CD-Tipp
Achtziger-Disco plus Schubidu – das neue Daft Punk ist da!
Acht Jahre sind vergangen seit dem letzten amtlichen Album dieser französischen Elektroformation bestehend aus Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter. Acht Jahre, die genug Zeit ließen, dieses vierte Werk langsam und stetig zu entwickeln, und sei es vorerst auch nur im Kopf.
Vor drei Jahren floss sicherlich genug Kreativität durch die Adern, um einen kompletten Soundtrack zu "Tron: Legacy" zu kreieren, aber was der Daft-Punk-Fan natürlich immer vor allem wollte, war, endlich den Durst stillen zu können und echte Tanzbrüder und -schwestern in der Familie willkommen zu heißen.
Erst Bohei...
Ausschnitt Albumcover
Hier sind es nun 13 an der Zahl, und selten war vor einer Albumveröffentlichung der Bohei so groß. Als ob im Sinne zweier herausstechender Tracks der Vergangenheit den Leuten vor Aufregung die unterdurchblutenden Zehen abzufallen drohten, als sei man die letzten vielen sich wiederholenden Jahreszeiten fast schon dahingesiecht vor lauter Sehnsucht: "One More Time" bitte, und gerne jetzt auch "Harder, Better, Faster, Stronger".
Jedes Schnipselchen wurde von den einschlägigen Magazinen aufs Genaueste untersucht, Gerüchte über Kollaborationen kursierten mit hysterischen Flecken im Gesicht und beruhigten sich erst wieder mit erschöpften, schwer atmenden Lungenflügeln, als endlich, endlich... die erste Auskopplung aus dem Käfig gelassen wurde. Dieses smoothe Mitwipplied erster Güte namens "Get Lucky" starring Pharrell Williams on da Microphone. Und auf dem Coachella-Festival ließen Daft Punk dann weitere Namen jener verlauten, die auf "Random Access Memories" die ausgeklügelten Tunes des Duos stimmlich veredeln sollten, darunter Panda Bear (Animal Collective), Julian Casablancas (The Strokes), Chilly Gonzales und Giorgio Moroder und Paul Williams.
... dann Erlösung
Erkennt man die Dafts überhaupt noch wieder? Das bestimmt. Der typische Daft-Touch, die Roboter-gleiche stimmliche Anmutung ist noch immer da. Angereichert mit einer großen Portion Groove, zurückhaltendem Funk und leichter Melancholie.
Und war der Hype begründet? Wenn Vorfreude und Erwartungshaltung vorab so dermaßen groß sind, ist es immer schwer für den Output, dem gerecht zu werden. Das gilt auch für dieses Werk. Trotzdem ein Album, das ganz bestimmt nicht enttäuscht, wenn man sich dem Achtziger-Disco-Sound nicht verschließt, oft mit ordentlich Schubidu gestrickt, immer irgendwie geschickt aus irgendeiner Ecke einer galaktischen Umlaufbahn.
Christines Anspieltipps:
"Give Life Back To Music"
"Within" feat. Jason "Chilly Gonzales" Beck
"Instant Crush" feat. Julian Casablancas
"Get Lucky" feat. Pharrell Williams
"Doin' It Right" feat. Noah Lennox
"Contact"
Video-Clip "Derezzed"
"Random Access Memories" von Daft Punk | 17. Mai 2013


![Daft Punk [Quelle: Sony Music] Daft Punk [Quelle: Sony Music]](/bremenvier/musik/playlists/daftpunk106_v-viertopteaser.jpg)