Soziale Netzwerke
Sicher unterwegs in sozialen Netzwerken!
Mehr als 600 Millionen Menschen sind inzwischen bei dem sozialen Netzwerk "Facebook" registriert – und darunter wird auch der eine oder andere Bremen-Vier-Hörer sein. Deshalb haben sich unsere Onliner ein bisschen ausführlicher mit Facebook beschäftigt und die wichtigsten Datenschutz-Tipps am Beispiel Facebook für euch zusammengetragen. Grundsätzlich lassen sich diese Tipps natürlich auch auf alle anderen Netzwerke übertragen.
Soziale Netzwerke im Web machen Spaß und können sehr nützlich sein: Man hält den Kontakt zu Freunden in der Ferne und bekommt interessante Artikel, Fotos oder Video-Clips im Netz empfohlen (und verplempert jede Menge Zeit). Aber: Wer nicht aufpasst, gibt unter Umständen zuviel von sich preis. Deshalb sollte man die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook nicht nur bei der Registrierung, sondern in regelmäßigen Abständen immer wieder genau checken.
Neu: Gesichtserkennung ausschalten
Anfang Juni 2011 hat Facebook die schon seit längerem angekündigte "Gesichtserkennung" aktiviert. Facebook versucht jetzt, auf hochgeladenen Fotos Gesichter zu erkennen und diese euren Freunden zuzuordnen. Damit können User Freunde schneller auf den hochgeladenen Fotos markieren. Wer nicht ungefragt von Facebook bei der automatischen Gesichtserkennung vorgeschlagen werden möchte, muss diese Funktion in seinem Account deaktiveren. Dazu geht ihr in eure Privatsphäre-Einstellungen und klickt dort auf "Inhalte auf Facebook teilen" > "Benutzerdefinierte Einstellungen". Dort im zweiten Absatz unter "Dinge, die andere Personen teilen" bei "Freunden Fotos von mir vorschlagen" die Einstellungen auf "Gesperrt" setzen.
Standard: Nur für Freunde sichtbar sein
Bei Facebook ist es die "Pinnwand", auf der eure Einträge und Statusmeldungen erscheinen. Die solltet ihr "Nur für Freunde" sichtbar machen, damit nicht gleich die ganze Welt mitbekommt, was ihr gerade macht oder wo ihr euch aufhaltet. Das gilt auch für eure allgemeinen Profil-Daten. Zunächst solltet ihr euch überlegen, welche persönlichen Angaben ihr bei Facebook wirklich machen wollt. Die veränderte Ansicht im "Neuen Profil" verleitet schnell dazu, sehr detailliert über sich Auskunft zu haben. Aber wollt ihr wirklich euren kompletten Lebenslauf dort eintragen? Und muss wirklich jeder wissen, welche religiösen Ansichten ihr habt oder dass die eigene Beziehung gerade "kompliziert" ist? Egal, was ihr dort eintragt, ihr solltet diese Angaben auf jeden Fall "nur für Freunde" sichtbar machen. (Privatsphäre-Einstellungen | Benutzerdefinierte Einstellungen)
Freundeslisten erstellen
Sobald man in einem sozialen Netzwerk registriert ist, trudeln sie auch schon ein, die zahlreichen Freundschaftsanfragen. Am besten überlegt ihr euch vorher, nach welcher Taktik ihr Freunde bestätigt oder lieber ignoriert. Im zweiten Schritt könnt ihr eure Facebook-Freunde auch in verschiedene Gruppen, zum Beispiel "Kollegen" und "Clique" unterteilen und diesen verschiedene Zugriffsrechte erteilen. Das macht zwar im Vorfeld ein bisschen Arbeit, lohnt sich aber. Ihr könnt dann bei jedem Pinnwand-Eintrag entscheiden, für wen dieser sichtbar ist.
Manchmal tut man besser daran, Freundschaftsanfragen zu ignorieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Absender das mitbekommt, ist relativ gering. Und selbst wenn: Es ist eure private Entscheidung. Im echten Leben verabredet ihr euch doch (hoffentlich) auch nicht mit Leuten, die ihr nicht mögt.
Spam bei Facebook
Leider wird man auch bei Facebook inzwischen regelmäßig mit Spam belästigt. Und damit meinen wir nicht die nervigen Wahrheitsspiele und Glücksnüsse, von denen manche User einfach nicht die Finger lassen können. Die Rede ist von reellen Spam-Einträgen, die sich nach dem Schneeballprinzip weiterverbreiten. Man klickt auf einen Link, der von einem Freund gepostet wurde und installiert sich damit gleich eine blöde Werbe-Applikation. Ohne Zustimmung wird gleichzeitig ein eigener Pinnwandeintrag generiert und so verbreitet sich der Mist weiter. Da gilt: Den Eintrag so schnell wie möglich von der eigenen Pinnwand entfernen und dann unbedingt nachschauen, ob sich die Spam-Applikation auch in euren Einstellungen eingenistet hat. Dafür geht ihr in eure Privatsphäre-Einstellungen und klickt dort auf "Anwendungen und Webseiten". Dort solltet ihr eine Liste der Anwendungen finden, die Zugriff auf euer Profil haben. Dort entfernt ihr die entsprechende Anwendung.
