CD-Tipp
Elektro-Pop mit Rap-Einschlag und Zickenattitüde!
Bevor man sich inhaltlich mit dem neuen Album von Kesha befassen kann, muss man zunächst irgendwie an dem quietschbunten Cover vorbei. Unsere Musik-Expertin Christine Heuck hat sich davon nicht abschrecken lassen...
Auf dem Cover sieht sie aus wie eine papageienartige Springziege, die gleich die Berge besteigt. Oder – die schmeichelhaftere Alternative – wie eine Amazone, eine heldenhafte Kämpferin, die sich auch gegen männliche Krieger zu behaupten vermag. Gut, dass das in diesem Fall eher aus dem Schreck über ihr Outfit heraus geschehen könnte, der Krieger an sich von selbst das Laufen kriegt, ohne durch Schwert und Stock bedroht zu werden, da muss man ehrlich sein: Das wäre wahrscheinlicher.
Provokationen machen ihr Spaß
Aber dafür steht Kesha ja: für ein buntes, shabby-pompöses Auftreten mit Knallfarben an Körper und im Gesicht. Für Provokation, das macht ihr nämlich Spaß, der alten Hippietochter. Sie steht aber auch für massenweise Erfolg, den sie mit diesem Konzept schon eingefahren hat. Nun gibt es von der Kalifornierin nach etwas über eineinhalb Jahren nach Release vom Debüt "Animal" und dem Bull's-Eye-Hit "TikTok" das zweite Album. Das zweite Album übrigens auch jener, die einst, na ja, so lang ist es nun auch nicht her, als Hookline-Sängerin für Flo Ridas "Right Round" einen weggebrezelt und sich damit erstmals Charts-Höhenluft um die Nase wehen ließ.
Auch hier hat sie wieder jede Menge Begleitung; Songwriter und Musiker wie Will.I.Am, Max Martin, Benny Blanco, ihr Idol Iggy Pop, mit dem sie sogleich auch eine, ja, sagen wir ruhig: Rocknummer fabrizierte, Greg Kurstin oder auch Nate Ruess, Sänger der Band Fun, der an der ersten Single-Auskopplung "Die Young" mitgearbeitet hat. Keshas Hoffnung nun: " (...) dass mich meine Fans durch 'Warrior' noch ungefilteter und näher kennenlernen." Beim Dance-Elektropop mit Rap-Einschlag und Zickenattitüde bleibt es hier im Großen und Ganzen, abgesehen von ein paar Gitarrenparts sowie einem balladesken Anteil, vielleicht jedoch noch eine Spur zackiger und "hüllenloser", ja. Ob es echter ist, vermag sie selbst am besten zu beurteilen.
Kesha-made only!
Hut ab auf jeden Fall vor ihrem Standing und ihrem Durchsetzungsvermögen, sich nicht die Songs unter den Hintern mauern zu lassen, sondern selbst bei jedem einzelnen Track beteiligt zu sein, einen sogar als "Kesha-made only" zu präsentieren – den letzten auf dem Werk, "Love Into The Light" – und ihren Stil auf dem zweiten Album etwas aufzubrechen.
Video-Clip: "Die Young"
"Warrior" von Kesha | 30. November 2012


![Ausschnitt CD-Cover Kesha [Quelle: SonyMusic] Ausschnitt CD-Cover Kesha [Quelle: SonyMusic]](/bremenvier/musik/cd-der-woche/kesha122_v-viertopteaser.jpg)