10. August 2011, 19:30 Uhr | BR-alpha
An der Nordseeküste
Der südwestliche Zipfel der Nordsee beginnt am Ende des Ärmelkanals, an der engsten Stelle zwischen den Küsten Frankreichs und Englands, wo sie nur 34 Kilometer auseinander liegen. An diesem geografischen Schnittpunkt pendeln täglich die Fähren zwischen Dover und Calais und kreuzen dabei den Schifffahrtsverkehr.
Jederzeit kann es in diesem Gebiet zu einer Katastrophe kommen. Denn es gilt als eines der gefährlichsten Nadelöhre des weltweiten Seeverkehrs. Täglich fahren hier 500 Schiffe durch, darunter Passagierschiffe, Erdöltanker, Kriegsschiffe und mit gefährlichen Chemikalien beladene Containerschiffe. Dazu kommen noch unzählige Fischerboote und Freizeitsegler.
Der Seenotrettungsschlepper Anglian Monarch unter französisch-britischem Befehl sorgt im Ernstfall dafür, dass havarierte Schiffe schnell von den Seefahrtstraßen geschleppt werden.
Für den französischen Kapitän Benjamin Daniel und seine Crew von der Fähre Seafrance kommt daher nie Routine auf. Sie sind verantwortlich für bis zu 1.900 Passagiere an Bord. Ständig beobachten sie den Verkehr, denn manche Schiffe halten sich nicht an die Seefahrtsregeln. Besonders gefährlich sind auch große Containerschiffe, aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit von bis zu 25 Knoten. Löst das Radar einen Kollisionsalarm aus, reagieren Kapitän Daniel und seine Offiziere sofort, um frühzeitig die Situation zu entschärfen.
Die größte Katastrophe für den zum Departement Pas-de-Calais gehörenden Küstenstreifen wäre ein Erdöltankerunglück. Die Sandstrände, Dünen und Kliffs der so genannten Opalküste ziehen jedes Jahr eine Million Besucher an und werden von Rangern der staatlichen Umweltorganisation Eden 62 instand gehalten und bewacht. Weite Teile der einzigartigen, unter Naturschutz stehenden Landschaft und die dort lebende Tierwelt wären bedroht.
Der Direktor der Seeüberwachungszentrale Pascal Savouret gibt einen Einsatzbefehl.
Damit eine Katastrophe möglichst nie eintritt, wird der Schiffsverkehr auf der französischen Seite von der Seeüberwachungsstation CROSS kontrolliert. Sie liegt genau an jener Stelle an der geografisch der Ärmelkanal endet – und die Nordsee beginnt. 52 Angehörige der französischen Marine und Küstenwache arbeiten an den Radarschirmen in wechselnden Schichten. Schiffe, die entlang der französischen Küste fahren, müssen ihnen Auskunft über ihre Ladung, die Gefahrenklasse, Anzahl der Besatzungsmitglieder und ihren Bestimmungshafen geben. Wenn die CROSS-Mitarbeiter eine mögliche Gefahr bemerken, können sie die Kapitäne der betroffenen Schiffe jedoch nur darüber informieren. Anweisungen erteilen dürfen sie – im Gegensatz zur deutschen Küstenwache – nicht. Für den Direktor der Seeüberwachungsstation Pascal Savouret steht außer Frage, dass der nächste Unfall passiert, offen ist nur, wann er sich ereignet.
Ein Film von Alix François Meier.
Info: Produktionen
![TV-Kamera im RBTV-Studio [Quelle: Radio Bremen, Fotograf: Sebastian Ruholl] TV-Kamera im RBTV-Studio [Quelle: Radio Bremen, Fotograf: Sebastian Ruholl]](/fernsehen/produktionen/kamera104_v-mediateaser.jpg)
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