28. Januar 2012, 18:45 Uhr | RB TV
Die Reportage
Teil zwei der Dokumentation beschäftigt sich mit Jamal, einer Halbinsel im Nordwesten Sibiriens. In der Sprache der Nenzen, der Ureinwohner dieser vom Permafrost geprägten Region, heißt sie der 'Rand der Welt'. Sie sind die letzten Rentier-Nomaden und leben seit jeher im Einklang mit der Natur.
Familie Tibitschi bewohnt ein Zelt aus Rentierfellen. Rundherum herrscht hier auf der Halbinsel Jamal im Nordwesten Sibiriens die endlose Weite der Tundra. Es gibt weder Strom noch Telefon. Die Familie lebt von ihrer Herde, von den Fischen im Fluss, von Beeren und Pilzen. Michail, der Vater, ist einer der letzten Schlittenbauer seines Volkes. Wie seine Vorfahren baut er das traditionelle Transportmittel mit einfachsten Werkzeugen und ohne dabei ein einziges Stück Metall zu verwenden. Sein jüngster Sohn, der zehnjährige Jeiko, hilft ihm dabei. Tochter Lida (15) und ihre Mutter bearbeiten die Felle und kümmern sich um die Kochstelle. Frische Lebensmittel holen sie aus einem Loch in der Erde. Fünfzig Zentimeter unter der Grasnarbe beginnt der Permafrost - doch Jahr für Jahr, berichtet Tatjana, müssen sie jetzt tiefer graben. Der Klimawandel bedroht die Lebenswelt derjenigen Menschen, die ihn am wenigsten verursacht haben. Die älteren Kinder der Tibitschis sind im Sommer mit den Rentieren weit im Norden unterwegs. Mit der Rückkehr der riesigen Herden gibt es zum ersten Mal wieder Fleisch.
Für die Nenzen ist Ja Men - die Erde - der Ursprung der Menschheit, die Urmutter. Die Erde ist der Platz, auf dem und von dem man lebt. Sogar wenn man stirbt, darf man sie nicht verletzen. Doch unter dem Permafrostboden von Jamal liegen fast 90 Prozent der russischen Gasvorräte und ein Viertel der Welt-Reserven. Überall werden Bohrtürme errichtet. Von hier kommt die Energie für das benachbarte Europa. 'Atem der Erde' heißt das Gas in der Sprache der Nenzen.
Erstausstrahlung: 17. Februar 2009 | mdr
Info: Die Reportage
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