Dienstag, 27. September 2016

Mehr Von Brücken
Von Brücken im Bremen-Vier-Interview mit Malte Döbert [Quelle: Bremen Vier, Foto: Bremen Vier] Lupe

Männer mit verschränkten Armen und Wollpullis: Nicholas Müller, Tobias Schmitz, Malte Döbert

Von Brücken zu Gast im Studio

"Die Menschen auf dem Mars sind phantastisch."

2013 hat uns Nicholas Müller das letzte Mal im Bremen-Vier-Studio besucht, damals noch als Sänger der Band Jupiter Jones. Die Band hat er danach verlassen, ein Burnout und eine Angststörung machten ihm zu schaffen. Inzwischen hat er sich neu aufgestellt, mit seinem Bandprojekt "Von Brücken" zusammen mit Tobias Schmitz und einem neuen Album "Weit weg von Fertig". Im Bremen-Vier-Interview mit Malte Döbert sagt er nun, "mir geht’s hervorragend, besten Dank!"


 

Malte: Schön zu hören! Auch schön zu sehen, dass du wieder Musik machst. Jetzt in einer neuen Konstellation, mit Tobias. Ihr beide kennt euch aber schon 'ne Weile, oder?


Tobias: Ja, wir kennen uns schon über zehn Jahre mittlerweile und haben auch viel Zeit bei Jupiter Jones zusammen verbracht, wo ich in den letzten Jahren der Live-Keyboarder war.


Und jetzt auf einmal im Vordergrund. Wie fühlt sich das an?


Tobias: Es ist nicht so, dass ich nach dieser Aufmerksamkeit gegeiert hätte, aber es ist schön sagen zu können, dass dieses Album auch Teil von mir ist. Es ist toll, etwas zu haben, bei dem man sagen kann: Da stehe ich voll hinter - nicht mehr nur für andere Künstler als Musiker unterwegs zu sein, sondern für uns.


 

Im Bremen-Vier-Studio performen Nicholas Müller und Tobias Schmitz den ersten Song, den die beiden als "Von Brücken" geschrieben und aufgenommen haben, "Gold gegen Blei".


 

Ihr habt ja einfach mal so einen Song aufgenommen. Passiert bestimmt öfter, aber dann eine Band zu gründen, das ist doch noch mal ein anderer Schritt…


Nicholas: Das lag an "Gold gegen Blei", das war unser erster Song, und es hat sich dermaßen richtig angefühlt. Wir haben uns getroffen, wollten ein bisschen Musik machen und wussten, dass wir die Möglichkeit hatten, aufzunehmen. Dann habe ich das eingesungen und hatte Pippi in den Augen, weil das so richtig war. Tobi ist ein phantastischer Komponist und hat das in einer eigenen Band noch nie unter Beweis gestellt. Deswegen hatte er Bock, und ich war an 'nem Punkt, an dem ich gesagt habe: Okay, es wird Zeit. Es hat sich alles einfach so gefügt, da wäre es doof gewesen, nein zu sagen.


Das Album "Weit weg von Fertig" habt ihr auf dem "Mars" aufgenommen, also auf Thomas Ds Grundstück. Ist Bauernhof dafür das richtige Wort?


Tobias: Es war auf jeden Fall mal ein Bauernhof, in den letzten Jahren haben da auch viele Tiere gelebt. Thomas ist ein tierlieber Mensch. Mittlerweile reduziert sich das auf Katzen und Hunde, aber es hat allein durch diese Lage im Eifeldorf viel von Bauernhof.


Wie ist es, dort Musik zu machen?


Von Brücken [Quelle: Four Music / Sony]

Die neue Tour heißt "Fertig von weit weg".

Nicholas: Es ist so ein bisschen das Ende der Welt. Der nächste Bäcker ist eine halbe Stunde entfernt. Das Internet schaltet gegen Abend auf Faxgeschwindigkeit runter, weil alle im Dorf zu Hause sind und gleichzeitig im Netz hängen. Ich würde es eine reizarme Umgebung nennen (lacht), aber die Menschen auf dem Mars sind phantastisch: Thomas und seine Familie, unser Produzent Bert, der Schwager vom Thomas, der auch in unserer Liveband spielt, die sind alle so toll, dass man da eigentlich nicht anders kann, als kreativ zu sein. Das ist der kreativste Ort, den ich je betreten habe.


Ende Oktober ist das Album erschienen. Ich habe schon viele begeisterte Kommentare gelesen, zum Beispiel auf Twitter: "Das ist so gut, ich komm‘ überhaupt nicht klar."


Tobias: Das fühlt sich schon toll an. Vor allem weil es nicht so klar war, dass die Leute so euphorisch reagieren würden. Wir machen das in erster Linie für uns, im Kleinen. Aber es ist auch toll zu sehen, dass es so viele Leute auch mitnimmt.


Haben sich die Ex-Kollegen von Jupiter Jones mal zur Musik gemeldet?


Nicholas: Die haben sich gemeldet, als wir das Projekt bekanntgegeben haben und haben uns viel Glück gewünscht. Jetzt zur aktuellen Platten noch nicht, aber die haben ja auch selbst genug zu tun. Die Band hat gerade selbst eine Platte aufgenommen und tingelt durch die Weltgeschichte.


Das mit dem Tingeln macht ihr ja auch, nächstes Jahr. Ich habe aber noch keinen Termin im Bremen-Vier-Land gefunden…


Nicholas: Ja, was machen wir denn da? Wenn wir jetzt sagen, wir spielen aber in Hamburg, dann gibt’s Ärger, oder?


Von Brücken live | Hamburg, 10. Februar 2016, Mojo Club, Hannover, 24. Februar 2016, Musikzentrum


 


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