinen Partikel in die Grünfläche einsickern. Die groben, großen Anteile des Kompostes sollten Sie nach ein paar Wochen allerdings wieder zurück auf den großen Haufen befördern.
Wenn Sie im Gartenhandel oder Supermarkt Pflanzensamen kaufen, achten Sie auf die Auszeichnung F1. Diese Kennzeichnung bedeutet, dass der Samen aus der ersten Generation entstammt, also neu angesetzt wurde. Bei F1-Samen handelt es sich um höherwertiges Material.
Frühkartoffeln müssen jetzt eingekauft werden und können vorkeimen. So können Sie die Kartoffeln dann 14 Tage bis vier Wochen früher ernten. Der Platz sollte hell und kühl sein, damit kurze Keime entstehen. Beim Kauf von Saatkartoffeln rät der Gartenexperte, nicht die dicken Kartoffeln zu kaufen, sondern die mittleren. Die dicken bringen nicht eine einzige Kartoffel mehr. Man kauft Saatkartoffeln übrigens nach Stückzahl, nicht nach Gewicht.
Wenn Sie die Kartoffeln jetzt vorkeimen lassen, können Sie sie früher ernten
Jetzt ist die Zeit, um Kartoffeln auszusäen. Kaufen Sie dafür nur so viele Saatkartoffeln, wie Sie in Ihrem Beet auch unterbringen können. Achten Sie aber darauf, beim Abmessen des Beetes genügend große Abstände zwischen den Kartoffeln einzuplanen. Denn die meisten Hobbygärtner, so Heinrich Leumers Erfahrung, machen einen entscheidenden Fehler: Sie setzen das Gemüse zu eng. "Die Kartoffel wächst über sich selbst", so der Gartenexperte. Der Abstand zwischen den Reihen sollte mindestens 80 Zentimeter betragen. Innerhalb der Reihe mindestens 35 Zentimeter.
Die Rosen sollten noch zugedeckt bleiben, damit sie nicht aufwärmen. Wenn sie aber doch schon austreiben, ist es nicht so schlimm.
Krokusse oder Narzissen die schon aus der Erde kommen, sollten auf keinen Fall zugedeckt werden. Diese Pflanzen können die Kälte alle ganz gut vertragen. Mit vielen Frühblühern im Garten sorgen wir auch für genügend Blütenstaub für Insekten und Marienkäfer. Die können noch keine Raupen und Läuse finden und fressen jetzt den Blütenstaub.
Die Knollen der Begonien und Canna sollten schon zum Vortreiben aufgestellt werden. Zeigen die Begonien nach ungefähr zwei Wochen noch keinen Keim, empfiehlt es sich, sie einmal umzudrehen. Vielleicht liegen sie verkehrt herum.
Noch sind die Hagebutten mit Frost bedeckt, aber Sie sollten die Rosenwurzeln trotzdem mit Reisig vor Wärme isolieren, damit sie nicht zu früh austreiben.
Wer gern zeitig Rhabarber essen möchte, stülpt nun einen großen Eimer oder eine Plastikwanne über die Pflanzen. Dabei spielt es gar keine Rolle, wenn das Gefäß nicht durchsichtig ist. Die Stängel werden zwar etwas gelb oder rötlich, der Rhabarber schmeckt deshalb aber genauso gut.
Zu düngen, ohne zu wissen, was dem Boden fehlt, wäre nicht klug. Jetzt ist eine gute Zeit, den Boden untersuchen zu lassen. Das sollte man alle drei bis fünf Jahre tun. Dafür entnehmen Sie ein bisschen Erde, füllen sie in eine kleine Plastiktüte und bringen sie zu Ihrem Gartenfachhändler. Gegen eine kleine Gebühr wird diese Probe analysiert und Sie wissen genau, was und wie viel Sie im Frühjahr düngen müssen.
Sie können Ihren Garten im Februar ruhig schon etwas kalken. Das kommt auf dem gefrorenen Boden ganz gut. Vorher sollten Sie den Kalkgehalt der Erde aber mit einem Kalzid-Test aus dem Gartenfachhandel genau bestimmen. So vermeiden Sie eine Überdüngung.
Wer jetzt seinen Kompost noch nicht umgesetzt hat, für den wird's höchste Zeit. Denken Sie daran, dass der Rasen auch mal Kompost haben will. Solange Schnee liegt, kann man noch Kompost auf den Rasen bringen. Viele Hobbygärtner verteilen Dünger sogar auf den Schnee. Aber bitte nur düngen, wenn man weiß, was dem Rasen fehlt.
1. Februar 2010
Info: Leumers Garten
![Der Gartenexperte telefoniert [Quelle: Radio Bremen, Fotograf: Eva Koplin] Der Gartenexperte telefoniert [Quelle: Radio Bremen, Fotograf: Eva Koplin]](/bremeneins/serien/leumers_garten/leumerstudio100_v-mediateaser.jpg)
Heinrich Leumer ist eine Institution in Gartenfragen. Auf Bremen Eins gibt er zu Beginn jedes Monats interessante Tipps, was gerade im Garten zu tun ist. In der Sendung antwortet er außerdem auf Ihre Hörerfragen unter der Telefonnummer: 01805 367070. Mehr...
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Ob Gemüseanbau, Obst- oder Ziergarten - der gelernte Gärtner Leumer weiß auf jede knifflige Frage rund um den Garten oder den Balkon eine passende Antwort. All sein Wissen hat der 67-Jährige zu Papier gebracht. Mit Hilfe des Bremen-Eins-Autors Michael Kruse beschreibt Heinrich Leumer in insgesamt vier Büchern viele Tipps und Tricks für Hobbygärtner und Balkongenießer - jeweils passend für die aktuelle Jahreszeit. Mehr...
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