13. Februar 2013, 0:00 Uhr | RB TV und NDR/RB
Dokumentarfilm
Jahrzehntelang waren Kreuzfahrten verrufen als beschaulicher Urlaub für vermögende, in Ehren ergraute Senioren. Seit einigen Jahren aber boomt der Kreuzfahrtsektor, allein 2010 gingen weltweit acht neue Schiffe auf Jungfernfahrt. Ob Arktis oder Bahamas, ob Schokoladen-Kreuzfahrt im Mittelmeer oder Bibel-Kreuzfahrten auf der Donau: In dieser Branche gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Doch mittlerweile lassen sich die ersten Verkehrsstaus auf den Wasserstraßen dieser Welt ausmachen – wer frühmorgens auf einem Kreuzfahrtschiff in die Lagune von Venedig einläuft, muss sich in eine Perlenkette aus Schiffen einreihen, die den Blick auf den Markusplatz verstellen und von denen die meisten höher sind als der Dogenpalast.
Kreuzfahrtschiff in Venedig
Der Dokumentarfilm "Moderne Kreuzfahrer" erzählt von der Eroberung der Weltmeere durch uns Touristen – und beobachtet die Gäste und die Mannschaften, die Landschaften und die Freizeitangebote auf vier ganz unterschiedlichen Schiffen, die in den Meeren Europas kreuzen.
Da ist zuerst die ehrwürdige, mit von Holz und Stahl in den 1930er Jahren von einer deutschen Reederei im Auftrag einer amerikanischen Millionärin gebaute Segel-Kreuzfahrtyacht See Cloud, mit der wir und 50 andere Gäste uns von Nizza ganz langsam über Korsika nach Barcelona bewegen; Schwimmstopps im blauen Meer vor Saint Tropez und malerische Abende in den Hafenstädten der Cote d’Azur inklusive. Die Sea Cloud ist das älteste Passagier-Segelschiff der Welt – und eines der teuersten auch.
Da ist eines der luxuriösten, wenn nicht das luxuriöste Kreuzfahrtschiff der Welt – die MS Europa von der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, auf der wir von Island aus zum Nordkap fahren und mit Kapitän Hagen Damaschke und seinen Offizieren bis zu den Gästen an Bord wohl dosierte Abenteuer in spektakulären Landschaften erleben – vom Manövrieren durch Nebel und Eisfelder bis zum nächtlichen Wettfischen in kleinen Booten auf eiskalter See.
Da ist eines der erfolgreichsten Kreuzfahrtunternehmen, die ehemals ostdeutsche Flotte Aida, deren durch den charakteristischen Kussmund am Bug bekannte Schiffe längst zum international größten Kreuzfahrtkonzern der Welt gehören. Die "Aida Diva" bringt uns von Istanbul zur griechischen Insel Santorin, die durch den Kreuzfahrttourismus bedingt in den Saisonmonaten alles andere als noch ein lauschiges, friedliches Plätzchen ist – und der berühmte Inselkrater dann zum Parkplatz für die riesigen, schwimmenden Hotels mutiert.
Anders als auf althergebrachten Kreuzfahrtschiffen richtet die Aida sich vor allem an ein jüngeres Publikum und laut Umfragen verbinden mehr Deutsche mit dem Namen Aida die Schiffe als die Oper von Verdi. Auf unserer Fahrt durchs östliche Mittelmeer begleiten wir die Sänger und Tänzer des Musicals "Divaria", das Teil eines gigantischen Unterhaltungsprogramms ist, das Hamburger Entertainer Corny Littmann vom legendären "Schmidts Tivoli" für die gesamte Aida-Flotte entwickelt.
Und schließlich sind wir – von Sizilien über Montenegro und Kroatien bis nach Venedig – mit einem Motorsegler der besonderen Art unterwegs: auf dem Schiff einer amerikanischen Flotte sind 450 schwule Männer an Bord, die unter der Sonne der Adria im Hotpot und Swimmingpool an Bord wilde Parties feiern – unter anderem mit dem schwulen amerikanischen Schriftsteller Armistead Maupin und seinem Mann.
Walknochen vor Island
Doch mit den explodierenden Touristenzahlen im Kreuzfahrtsektor sind auch die Probleme explodiert. Der amerikanische Soziologe Ross Klein, selbst ein ehemals begeisterter Kreuzfahrer, warnt unterdessen davor, dass die Kriminalitätsrate auf großen Kreuzfahrtschiffen mittlerweile genauso hoch ist wie in den Städten an Land. Mit den Beobachtungen von Ross Klein und dem Bremerhavener Professor für Tourismus, Alexis Papathanassis, zeigt der Dokumentarfilm auch, wie sich das hohe Passagieraufkommen auf den immer zahlreicher und riesiger werdenden Schiffe auch auf die Umwelt auswirken und die Weltmeere verschmutzen.
Ein Film von André Schäfer.
| Kamera | Mathias Brüninghaus |
| Schnitt | Heidi Leihbecher |
| Redaktion | Mechthild Lehning |
Eine Florianfilm Produktion im Auftrag von Radio Bremen in Zusammenarbeit mit Arte.
Info: Produktionen
![TV-Kamera im RBTV-Studio [Quelle: Radio Bremen, Sebastian Ruholl] TV-Kamera im RBTV-Studio [Quelle: Radio Bremen, Sebastian Ruholl]](/fernsehen/produktionen/kamera104_v-mediateaser.jpg)
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