CD-Tipp
"Unorthodox Jukebox": Bruno Mars singt sich die Seele frei!
Jetzt nicht gleich skeptisch sein: Bruno Mars kommt zwar aus der Pop-Ecke, aber aus der guten! Unsere Musik-Expertin Christine Heuck hat er mit seinem zweiten Album "Unorthodox Jukebox" schnell auf seine Seite gezogen – also lest, was sie zu sagen hat!
Angefangen hat ja alles als Musikproduzent. Da bearbeitete Peter Gene Hernandez alias Bruno Mars unter anderem Flo Rida,Travie McCoy, Adam Levine. B.o.B und die Zuckerpuppen. Dass Mars nun aber als eigenständiger Musiker auch so richtig durchstartet, verwundert nicht, ist er doch voller Musik im Blut geboren worden: Muttern von den Philippinen, Vattern aus Puerto Rico, fünf Geschwister, und alle sind sie quasi tanzend und pfeifend groß geworden. Vorherrschende Stile im Hause Hernandez: Reggae, Rock, Rap, R'n'B. Eine ganz schöne Fülle. Dass der Mann so samtig-kratzende Stimmbänder hat, da sei der Natur gedankt, den Genen, der guten Luft, die ihn beim Verlassen des Mutterleibes umgab; wer weiß, was genau Einfluss darauf nahm.
Einer, der was kann!
Er ist jedenfalls einer der Guten im Popbiz. Einer, der was kann, selbst Hand anlegt und schon für sein Debütalbum "Doo-Wops & Hooligans" Lorbeeren so dick wie feiste, reife Mangofrüchte erntete. Selbst der kritische Rolling Stone bewertete den Output als "das beste Pop-Debüt des Jahres: zehn fast perfekte Songs". Dass auch ein ansprechendes Äußeres da nicht stört, ist klar. Drum wurde der hübsche Honolulu-ianer // Hawaiianer für die Juniausgabe 2011 der Vogue in Puerto Rico abgelichtet. Shots to shiver!
Mehr Steam, mehr Happiness!
Keine lahme Popschnecke :-)
Ein bisschen Gänsehaut hier, ein Pfeil direkt in die Magengrube dort ist auch das, was ihr von diesem zweiten Album erwarten dürft. Ich sagte ja schon, ihn als lahme Popschnecke ohne Basis, als plastifizierten Nichtskönner zu sehen, wäre ein großer Fehler. Er schreibt selbst, er singt sich die Seele frei, er kreierte erneut sehr sensible Songs, lässt aber auch eine Menge mehr Dampf ab als zuvor. Und das tut gut! Die erste Singleauskopplung "Locked Out Of Heaven" ist ein gutes Beispiel dafür: mehr Steam, mehr Happiness! Der Rest? Man hört zum einen, was der Albumname schon verrät – ein Herumhüpfen in verschiedenen Genres und Stilen, ganz unorthodox, ganz wie es dem Meister selbst beliebt – zum anderen auch, dass mit unsagbar viel Spaß an die neuen zehn Songs herangegangen wurde mit dem Support von hochkarätigen Produzenten wie Mark Ronson und Diplo oder, andere Marschrichtung, Paul Epworth, der auch schon mit Adeles Songs große Erfolge gefeiert hat.
Rundes Album, schönes Album, auch für jene Herzen gemacht, denen purer Pop oftmals zu popelig ist.
Christine Heucks Anspieltipps:
Video-Clip: "Locked Out Of Heaven"
"Unorthodox Jukebox" von Bruno Mars | 7. Dezember 2012


![Bruno Mars [Quelle: Warner Music, Foto: James Mooney] Bruno Mars [Quelle: Warner Music, Foto: James Mooney]](/bremenvier/musik/cd-der-woche/brunomars122_v-viertopteaser.jpg)