Zu Gast bei Bremen Eins
Der Mauerbau Anfang der 60er Jahre löste bei vielen Menschen im Osten und Westen Deutschlands Wut und Empörung aus. Als Freunde den damaligen Schüler Peter Arendt und seinen Bruder baten, ihnen zu helfen, zögerten die beiden nicht und gruben einen Tunnel. Peter Arndt erinnerte sich bei uns an die hochspannende Geschichte von dem leider missglückten Coup und weiteren erfolgreichen Fluchten.
Peter Arndt grub in den 60er Jahren einen Fluchttunnel in die DDR.
Peter Arndt, [7:14]
Fluchthelfer und Tunnelbauer
Die Arndt-Brüder drückten noch die Schulbank als das DDR-Regime 1961 mit dem Bau der Mauer begann, der die Deutschen jahrzehntelang trennen sollte. Es löste Wut und Empörung aus, sodass die beiden dem Ruf nach Hilfe ihrer Freunde im Osten nachkamen. Für den geplanten Tunnelbau suchten die Arndts einen Luftschutzkeller in der Heidelberger Straße im Berliner Bezirk Neukölln aus. Hier verlief die Mauer in der Mitte der Straße. Auf westlicher Seite gruben sich die Jungen durch bis zu einem freien Grundstück im Osten, erzählt Peter Arndt.
Die viele Erde blieb im Kellerraum und sie schliefen auf dem Abraum und verrichteten darauf auch ihre Notdurft während der Grabungszeit. Angst vor einem Einsturz oder Platzangst beflügelte die beiden eher, erklärt Arndt. Beide hatten in Schülerjobs Tiefbauerfahrung sammeln können und von ihrem Vater, einem Polizeibeamten, das ruhige Wesen bei Gefahr geerbt.
Als der Tunnel durchbrochen war, steckte Peter Arndts Bruder vorsichtig einen Taschenspiegel am Draht durch die Luke, erinnert sich Arndt. Da entdeckte er Stiefel von Volkspolizisten auf sich zu eilen und er hörte seinen eigenen Herzschlag, erzählt er. Der Plan war verraten worden, wie eine spätere Einsicht in Stasi-Akten zutage brachten. Die Volkspolizei wartete am anderen Ende und hörte die Grabungsarbeiten mit einem Horchgerät ab. Nach der Entdeckung konnten sich die jungen Tunnelbauer erfolgreich zurückziehen.
Peter Arndts Bruder arbeitete weiter als Fluchthelfer. In späteren Jahren stieß auch Peter wieder als Kurier dazu. Die neue und erfolgreiche Methode wurde Doppelgänger genannt. Ein Tagesbesucher der DDR ging zweimal mit verändertem Aussehen durch die Grenze und gab die überzähligen Papiere einem Republikflüchtigen, der damit dann in die BRD gelangen konnte.
Anlässlich des Mauerfalls 1989 sagte der Bruder zu Peter Arndt scherzhaft: "Jetzt habe ich ja gar kein Feindbild mehr!"
Den Tunnel gibt es heute noch. Peter Arndt hat nach Jahrzehnten noch die kleine Spielzeugschaufel und den Feldspaten wiedergefunden.
Weitere spannende Einzelheiten zur Geschichte der Fluchthilfe und anderer Aktionen der Arndts erfahren Sie in einem Buch, an dem Peter Arndt arbeitet.
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