CD-Tipp
Charmante Klasse: Lena schickt kosmischen Staub
Es gibt Menschen, bei denen man nicht müde wird, sie anzuschauen, und man könnte das immerzu tun. So wie bei Lena. Sowas Hübsches. Natürlich kommt's beim Singen nicht drauf an, wie die Nase sich zum Kinn verhält und ob die Augen lustig funkeln, aber es stört auch nicht. Und irgendwie scheinen Innen und Außen bei Lena auch gut zusammen zu passen. Kaum konträre Schwingungen. Cooles, süßes Mädel. Besonders schön fand ich damals die Mannigfaltigkeit ihrer Lippenpflegestifte in Cola und Kirsch.
Ach ja, damals. Von dem hat sie sich ja nun auch getrennt, die Lena. Bot Raab ihr damals noch seinen breiten Arm für Oslo und geleitete sie galant durch die Castingshow, lehnt sie ihn heute lieber ab und probiert mal mit anderen rum. Will heißen: Lena hat neue Produzenten gefunden.
Und jedem Ende wohnt ein Anfang inne...
Swen Meyer (Kettcar, Tomte, Tim Bendzko) und Sonny Gustafsson (man hört's irgendwie, kommt aus Schweden). Lena hat auch mit anderen Songwritern was gehabt, die letzten Monate. Sogar mit einer Frau! Und Mann, haben die gut zusammengearbeitet! Für all diese musikalischen Verhältnisse reiste Lena durch Europa. Trank in Stockholm mit Linda Carlsson ("Miss Li") starken, schwedischen Kaffee, bei Johnny McDaid (Songwriter auch für Snow Patrol) in London gab’s zur Inspiration einen nächtlichen Feueralarm, und in Hamburg musste sie zusammen mit Alexander Schroer (Mobilée) viel Geduld an den Tag legen, es dauerte sieben Monate, bis der Text zu einer bestimmten Melodie gefunden war und sich gut anfühlte.
Ausprobieren und sich gut fühlen
Und die Regeln, die scheinen für all die Liedchen auf "Stardust" (was für ein bezaubernder Name!) unterschiedlich gewesen zu sein. Passend aus dem Bauch heraus, je nach Stimmung und Gangart. Das Album weist eine Menge auf, was so eigentlich gar nicht zu erwarten wäre. Mag daran liegen, dass Lena sich die Freiheit nahm, ganz Unterschiedliches zu tun und zu lassen und nur das aufs Album zu packen, das sich… ja, eben gut anfühlte.
Und das reicht dann von Popballaden über Hippiestyle bis hin zu Angeswingtem. Natürlich (!) stellenweise etwas strange und ab und an mit zu viel Zappelstimme versehen, aber charmant. Mehr Singer/ Songwriter nun, als es mit Funky Stefan Tanzschuh Raab der Fall war. Das steht Lena und sie hat ein paar richtig gute Songs geschaffen.
Christines Anspieltipps
- "Pink Elephant"
- "Neon (Lonely People)"
- "Better News"
- "To the Moon"
- "ASAP" feat. Miss Li
- "I'm Black"
Video-Clip: "Stardust"
"Stardust" von Lena | 12. Oktober 2012


![Lena [Quelle: Universal Music, Foto: Sandra Ludewig] Lena [Quelle: Universal Music, Foto: Sandra Ludewig]](/bremenvier/musik/cd-der-woche/lena158_v-viertopteaser.jpg)