2. März 2013, 18:45 Uhr | RB TV
Die Reportage
2005 wurde New Orleans durch Hurrikan Katrina zerstört, aber die Stadt hat sich davon nicht unterkriegen lassen. Der berühmte Karneval Mardi Gras und eine lebendige Jazz-Szene sind nur zwei Beispiele dafür.
Oak Alley Plantation zwischen New Orleans und Baton Rouge
Das French Quarter, Jazz und der legendäre Mardi-Gras-Karneval sind die Wahrzeichen von New Orleans. Sie entstammen einer einzigartigen Stadtkultur, die französische, afrikanische und amerikanische Elemente verbindet. Sie ist es, die der lebensfrohen Hafenstadt im Delta des Mississippi River auch die Kraft gibt, Schicksalsschläge zu überleben. Denn kaum eine andere amerikanische Metropole wurde in jüngster Zeit so schwer gebeutelt wie New Orleans, als 2005 durch Hurrikan Katrina und die folgenden Überschwemmungen ganze Stadtviertel zerstört wurden.
New Orleans überstand die Krise durch unbändigen Lebenswillen. Gutes Beispiel dafür ist Mardi Gras, der Karneval, der heute wieder mindestens so überschwänglich gefeiert wird wie einst. Tagelang ziehen Paraden mit geschmückten Wagen durch die Stadt, drinnen in den historischen Villen feiert die High Society in opulenter Dekadenz. Dabei werden den Zuschauern keine Kamellen wie am Rhein, sondern Perlenketten zugeworfen - wohl ganz wie einst zu Piratenzeiten. Die schönsten Kostüme tragen oft die "Mardi Gras Indians", nicht etwa Indianer, sondern Schwarze, die früher damit das Karnevals-Verbot umgingen. So erklärt es uns Ina Fandrich, die deutschstämmige Kuratorin des Afro-Amerikanischen Museums. Mit ihr lernen wir das Tremé-Viertel kennen, eines der ältesten Schwarzenviertel der USA. Hier liegen die Wurzeln des Jazz und bis heute führen schummrige Lokale die Traditionen fort.
Aus den Sümpfen Louisianas stammt ein weiterer Musikstil von New Orleans. Begabte schwarze Musiker haben afrikanische Rhythmen mit der traditionellen französischen Cajun-Musik verwoben. Voilá: Zydeco-Musik, die mit ihren Akkordeonklängen und rauen Waschbrett-Rhythmen das Publikum von den Sitzen reißt und mit purer Lebensfreude zum Tanzen animiert.
Unterwegs auf dem Mississippi
Wie die Musik ist auch die Religion ein Grundelement der City. Charismatische Priester wie Father Tony halten ihre Gemeinden mit oft ungewöhnlichen Methoden zusammen. Der Friedhof seiner Pfarrei, der St. Roch Cemetary, birgt zudem die Relikte der alten deutschen Gemeinde von New Orleans. Da die Stadt unter dem Meeresspiegel liegt, mussten die Verstorbenen in Hochgräbern bestattet werden. Deshalb entstanden richtige "Totemstädte" mit verzierten Mausoleen, die in zahlreichen Filmen von Easy Rider bis hin zu zahlreichen Vampirdramen als Kulissen dienten.
Ganz neu sind dagegen manche Straßen der von Hurrikan Katrina verwüsteten Stadtviertel: Wohltätige Organisationen wie die von Hollywood-Star Brad Pitt gegründete "Make it right Foundation" schaffen Wohnraum für die verarmte Bevölkerung: architektonisch spannend und mit innovativen Ansätzen in der Stadtplanung. In historischen Vierteln wie dem Garden District werden die alten Südstaatenvillen dagegen mit viel Liebe renoviert. New Orleans lässt sich nicht unterkriegen.
Dass der Reichtum der Hafenstadt New Orleans einst auf den Zuckerrohr- und Reis-Plantagen im Umland erwirtschaftet wurde, erleben wir bei einem Ausflug an den Mississippi außerhalb der Stadt, wo prächtige Villen an die Glorie von einst erinnern. Die Reisfelder werden bis heute genutzt und produzieren nicht nur Reis, sondern auch crayfish, leckere kleine Krebse. Knallrot gekocht sind sie eine der wichtigsten Zutaten für die scharf gewürzte Cajun-Küche.
Info: Die Reportage
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