Dienstag, 28. Mai 2013
Maroon 5 [Quelle: Universal Music, Foto: Mark Seliger] Lupe

Das vierte Studioalbum von Maroon 5 ist da!

CD-Tipp

Maroon 5: Eingängiger Radiopop aus Los Angeles

Maroon 5 legen ihr (offiziell) viertes Studioalbum vor. Leicht hörbar, für Fans, wie Nichtfans – so beschreibt Christine Heuck es. Sie ist unsere Spezialistisn für frisches Musikfutter und hat sich die neue Scheibe genauestens angehört.


Naja, als echten Insiderwitz, wie Sänger Adam Levine es nennt, würde ich den Albumtitel nun nicht gerade bezeichnen. Schließlich leben wir hier in Deutschland auch nicht hinterm Mond, haben sogar Kühlschränke und wissen sehr wohl, dass man von hier aus nicht mit dem Zug in die USA fahren kann (darauf einst einer Amerikanerin eine ernsthafte Antwort geben zu müssen, fiel nicht leicht). Und wir haben durchaus Kommunikationsmittel, die weit über Trommeln, Buschfeuer oder, Scooter sei Dank, Megaphone hinausgehen.


Push forward!

CD-Cover Maroon 5 [Quelle: Universal Music]

Also ja: Wir haben, soweit das Interesse an dieser Band bestand, durchaus mitbekommen, dass sie unlängst über die Maßen "zur Schau gestellt" war, sehr präsent jedenfalls in den Medien, was als guter Pusher für dieses neue, vierte Studioalbum (zählen wir Nummer eins nicht mit, das 1997 von Kara’s Flowers herausgebracht wurde, der Ursprungsband, aus der heraus Maroon 5 sich gründeten) gedeutet werden darf: Adam in der NBC-Show "The Voice" als Mentor, der Song "Moves Like Jagger" mit der Aguilera, damit die Charts ganz ordentlich in Beschlag genommen. Dies Liedchen stammt zwar vom letzten Album ("Hands All Over"), allerdings von einer nachgeschobenen Neuauflage und verbindet sich auf süßeste Weise mit dem vorliegenden "Overexposed", da als letzter Track in einer "The Voice"-Version enthalten.


Und nicht zu vergessen die erste Auskopplung vom großen O, die Single "Payphone": Downloadrekorde gebrochen.


Immer einen Schritt voraus

Maroon 5 [Quelle: Universal Music, Terry Richardson]

Um dem Humor der Männer aus Los Angeles jedoch gerecht zu werden und kein falsches Bild der Übereitelkeit in Bezug auf das Statement zum Albumnamen aufkommen zu lassen, sei gesagt, was der Levine, also der Adam, dazu zu bemerken hat, wohlgemerkt wiederum mit einem Augenzwinkern: "Das ist einfach zu viel Präsenz, das ist einfach die Überdosis. Im Grunde genommen ist der Titel also bloß das, was früher oder später einfach gesagt werden muss. Wir haben uns halt gedacht, dass es besser ist, wenn wir dieses Statement vorwegnehmen." Alrighty, you did that. Now let’s proceed.

Dabei wäre es an der Zeit, sie erst einmal zu beglückwünschen. Herzlichen Glückwunsch zur einer Bandhistorie, zählen wir ab Debüt "Songs About Jane" im Jahr 2002 (darauf Songs wie "Harder To Breathe", der besten der Band ever, "This Love", auch ganz supi, oder "She Will Be Loved" – Applaus!) von nunmehr einem Jahrzehnt! Auch ein Nicken der Anerkennung zu drei Grammys, zwei Billborads und einem American Music Award.


Neu und trotzdem immer noch Pop

Nun zu einer, Adams Worten zufolge, recht krass-heftigen Entscheidung den neuesten Output betreffend: Es wurde sich, so sagt er, rigoros getrennt von den Einflüssen der Vergangenheit – Rock, Soul und Funk – und man habe sich "nun zum ersten Mal getraut, diesen richtigen, astreinen Pop zu machen – also Stücke, die eingängiger nicht sein könnten und fürs Radio gemacht sind". Es wäre an dieser Stelle schwer, dagegen anzumotzen, befinden wir uns doch mittendrin in eben diesem wunderbaren Medium, nichtsdestoweniger die Hoffnung, die Band unterschätzte nicht den Hörer/ die Hörerin, der/ die durchaus noch in der Lage ist, selbst zu kauen und nicht allein von zu leicht Verdaulichem leben möchte. Die Hoffnung, dass nun der Funk nicht fehlt.


Aber ganz ehrlich? Wir reden hier ja nicht von Megadeth, die nun ins Raplager überlaufen oder von Meisterfiedlern, die nun statt Symphonien Kinderlieder geigen, wir reden über Popper, die weiterhin poppen, und das in der Tat sehr annehmbar. Nee, klingt zu negativ. Sehr hübsch. Nee, auch zu despektierlich. Maroon 5 legen hier ganz bestimmt eine (glatte) Platte vor, die (trotzdem) keinen Fan enttäuschen wird und auch den Nichtfan zum Wippen animiert. Zum Sonne tanken, auch wenn mal wieder keine in Sicht ist, in diesem komischen Sommer.


 

Video-Clip: "Payphone" (feat. Wiz Kalifa)

(Quelle: tape.tv)


"Overexposed" von Maroon 5 | 22. Juni





 


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