CD-Tipp
Tom Lüneburger: Balsam für die Seele!
Einige von euch durften Tom Lüneburger schon live auf der Bühne erleben: Er war am 3. Dezember bei der Bremen-Vier-Geburtstagsparty im Pier 2 dabei und hat zusammen mit Stefanie Kloß von Silbermond "We Are One" performt. Lüneburger kann aber noch viel mehr als melancholische Duetts – das beweist er auf seinem zweiten Solo-Werk "Lights", das uns Musikexpertin Christine Heuck vorstellt:
Er hat 'ne Hornbrille. Damit sieht er ein bisschen aus wie Luke Skywalker mit Hornbrille. Oder Woody Allen. Das aber wiederum nur wegen der Hornbrille. Falls er sie mal nicht mehr tragen sollte, könnte man Tom Lüneburger aber ja immerhin auch noch an seiner Stimme und den Songs erkennen. Puh, haben wir da nicht Glück gehabt?!
Immer on the road!
Stefanie Kloß und Tom Lüneburger im Pier 2
Der sanfte Bursche, der zusammen mit Stefanie Kloß von Silbermond "We Are One" ins Mikro flötete, ist aber noch viel mehr als das: Er ist der Sänger von Myballoon aus Berlin gewesen, der Sänger der Band, in die sich Silbermond schon damals verliebten, so dass es ja auch keine Frage war, dass man keine Schmerzen haben würde, Steffi mal an ihn auszuleihen. Er ist in diesem Kontext auch einer, der nicht nur sanft, sondern auch mal härter kann, schließlich waren Myballoon als Rockband angesiedelt. Und Tom ist auch der, der nun schon sein zweites Soloalbum vorlegt. Mit dem ersten – es heißt "Good Intentions" – war der Mann fast eineinhalb Jahre on the road durch Deutschland und Europa – London, Paris und Kopenhagen. Klingt fast so, als wäre er ein Model. Man könnte ihm das in der Kategorie "Typen" auch zutrauen, allerdings hielt er sich dann doch lieber an Mikroständer und Gitarre statt an Kamera und Weißabgleich. Und an seine Fans, die mehr und mehr wurden, je mehr er unterwegs war.
Somit ohne Umschweife zum Punkt der Geschichte: Genau diese unzählbaren Kilometer, Straßen, Schritte, Nächte woanders, nur nicht zu Hause, haben zu diesem neuen, seinem zweiten Solo-Output, beigetragen. War ja auf Reisen einen Menge Zeit zum Nachdenken über das, was war, das was ist und das, was sein würde, gefürchtet oder herbeigesehnt. Eine gewisse Melancholie lässt sich da nicht in die Ecke verbannen bei solch sensiblem Sinnieren und nimmt auch Teile der Songs in Beschlag, allerdings ohne all zu sehr zu beschweren.
Ein Synonym für Hoffnung und Zuversicht
"Lights" ist ein feines Werk, im wahrsten Sinne: fein arrangiert, fein instrumentalisiert, fein getextet, stellenweise fein vom Country angehaucht, und alles andere legen wir einfach mal unter den Mantel des Singer/Songwritergenres. "Lights ist für Tom selbst "ein Synonym für Hoffnung, Zuversicht und den Glauben (…) an sich selbst, das Leben, an Freundschaft und die Musik. Die Songs dieses Albums sind wie Leuchtfeuer für mich. Manchmal geblendet und verunsichert, führen sie am Ende doch immer wieder an den gefährlichen Klippen vorbei."
Wer Tom Lüneburger live im Norden erleben möchte – am 21. Januar spielt er in der Kulturdiele in Hemmor, am 22. Januar im Logo in Hamburg und am 21. Januar im Sing Sing in Hannover.
"We Are One" von Tom Lüneburger und Stefanie Kloß
"Lights" von Tom Lüneburger | 20. Januar 2012


![Tom Lüneburger [Quelle: Rough Trade, Foto: Martin Becker] Tom Lüneburger [Quelle: Rough Trade, Foto: Martin Becker]](/bremenvier/musik/cd-der-woche/lueneburger102_v-viertopteaser.jpg)