CD-Tipp
Foster The People: Elektropop in Cordhose!
Foster The People haben für viele schon den super-duper Sommerhit mit Coolnessfaktor 1+ geliefert: "Pumped Up Kicks". Aber auch die anderen Nummern ihres Albums "Torches" dürfen sich durchaus hören lassen – unsere Musikexpertin Christine Heuck verrät euch mehr darüber.
"Pumped Up Kicks" brachte dem US-Trio Foster The People vor etwas weniger als eineinhalb Jahren direkt einen Plattendeal ein, denn nachdem Mark Foster (Gitarre, Gesang Keyboard), Cubby Fink (Bass, Gesang) und Mark Pontius (Drums) den Track Anfang 2010 auf ihre Website gestellt hatten, lechzten danach zuerst die Netzsurfer, und im Handumdrehen klopfte auch eine große Plattenfirma mit lüsternden Speichelfäden in den Mundwinkeln an. Man munkelt übrigens, Foster hätten das "den Stein ins Rollen bringen" unter anderem einer deutschen Bloggerin zu verdanken, die zuvor in einem Forum aufs heftigste ihre Begeisterung kundtat und unter die Leute brachte, was, wie wir nun sehen können, ja auch unter die Leute gehört.
Gar nicht schlecht, das Tempo nun von Foster, wenn man überlegt, dass Mark Foster eigentlich von Cleveland nach Los Angeles zog, um dort als Komponist für Film- und Fernsehwerbung Geld zu verdienen und Solosachen zu frönen, er dann aber Herbst 2009 auf die anderen Zwei stieß und kurzer Prozess gemacht wurde. Bandgründung. Loslegen. Touchdown nach einer echt kurzen Zeit, verglichen mit anderen Musikern, denen das Glück nicht so hold ist.
Zweiter Frühling für "Pumped Up Kicks"
Nun erlebt der Song quasi seinen zweiten Frühling, denn offiziell gibt es ihn ja erst seit knapp zweieinhalb Monaten zu kaufen. Neben Lobhudelei auf die Kalifornier (Los Angeles, ums ganz genau zu nehmen, ist die Heimatstadt) gibt's auch direkt den ersten (naheliegenden) Vergleich: Empire Of The Sun. Oder auch Phoenix. Aber mit Vergleichen und zu schnellem Schubladenstopfing ist das ja so eine Sache. Muss man aufpassen. Kann auch schaden. Um genau solch zugestempeltem eventuellen Schaden vorzubeugen, kann's ja wiederum nicht schaden, sich einmal in voller Pracht vorzustellen und dem Branding entgegenzuwirken, denn eines ist klar: Foster The People sind ihr eigenes Ding. "Erinnern an" hier, "etwas klingen wie" dort, das geht in Ordnung, aber der Rest ist Foster-Core. Relaxt, ein bisschen galaktisch-verträumt und spleenig. Elektropop in Cordhose.
"Torches" von Foster The People | 26. Juni 2011


![Foster The People [Quelle: SonyMusic, Foto: Williams + Hirakawa] Foster The People [Quelle: SonyMusic, Foto: Williams + Hirakawa]](/bremenvier/musik/cd-der-woche/fosterthepeople106_v-viertopteaser.jpg)