Post vom Tango-Jüngling
Der "Kerl", den der Chefredakteur der Nienburger Heimatzeitung "Die Harke" - Erich Prüßner - meint, heißt Erich von Halacz. Am 29. November 1951 ist er 22 Jahre alt geworden. Er wohnt in Drakenburg in der Nähe von Nienburg bei seinen Pflegeeltern. Sein Pflegevater ist gelernter Sprengmeister. Obwohl Halacz eine Lehre zum technischen Zeichner abgebrochen hat und arbeitslos ist, läuft er stets elegant gekleidet herum, besonders gern mit Hut und Kamelhaarmantel. Das Phantombild ist ein beinahe perfektes Portrait von ihm. Die Täterbeschreibung passt nahezu exakt.
Polizeifoto von Erich von Halacz
Halacz ist mehrfach vorbestraft wegen eher kleiner Vergehen: Diebstahl und Urkundenfälschung. Er gilt in Nienburg und Umgebung als Angeber und eitler Schwätzer mit USA-Fimmel. Unter anderem hat er versucht, in Nienburg einen amerikanischen Kulturclub zu gründen, und er hat nachts mal Nienburger Bürgersteige mit der Aufforderung "Besucht die USA!" bemalt.
Seine Bestimmung sieht er darin, Journalist zu werden. "Damit kann man sich einen Namen machen", erzählt er einem Bekannten. Er hat deswegen auch schon bei "Der Harke" und den "Bremer Nachrichten" vorgesprochen, vergeblich Artikel angeboten und nach Volontärstellen gefragt.
Erich von Halacz und Freundin Rita beim Verhör - nachgestellte Szene
Halacz wird festgenommen und wieder freigelassen, weil ihm seine Freundin Rita ein falsches Alibi für die Zeit gibt, als die Pakete aufgegeben wurden. Als die Kriminaltechniker zweifelsfrei feststellen, dass ein in seinem Zimmer gefundenes Manuskript mit dem Titel "Bremer Torfköppe" auf derselben Schreibmaschine getippt worden ist wie die Adressaufkleber auf den Bombenpaketen, wird er erneut festgenommen.
Am Ende eines langen, erst harten, dann sanften Verhörs legt Halacz schließlich ein Geständnis ab. Er habe, sagt er, die Bomben gebaut und an willkürlich ausgesuchte wohlhabende Leute geschickt, um deren Angehörige hinterher mit der Drohung zu erpressen, er werde auch sie in die Luft sprengen, wenn sie ihm nicht 5.000 Mark zahlen würden. Mit dem erpressten Geld habe er - möglichst noch vor Weihnachten - einen Schallplattenverleih aufmachen wollen. Den Sprengstoff hat er unter einem Vorwand von einem Freund seines Pflegevaters bekommen.
Am 25. April 1952 wird gegen Erich von Halacz das Urteil verkündet - nachgestellte Szene
Am 25. April 1952 wird Erich von Halacz vor dem Verdener Landgericht zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Im Januar 1974 wird dem Häftling ein tennisballgroßer, gutartiger Tumor aus dem Gehirn operiert. Das niedersächsische Justizministerium lässt verlautbaren, Halacz habe zur Tatzeit mit Sicherheit noch nicht an dem Tumor gelitten.
Am 29. September 1974 wird Erich von Halacz begnadigt und aus der Haft entlassen. Danach hat er eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht und seinen Namen geändert. Geheiratet hat er eine vermögende Witwe, die - so heißt es - einen "gehobenen Lebensstil pflegt". Soweit bekannt ist,
hat der Mann, der als "Tango-Jüngling" in die Kriminalgeschichte einging, nie wieder eine Straftat begangen.
Wo er heute lebt, das wissen nur wenige Leute. Und die reden nicht darüber.
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