Mittwoch, 23. Mai 2012
Annika Nagel und Andrea Karch vom "Zeitschrift der Straße"-Team [Quelle: Radio Bremen, Foto: Chrissie Loock] Lupe

Annika Nagel arbeitet als Fotoredakteurin, Andrea Karch als Autorin und Gestalterin für die ZdS

Auf der Straße

Kreativ und außergewöhnlich: die "Zeitschrift der Straße"

Seit einem Jahr wird in Bremen und Bremerhaven die "Zeitschrift der Straße" verkauft, die "erste Bremer Straßenzeitung", wie es im Editorial der ersten Ausgabe hieß. Das Besondere an dieser Zeitschrift: Sie widmet sich in jeder Ausgabe einer Straße oder einem bestimmten Ort in Bremen oder Bremerhaven und wird gemeinsam von Studenten, Wohnungslosen, Sozialarbeitern, Hochschullehrern und Journalisten produziert und verkauft.


Alle acht Wochen erscheint eine neue Ausgabe, ein Exemplar kostet zwei Euro: davon geht ein Euro direkt in die Produktionskasse und ein Euro bleibt beim Verkäufer. Designt wird die "Zeitschrift der Straße" von Studenten der Hochschule für Künste in Bremen – und die machen das so gut, das das Magazin erst vor kurzem in London mit einem "Certificate of Excellence" in der Kategorie Newspapers, Magazines ausgezeichnet wurde.


Ungewöhnliches Format, spannende Reportagen

Mehrere Ausgaben der "Zeitschrift der Straße" [Quelle: Radio Bremen, Foto: Chrissie Loock]

Tatsächlich hebt sich die "Zeitschrift der Straße" von anderen Straßenzeitungen ab, schon allein das Format ist außer der Norm. Sie ist lang und schmal, der obere Seitenabschnitt lässt sich abtrennen, dort findet man zu jedem Artikel eine spezielle Beobachtung. Die erste Ausgabe im Februar widmete sich dem Sielwall in Bremen, es folgten unter anderem Ausgaben zur Bahnhofsvorstadt in Bremen, zur Kneipenmeile der Bürgermeister-Smidt-Straße in Bremerhaven und zum Werdersee. Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Breitenweg in Bremen: "Der Traum von der modernen Großstadt schlug sich hier seine Schneise. Heute herrscht Waffenverbot. Alles tot? Wir brettern einmal rüber."


Ein Blick in eine Ausgabe der "Zeitschrift der Straße" [Quelle: Radio Bremen, Foto: Chrissie Loock]

Ein Blick in die "Zeitschrift der Straße"

Neben vielen spannenden Reportagen und Interviews findet man in der "Zeitschrift der Straße" auch tolle Fotostrecken – sogar Märchen und Gedichte haben hier ihr Plätzchen. Wer in Bremen oder Bremerhaven lebt, wird seine Stadt oder sogar den eigenen Stadtteil definitiv ein bisschen besser kennenlernen. Zertifikat: Klug gemacht und liebevoll gestaltet!


Gibt's beim "Straßenverkäufer Ihres Vertrauens"

Zu kaufen gibt's die "Zeitschrift der Straße" ausschließlich auf der Straße, haltet einfach mal die Augen auf. Oft haben die Straßenverkäufer auch noch ältere Ausgaben dabei, einfach mal nachfragen. Wer nicht in Bremen lebt, kann sich das Magazin sogar als Abo nach Hause liefern lassen. Die "Zeitschrift der Straße" hat nämlich durchaus Sammel-Potential :-)






 


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