CD-Tipp
Mal mehr, mal weniger geistreich – aber stimmig!
"Auf eine gewisse Weise ist es die Fortsetzung von meinem Debüt", sagt Nelly Furtado über ihr fünftes Studioalbum. Die Rede ist von "The Spirit Indestructible", und unsere Musik-Expertin Christine Heuck ist nicht nur vom Titel angetan:
Das ist schön, von einem ungebrochenen und unkaputtbaren Geist zu sprechen. Nicht so wie "Hui Buh" oder das "Gespenst von Canterville", nein, die Seele, die einen trägt, das positive Denken und Fühlen in einem, das einen antreibt, auch wenn's mal schwer ist und sogar Wunder vollbringen kann.
The bigger the better...
Wenn man nach einem Albumopener wie "The Spirit Indestructible", der auch gleichzeitig Titeltrack ist, aber den Track "Big Hoops" packt, dann ist für einen Moment das geistreiche Sinnieren wieder dahin, denn hier geht's im krassen Gegensatz – wenn man es harmloser betrachten will – um große, dicke, baumelnde Ohrhängerkreolen. Wahrscheinlich. Wenn man das aber ein bisschen ungenierter deuten will, dann aber – und das wird in diesem Moment auch nicht zum ersten Mal besprochen, der Song wurde ja schon vor einer Weile als Albumvorbote vorausgeschickt – handelt es sich bei den Big Hoops, eigentlich um Boops, und somit wären wir bei immens großen Brüsten. The bigger the better, singt sie ja, die Frau Furtado.
Schön rhythmisch und tanzbar!
So. Und der Rest? In sich stimmiger? Auf dem fünften Longplayer der Kanadierin mit portugiesischen Wurzeln? Aufgewachsen mit einer wilden Mischung von Einflüssen, von De La Soul bis Bossa Nova, von Ani DiFranco bis Björk, die schon mit so vielen zusammenarbeitete, von Timbaland bis James Morrison? Nelly ist ja bekannt für einen Pool an Diversitäten: Folk-Einflüsse, Pop-Sounds, satte Beats oder auch mal alles auf Spanisch. Teil 1 der Antwort: Sie hatte schon mal eine Menge Besuch in der Hütte, ob Rapper Nas oder DJ Tiësto sowie die Produzenten Rodney Jerkins und Salaam Remi, um wirklich und tatsächlich nur ein paar zu nennen. Teil 2 der Antwort: Trotz so vieler Hände, die bekanntlich den Brei auch verderben können: ja, stimmig. Alles in allem ist das Album schön rhythmisch, tanzbar, keine Livebandüberraschung, stattdessen, wie gehabt, alles aus dem PC-Kasten gepumpt und getröpfelt, um es mal salopp auszudrücken. Und unabhängig von der Gangart jedes einzelnen Tracks immer schön angereichert mit der (mit-) fühlenden, sensiblen, leicht angeschnupft klingenden Stimme der Furtado, die man unter Tausenden erkennt. Runde Sache mit ein paar besonderen Perlen, als da wären:
"High Life" featuring Ace Primo
"Something" featuring Nas
"Bucket List"
"Miracles"
"Enemy"
Video-Clip: "The Spirit Indestructible"
"The Spirit Indestructible" von Nelly Furtado | 14. September 2012


![Nelly Furtado [Quelle: Universal Music, Foto: Mary Rozzi] Nelly Furtado [Quelle: Universal Music, Foto: Mary Rozzi]](/bremenvier/musik/cd-der-woche/nellyfurtado124_v-viertopteaser.jpg)