CD-Tipp
Kraftvoll-kehlig: Das neue Album von Volbeat
Dunkle Geschichten aus dem vorletzten Jahrhundert erzählen die Songs des neuen Albums "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies" von Volbeat. Lob bekommen die Dänen dafür sogar von James Hetfield und Lars Ulrich höchstpersönlich. Unsere Musik-Expertin Christine Heuck hat für euch in das fünfte Album der Band reingehört.
Sie stammen aus den weiten Steppen Skandinaviens. Konkreter noch sind sie gar mit dem Hochadel verwurzelt, denn Kopenhagen ist ihre Heimatstadt, Sitz der Regierung und der dänischen Königin, die dies Amt schon standfeste und anmutige 41 Jahre innehat. Volbeat vereinen grundsätzlich alles Gesagte in sich: einen festen Stand, Grazie und das Wissen, wo die Homebase ist, aber auch den Geruch von Weite, von der Freiheit, losgaloppieren zu können (das tun sie hier übrigens im Opener mit einem kleinen Sombrero auf dem Kopp).
Gefühlvolle Melodien und fette Bässe
CD-Cover
Sie vereinen gekonnt Metal mit Punk, Blues und Country, sie begeistern die strammsten Haarschüttler, zugleich auch den, der einen bunten, kitschigen Elvisthron auf seiner Anrichte beherbergt. Vielleicht sogar aus Plastik und mit Honolulukette bestückt. Aloha hey! Ebenfalls Markenzeichen der Band: die ungemein kraftvoll-kehlige Stimme Michael Poulsens. Samtig-pudrig mit Kanten. Manchmal erinnert sie an die von Keith Caputo (Life of Agony), der sich erst vor knapp zwei Jahren zu seiner weiblichen Seite bekannte und seitdem als transsexuelle Mina durchs MusikerInnenleben schreitet. Das aber ist eine andere Geschichte. Poulsens Stimme ist gegensätzlich zu Caputos nicht auf der melancholisch-depressiven Seite unterwegs, sondern auf der forschen, positiv-sehnsuchtsvollen. Wird direkt, aber ohne Gift herausgeschossen wie zielsichere, indianische Pfeile auf dem Weg ins Fleisch des Büffels am saftigen Ufer. Wir sind die Büffel und möchten beim Hören des neuesten Outputs vor Freude und wärmender Ekstase direkt hineinspringen ins Wasser, in den gemütlich-wohligen Lake Volbeat. Hier werden wir angetrieben, mit den fettesten Bässen erfüllt, ebenso in gefühlsvollen Melodien gebadet und immerzu im Rhythmus gehalten.
Unterstützung von Metallica
Ach, Volbeat. Vielen Dank für dieses fünfte Album. Ach, Metallica, tausend Küsse fürs Näherbringen dieser furios-guten Vier. Die waren nämlich so frei und engagierten sie als Support für mehrere Shows in den Jahren 2007 bis 2010. Für ihre ausufernde World Magnetic Tour, sowohl für den amerikanischen als auch den europäischen Teil. Inmitten der ganz Großen der Szene waren Volbeat dann auch, welche Ehre, beim "Big Four"-Konzert der Superlative (Metallica, Megadeth, Slayer & Anthrax) in der Schweiz. Im Rahmen des Sonisphere Festivals. Damit haben Hetfield und Co. sicherlich ihren Anteil daran, dass Volbeat verdientermaßen endlich mehr ins Licht rückten. Wo sie auch gerne huldvoll Platz nahmen. Immer auf die Eins der heimatlichen Charts mit ihren letzten drei Alben, und der internationale Durchbruch, der wurde mit "Beyond Hell/ Above Heaven" aus 2010, dem Vorgänger zum neuen Werk, durchgeklopft. Deutschland gab dafür Platz drei der Albumcharts. Es dürfte dieses Mal wohl die Krone sein.
Anspieltipps von Christine Heuck
"Dead But Rising"
"Cape Of Our Hero"
"The Hangman’s Body Count"
"Lola Montez"
"Lonesome Rider" feat. Walk Off The Earth’s Sarah Blackwood
"Our Loved Ones"
Video-Clip: "Cape Of Our Hero"
"Outlaw Gentlemen & Shady Ladies" von Volbeat | 9. April 2013


![Volbeat [Quelle: Universal Music, Foto: Erik Weiss] Volbeat [Quelle: Universal Music, Foto: Erik Weiss]](/bremenvier/musik/videos/volbeat100_v-viertopteaser.jpg)