Ihr solltet euch ohnehin überlegen, welchen Anwendungen ihr Zugriff auf euer persönlichen Daten gebt. Die könnten diese nämlich unter Umständen sogar ohne euer Einverständnis weitergeben.
Personalisierte Werbebanner ausschalten
Facebook verwendet Werbeanzeigen, die mit den User-Profilen verknüpft sind. Auch das könnt ihr deaktivieren: Dafür geht ihr auf eure "Kontoeinstellungen" und dann oben auf den Reiter "Facebook-Werbeanzeigen". Dort setzt ihr das Drop-Down-Menü zweimal (! einmal oben, einmal unten) auf "Niemand" – natürlich vorausgesetzt, ihr wollt nicht, dass eure Informationen anderen Personen gezeigt werden.
Abschalten: Umgehende Personalisierung
Wenn ihr verhindern wollt, dass so genannte Partner-Sites von Facebook Zugriff auf eure Facebook-Daten erhalten, müsst ihr das entsprechend in euren Privatsphäre-Einstellungen ändern. Dort klickt ihr unten auf "Anwendungen und Webseiten" und dann auf "Umgehende Personalisierung". Auf dieser Seite seht ihr ganz unten ein Kästchen, in dem ein Haken gesetzt ist. Diesen entfernt ihr und speichert das Ganze. Falls dieser Bereich noch ausgegraut ist, wurde das Feature bei euch noch nicht aktiviert, das heißt, ihr solltet es später nochmal versuchen.
Öffentliche Suche
Einfach mal ausprobieren: Gebt euren Namen in eine Suchmaschine ein und guckt euch das Ergebnis mal genauer an. Facebook erlaubt sich nämlich, eine Vorschau auf euer Profil anzuzeigen. Wer das nicht möchte, nimmt einfach den Haken bei "Öffentliche Suche" in den Privatsphäre-Einstellungen raus. Es kann allerdings eine Weile dauern, bis ihr dann tatsächlich nicht mehr in den Suchmaschinen auftaucht.
Finger weg vom Telefonbuch-Abgleich!
Facebook bietet euch an, euer Adressbuch mit euren Freunden bei Facebook abzugleichen. Damit gebt ihr aber gleichzeitig auch die Daten eurer Freunde weiter – das solltet ihr also niemals tun! Damit werden sogar Daten von Nutzern gespeichert, die noch nicht mal bei Facebook registriert sind. Auf keinen Fall solltet ihr einen Telefonbuch-Abgleich über die Facebook-App durchführen. Damit gebt ihr Nummern direkt an Facebook weiter. Um die Synchronisierung auszuschalten geht ihr in der Facebook-App auf "Freunde" und dann oben rechts " auf "Synchronisieren". Dort die Schalter entsprechend auf 0 setzen.
Facebook Places
Mit dem Smartphone hat man über "Facebook Places" die Möglichkeit, seinen aktuellen Standort auf der Pinnwand anzeigen zu lassen. "XY hat gerade bei seinem Lieblingsitaliener eingecheckt", steht dann da. Aber wollt ihr wirklich, dass alle Welt sieht, wo ihr euch grade rumtreibt? Wenn nicht, solltet ihr das in euren Privatsphäre-Einstellungen deaktivieren. Es gibt dort eine weitere Places-Funktion, mit der man sich anzeigen lassen kann, welche Facebook-User sich in der Umgebung aufhalten. Wer dort nicht auftauchen möchte, muss hier einen weiteren Haken entfernen.
Nutzer blockieren / melden
Wenn ihr euch von Nutzern belästigt fühlt, könnt ihr diese für euren Account blocken (Privatsphäre-Einstellungen | Blockierlisten) oder ihn im schlimmsten Fall sogar melden. Und wenn alles nichts hilft und ihr nichts mehr mit dem ganzen Quatsch am Hut haben wollt, könnt ihr euren Account sogar komplett löschen.
Grundsätzliches zum Schluss
Es ist sehr wichtig, dass ihr eure Privatsphäre-Einstellungen immer mal wieder überprüft. Facebook schraubt gerne an den Einstellungen rum und als normaler User bekommt man Änderungen nicht gleich mit. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass Facebook ein Unternehmen ist, das Geld verdienen will, und das Kapital von Facebook sind eure Daten – und die gilt es zu schützen!


![Das Logo von Facebook und eine Lupe darüber [Quelle: Montage Radio Bremen] Das Logo von Facebook und eine Lupe darüber [Quelle: Montage Radio Bremen]](/bremenvier/netsurfer436_v-viertopteaser.jpg)