Zebra Vier forscht
Das Olbers Planetarium
In der Bremer Innenstadt gibt es seit 60 Jahren das Olbers Planetarium. Von dort kann man mit riesigen Teleskopen in den Himmel schauen und sich die Sterne angucken. Wir von Zebra Vier haben den Leiter des Planetariums, Andreas Vogel, ins Studio eingeladen. Er erzählt uns, wie wichtig die Deutung der Sterne für die Schifffahrt ist und warum die Menschen vor über 15.000 Jahren bereits die Sterne zu deuten wussten.
Dass es dieses Planetarium ausgerechnet hier in Bremen gibt, ist reiner Zufall. Bremen ist eine alte Hansestadt. Von Bremen aus sind bereits seit vielen hundert Jahren Schiffe in See gestochen, um die Weltmeere zu bereisen. Und wie ihr vielleicht wisst, braucht man für die Orientierung auf See den Sternenhimmel. In Bremen gibt es eine Schule, an der man lernen kann, sich auf dem Wasser zurecht zu finden. Das ist die Hochschule für Nautik. Nautik heißt soviel wie "alles rund ums Wasser". Früher hieß diese Schule übrigens mal Seefahrtschule.
Die Sterne bestimmen die Jahreszeit
Planetarien gibt es überall auf der Welt. Seit knapp hundert Jahren, in den 1920er Jahren, hatte man die Idee, die ersten Planetarien zu bauen. Allerdings gab es auch schon vorher Menschen, die den Sternenhimmel auf große Kugeln aufgemalt haben, um anderen die Sternbilder erklären zu können. Da wir nicht immer die Sterne sehen können, weil manchmal ebenn zu viele Wolken am Himmel sind, war dies eine gute Möglichkeit, den Seefahrern die Sternbilder zu erklären.
Allerdings brauchten die Menschen schon viel, viel früher den Sternenhimmel. Als unsere Vorfahren vor 15.000 bis 20.000 Jahren anfingen sesshaft zu werden, brauchten sie einen Kalender. Dadurch, dass die Menschen an einem Ort geblieben sind, haben sie auch angefangen, Obst und Gemüse anzubauen. Sie mussten natürlich wissen, wann es Zeit für die Aussaat und wann der richtige Zeitpunkt für die Ernte war. Das haben ihnen die Sterne gesagt. Anhand der Sterne und des Mondes konnte man ganz genau sagen, wann der richtige Moment dafür war. Die Menschen, die diese Kalender erstellen konnten, waren zu dieser Zeit sehr wichtige und angesehene Leute.
Wer war Herr Olbers?
Heinrich Wilhelm Olbers (Lithografie von Rudolph Suhrlandt, um 1840)
Heinrich Wilhelm Olbers war ein bekannter Arzt in Bremen. Und sein großes Hobby waren die Sterne. Jeden Abend hat er in den Himmel geschaut. Dabei hat er ein paar sehr interessante Entdeckungen gemacht. Gemeinsam mit den Astronomen Johann Schröter und Franz Xaver von Zach, die beide auch aus der Nähe von Bremen kamen, hat er die "Himmelspolizei" gegründet. Bei seinen Forschungen hat er die Kleinplaneten Pallas und Vesta entdeckt. Außerdem hat Heinrich Olbers auch noch eine Methode entwickelt, um Kometenbahnen zu berechnen. Er brauchte nur drei Beobachtungen, um die genaue Laufbahn bestimmen zu können. Das war damals eine Sensation. Und seine Methode kann heute noch angewendet werden.
Das Olberssche Paradoxon
Wenn die Sonne untergeht, wird es dunkel. Aber habt ihr euch schon einmal die Frage gestellt, warum es dunkel wird, wo doch so viele Sterne am Himmel stehen? Da müsste es doch eigentlich taghell sein. Das ist ein Widerspruch, sowas nennt man - mit einem Fachbegriff - auch Paradoxon. Und da sich Heinrich Olbers diese Frage gestellt hat, heißt das ganze auch Olberssches Paradoxon. Olbers hat gerechnet und geschaut, und geschaut und gerechnet und festgestellt, dass der Nachthimmel eigentlich taghell sein müsste. Da er aber dunkel ist, ist das ein Widerspruch. Heute wissen wir, dass es nicht unendlich viele Sterne am Himmel gibt, sondern dass die Zahl der Sterne begrenzt ist.








![Blick in den Sternenhimmel [Quelle: Nasa] Blick in den Sternenhimmel [Quelle: Nasa]](/kultur/sternenhimmel100_v-viertopteaser.jpg)