Zu Gast bei Bremen Eins
Bremens ehemaliger Bürgermeister, Henning Scherf, hat bereits eine ganze Reihe von Ratgebern zur Lebensführung im Alter geschrieben. Zu seinem neuen Werk hat ihn seine Frau inspiriert. Angespornt von ihren Worten hat sich Scherf gefragt, wo er alt werdende und gebrechliche Menschen finden kann und sich auf eine Altersreise begeben. So lautet auch der Titel seines neuen Buches.
Zu Gast bei Bremen Eins: Henning Scherf, [6:58]
Sabine Szimanski im Gespräch mit Bremens Ex-Bürgermeister
Auf seiner Reise hat sich Hennig Scherf viele Wohngemeinschaften für ältere Menschen angeschaut und sie auch mit bewohnt. Hierbei hat er tausende Adressen in ganz Deutschland sammeln und Kontakte knüpfen können, sagt er im Interview.
Begonnen hat seine Exkursion in Borgfeld in Bremen. Dort gibt es eine Wohngemeinschaft mit zehn Menschen, die zwar nicht mehr alleine ihr Leben bestreiten können, aber noch ihr eigenes Appartement haben möchten. Jeder hat sein eigenes Appartement und Badezimmer, aber teilen sich die zehn WG-Bewohner die Küche, in der sie gemeinsam dass Essen zubereiten und es auch gemeinsam genießen. Darüberhinaus wird gemeinsam Zeit verbracht und es werden gemeinsame Ausflüge unternommen, beispielsweise in die Kirche oder ins Theater. "Da habe ich gelernt, wie das geht, trotz seiner nachlassenden Kräfte, auch seines nachlassenden Gedächtnisses, dass man dann ein lebendiges, wirkliches Leben im Alter haben kann", sagt Scherf.
Auch wenn alte Menschen sich nicht mehr selbst gänzlich versorgen können, haben sie den Wunsch sich am Leben weiterhin zu beteiligen. Das gemeinschaftliche Kochen gibt ihnen die Möglichkeit, durch das Putzen von Gemüse und Schälen von Kartoffeln ihrem Tag Struktur zu geben und das Gefühl zu haben, seinen Teil geleistet zu haben. Solche einfachen Tätigkeiten sind zu wertvoll, um sie einfach immer einer Großküche zu überlassen, erklärt Scherf im Interview: "Das sind alles sinnstiftende Erfahrungen".
"Es ist ein richtiger Umbruch im Gange", sagt Scherf. Viele Trägervereine und Organisationen bauen keine klassischen Pflegeheime mehr, sondern öffnen sich Stadtzentren für andere Formen der Betreuung. Zum einen ist das die Hilfe von Angehörigen und zum anderen sind das Strukturen der nachbarschaftlichen Hilfe, die in Bremen von Quartiermeisterinnen organisiert werden. Diese werden von der Stadt oder einem Träger eingesetzt und bezahlt. Sie kennen die Menschen in ihrem Gebiet: wer alleine wohnt und wer in Einrichtungen untergebracht ist. Diese Menschen besuchen sie und schauen, welche Hilfe sie benötigen. Dann knüpfen die Quartiermeisterinnen den Kontakt zu Nachbarn im Viertel, die Zeit haben und Aufgaben wie Einkaufen oder Kochen übernehmen können. Letzteres könnte bestenfalls gemeinsam mit den Betreuten getan werden.
Auch auf das Thema Demenz geht Henning Scherf in seinem Buch und im Gespräch mit unserer Moderatorin Sabine Szimanski ein. Es ist schwer für Außenstehende, dementen Menschen zu helfen. Doch auch diese Menschen haben den Wunsch am Leben beteiligt zu werden. Der Zugang zu ihnen erfolgt nicht auf einer geistigen, sondern mehr auf einer emotionalen Ebene. Menschen die an Demenz leiden freuen sich sehr, wenn sie in den Arm genommen werden und ihnen Zuneigung gezeigt wird.
Eine weitere Möglichkeit mit den Menschen Kontakt aufzunehmen sei, sie auf ihre Vergangenheit anzusprechen, sagt Scherf. Auf diesem Weg hat sich für ihn eine Freundschaft mit der Schauspielerin Beate Lenders entwickelt. Die Bremer Theaterschauspielerin hat er als Schüler bewundert und es nie gewagt, ihr zu schreiben. Heute unternehmen die beiden gemeinsame Theaterbesuche.
Altersreise: Wie wir alt sein wollen
Herausgeberin Uta von Schrenk, Autor: Henning Scherf
Erschienen im Herder Verlag 2013
gebunden, 224 Seiten
ISBN-10: 3451304430
buten un binnen heute
"Altersreisen": Gespräch mit Henning Scherf, [6:26]
Expedition ins Alter, [0:00]
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