CD-Tipp
Marit Larsen für verträumte Abende zur Winterzeit!
Am 16. Dezember erschien das neue Album von Marit Larsen hier in Deutschland, im Januar und Februar tourt sie mit "Spark" durch Norwegen, fürs Frühjahr sind bereits Live-Auftritte für Deutschland, Österreich und in die Schweiz geplant. Was euch auf "Spark" erwartet, hat unsere Musik-Expertin Christine Heuck herausgearbeitet:
Wusstet ihr, dass in Norwegen kleine Zauberelfen auf den Bäumen wachsen? Nein? So viele sind's auch nicht, es sei denn, ihr wolltet A-ha oder Apoptygma Berzerk beispielsweise so bezeichnen. Wer ganz bestimmt dazu gehört, ist Susanne Sundfør, die sich aber leider bislang nicht anschickte, ihre Alben auch hier zu veröffentlichen. Somit zum vorliegenden Exemplar aus dem skandinavischen Märchenwald: Marit Larsen ist eine, der glaubt man aufs Wort, dass sie zu Weihnachten mit ihrer Familie händehaltend um den Baum hüpft. Dass sie niemals einer Schnecke geschweige denn Fliege etwas zu Leide tun könnte. Oder böse schimpfen und fluchen. Blütenzarte Stimme und zarte Melodiechen, zuckersüß und verspielt zumeist.
Ab nach New York!
Marit im Bremen-Vier-Studio
"If A Song Could Get Me You" brachte ihr auch in Deutschland die Aufmerksamkeit, dem gleichnamigen, auch über die Grenzen Norwegens ausgekoppelten Album eine vergoldete, wohlgemerkt. Für ihr zweites Album bei uns ist das kleine Vögelchen flügge geworden und fürs Songwriting nach New York geflattert. Ich kann mir vorstellen, dass ihre Eltern keine ruhige Minute hatten aus Angst, sie könne unter die Räder der total crazy Taxifahrer kommen oder von halbseidenen Männern mit langem Parka und nix drunter versaut werden. Ist aber offenbar nicht passiert, vielleicht auch, weil sie für die Aufnahmen rechtzeitig wieder zurück in der Heimat, in Oslo war – im Gepäck genau die richtige, gesunde Dosis Inspiration aus dem Big Apple.
"Wer bin ich, wenn niemand zuhört?"
Die erste Single "Coming Home" von "Spark" erzählt ja auch davon, nach acht Monaten da drüben wieder zu Hause zu sein. Warum überhaupt ist sie gegangen? Um ein bisschen Abstand zu allem, auch dem speziell in Norwegen großen Rummel zu kriegen, um sich zu justieren und unabhängig von allem neue Ideen fließen zu lassen und sich selbst vor allem: "Es war schön, ein bisschen isoliert zu sein und herauszufinden, wer ich geworden war. Wer bin ich, wenn niemand zuhört? Was tue ich, wenn niemand irgendetwas erwartet?" , so Marit.
Tatsächlich verbrachte sie die Zeit in New York eher im Stile eines Eremiten: ein Apartment, ein Mikrofon und ein paar Instrumente. Ein Computer, um erste Einfälle aufzunehmen. Spaziergänge. Sicher auch mal was essen oder in das ein oder andere Musikgeschäft, das war's. Ebenso unaufgeregt auch der Output. Für mummelige, verträumte Abende zur Winterzeit, hier und da ein wenig traurig, geht ja schließlich ständig um Liebe, aber nie zu sehr.
Video-Clip: "Coming Home"
"Spark" von Marit Larsen | 16. Dezember 2011


![Marit Larsen [Quelle: Sony Music, Foto: Ralph Günthner] Marit Larsen [Quelle: Sony Music, Foto: Ralph Günthner]](/bremenvier/musik/playlists/maritlarsen102_v-viertopteaser.jpg)