Zu Gast bei Bremen Eins
Der britische Musiker Albert Hammond ist bekannt durch zahlreiche Hits, die er selbst sang oder geschrieben hat. "It Never Rains in Southern California" oder "Down By The River" sind nur zwei populäre Beispiele, mit denen 360 Millionen Platten verkauft wurden. Bevor er mit seiner Band in Wilhelmshaven auftrat, sprach er mit Moderator Lutz Hanker.
Albert Hammond
Albert Hammond im Interview, [7:58]
Lutz Hanker im Gespräch mit dem Singer-/Songwriter
Lutz Hanker: 360 Millionen – so viele Platten hat Albert Hammond verkauft. Wie kommt man auf so eine gewaltige Zahl ?
Albert Hammond: Ich weiß nicht, irgendjemand wird sie schon gezählt haben. Es sind ja nicht nur meine eigenen Songs. Viele Lieder sind von anderen Künstlern gecovert worden. Weißt Du, alle zwei Minuten wird irgendwo auf der Welt ein Song von mir gespielt, da kommt man schnell auf solche Zahlen. Die Hauptsache ist doch, dass ich mit meiner Musik viele Millionen Menschen glücklich gemacht habe.
Lutz Hanker: Wann hast Du Deinen allerersten Song geschrieben?
Albert Hammond: Ja, meinen ersten Song habe ich geschrieben, als ich sechzehn war. Ein Liebeslied für eine Frau, die ich jetzt nach 53 Jahren das erste Mal wiedergesehen habe. Wir haben uns damals in Gibraltar kennengelernt. Sie kam mit einem Schiff voller Schüler aus Schottland. Wir gingen an Bord und machten Musik. Sie stand in der ersten Reihe und hat mich die ganze Zeit angeschaut. Ich nahm ihre Hand und wir sind über das Schiff gelaufen, bis es wieder auslief. Als sie weg war, war mein Herz gebrochen. Mein Gott, die erste große Liebe, unter tränen habe ich dann den Song geschrieben, er hieß "Blue Boy". Mitte der Siebziger, als ich schon berühmt war, hat sie mir dann geschrieben, ob ich derselbe Albert Hammond sei, den sie damals auf dem Schiff getroffen hat. Ich hab gesagt: "Ja, der bin ich!“, aber erst vor ein paar Wochen, Ende März haben wir uns jetzt anlässlich einer Fernsehsendung in England wiedergesehen: eine unglaubliche Geschichte.
Lutz Hanker: Wie überrascht warst Du, als Dein erster Hit im Radio lief?
Albert Hammond: Ja, das war eine Riesenüberraschung. Das war 1968: Ich hatte einen Job als Tellerwäscher und immer ein Transistorradio dabei. Da lief plötzlich "Little Arrows" von Leapy Lee bei der BBC und ich sagte "Hey, das ist mein Song!". Da haben die anderen mich ausgelacht und sagten, wie kann das sein, das ist dein Song und du arbeitest hier als Tellerwäscher?
Lutz Hanker: Wann und wo kommen die Ideen für Deine Songs?
Albert Hammond: Das kann immer passieren. Ich bin keiner von diesen mechanischen Songwritern, die nur von neun bis fünf Uhr arbeiten und dann den Feierabend genießen. Ich fühle, wenn ein Song zu mir kommt und dann schreibe ich. Es ist wie eine höhere Macht, eine besondere Energie, die zu mir fließt. Dann dauert es manchmal nur zehn Minuten und der Song ist fertig. Meine Frau Claudia sagt dann immer: "Toll!" und ich weiß dann meist gar nicht, wie genau das passiert ist.
Lutz Hanker: Mit fast 69 könntest Du in Rente gehen und ein gemütliches Leben führen. Woher kommt die Energie, immer noch Musik zu machen und auf der Bühne zu stehen?
Albert Hammond: Ich habe nie die Lust verloren. Mein Akku ist immer noch voll. Das aktuelle Programm heißt ja Songbook. Eine Reise durch 50 Jahre Songwriting. Wenn ich nach den Konzerten noch Autogramme gebe, kommen die Leute auf mich zu und sagen: "Mit Dir fühlen wir uns wieder jung!". Das ist das größte Kompliment für mich. Ich sage dann: "Nicht ich mache euch jung, sondern das seid ihr selbst." Normalerweise wenn man sechzig ist, geht alles so langsam den Bach runter, aber nicht bei mir.
Lutz Hanker: Du bist zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder auf Tournee – wie fühlt sich das an ?
Albert Hammond: Toll, großartig! Ich kann manchmal gar nicht glauben, dass ich zweieinhalb Stunden auf der Bühne stehe. Manchmal frage ich kurz vor Schluss des Konzerts: "Wie spät ist es eigentlich?", weil ich denke, ich spiele schon viel zu lange. Dann antworten einige im Scherz: "Hey, es ist erst zehn nach acht!", weil sie mich nicht gehen lassen wollen. Die Leute haben dann so einen Spaß, singen und klatschen und haben die beste Zeit ihres Lebens.
Lutz Hanker: Du lebst jetzt schon eine halbe Ewigkeit in Los Angeles. Hand aufs Herz: Wie oft regnet es wirklich in Südkalifornien?
Albert Hammond: Es regnet und wie. Es hört manchmal gar nicht auf. Ich sag dir eins, immer wenn es regnet, spielen sie im Radio meinen Song und fragen: "Wer war nochmal der Kerl, der sagt, es regnet nie in Südkalifornien!" (lacht). Dabei geht es in dem Song gar nicht ums Wetter, aber es funktioniert.
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