Mittwoch, 23. Mai 2012

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Nickelback [Quelle: Warner Music, Foto: Travis Shinn] Lupe

"Here And Now" heißt das siebte Album von Nickelback!

CD-Tipp

Nickelback machen mit "Here And Now" einiges wieder gut!

Ausgerechnet Nickelback: Unserer Musik-Expertin Christine Heuck fiel es nicht gerade leicht, sich auf das neue Werk der Kanadier einzulassen. Aber am Ende war klar: Das Reinhören hat sich gelohnt – und Christine hat sich mit Nickelback versöhnt:


Hanna!!!! Albertaaaaa! Wo bist du denn?? Komisch, irgendwie "kanada"! Kleines Spässchen gemacht, das lockert die leicht angespannte Stimmung ob des neuen Nickelback-Albums auf, hab' ich mir gedacht. Ihr wisst schon, woher die kommen, ja? Aus Hanna, Alberta in Kanada. Ist Mist, wenn man einen Witz erklären muss.


Bitte kein Schnarchnasenhausen mehr!

Ausschnitt CD-Cover [Quelle: Warner Music]

Und warum angespannte Stimmung? Weil es besser sein muss, dieses neue Album der Band, als der ausgeschlachtete Vorgänger "Dark Horse" mit seinen gefühlten 80 Singles, von denen eine klang wie die andere. Und bitte auch besser als der Vorgänger des Vorgängers, "All The Right Reasons", der zwar besser war als der Nachgänger, aber irgendwie schien auch da schon der Pfeil nach unten zu zeigen. Wohlgemerkt, liebe Gemeinde, ich rede hier nicht von Chartsplatzierungen. Angespannt also, weil ich kein Schnarchnasenhausen mehr aus den durchaus fähigen Kehlen und Händen der Vier aus, noch mal, Hanna, Alberta, Kanada, hören will. Weil ich mir wünschte, dass, wer so gut angefangen hat mit dem Longplayer "Silver Side Up" aus 2001 (okay, angefangen ist gemogelt, es war das dritte Werk) inklusive des wunderbaren "How You Remind Me" , darf nicht enden wie Reamonn – in der absoluten Mittelmäßigkeit. Songs liefern fürs Sonntagvormittagsprogramm der Ü50-Sender.


So right on, die Herren, erst einmal eine ordentlich-namentliche Vorstellung, dann reingespiekert in Album 7: "Here And Now" von Nickelback, die da wären: Chad Kroeger (Gesang, Gitarre), Mike Kroeger (Bass), Ryan Peake (Gitarre) und Daniel Adair (Schlagzeug).


"Wir sind zu dumm, um aufzuhören"

Nickelback [Quelle: Warner Music, Foto: Travis Shinn]

Das Album: soll eine kurzfristige Flucht aus der Wirklichkeit nach einem politisch und wirtschaftlich turbulenten Jahr wie 2011 bieten. Soll eine Reise sein durch die unterschiedlichsten Genres und uns mit Leidenschaft und Energie versorgen und berühren. Aufgenommen im malerisch anmutenden nahe Vancouver gelegenen "Mountain View Studio" Chad Kroegers. Bestehend aus elf Tracks. Und dass Nickelback nach dem letzten Werk zwei Jahre lang auf Welttournee waren und nun direkt nachlegen (Ryan Peake im Interview mit "teleschau", zu finden auf monstersandcritics.de: "(...) Wir sind zu dumm, um aufzuhören. (lacht) Immer wieder nehmen wir uns vor, längere Pausen einzulegen. Jetzt hatten wir vier Monate frei – und es war langweilig!"), zeugt schon einmal vom nötigen Zisch, der sich gerne auf den nun vorliegenden Output übertragen darf.


Die Platte im Detail

"This Means War": Thank god, sie können's!


"Bottoms Up": Was auch immer Chad & Band so in Fahrt gebracht hat, die Kraft möge weiterhin mit ihnen sein! Wohltat!


"When We Stand Together": Hat schon als Single gefreut. Leichtes, wippendes Stückchen, das nicht klingt, wie andere leichte, wippende Stückchen. Will heißen: Bester Vorbote, schön eingängig und gefällig mit eigener Note.


"Midnight Queen": Klingt wie ein typischer Abend voller Spaß und Rock'n'Roll und Bud in einer Musikkneipe irgendwo in Detroit. Ein bisschen nach Pferdesatteln auch, aber das meint in diesem Zusammenhang nur Gutes!


"Gotta Get Me Some": Bäm. Riffs peitschen einem gleich zu Beginn die vergessene Nudel vom Mittagessen vom Kinn. Schön straight und edgy. Verzeihung, böse Anglizismen: eckig.


"Lullaby": Nun ja, was Ruhigeres ist auch mal schön, das hier allerdings muss ob der fehlenden melodiösen Highlights leider unter "ferner liefen" angesiedelt werden


"Kiss It Goodbye“: Marschmusik! Kleiner, minikleiner Einschlag Killing Joke. Freudig abgenickt.


"Trying Not To Love You": zweite ruhigere Nummer, besser gelungen, aber auch kein Raketenleuchten. Ein Stückchen weiter, und ich muss erneut Reamonn erwähnen.


"Holding on to Heaven": Nun driften wir leider wieder ab in Belanglosgefilde der letzten Jahre. Lalalulu. Versteht mich nicht falsch, es muss nicht immer knallen und krachen, aber wenn der Bauch nicht reagiert, reagiert der Bauch nicht.


"Everything I wanna do": Trend wieder aufwärts. Typische Nickelback-Yeeha-Taktung, wieder etwas mehr Biss. Vielleicht gehen wir gleich erneut in die Kneipe in Detroit.


"Don't Ever Let It End": Doch. Let it end. Und zwar genau vor diesem Song.


Album insgesamt? Zisch? Zisch! Nickelback sind wieder aufgewacht, haben Gott sei Dank nur auf verdaubare, leichte Art Genremixing betrieben, denn alles andere hätte ihnen nicht gut gestanden. Angespanntheit ist Freude gewichen. Danke dafür!


"Here And Now" von Nickelback | 18. November 2011

 

Video-Clip: "When We Stand Together"

(Quelle: tape.tv)
 





 


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