8. September 2012, 18:45 Uhr | RB TV
Die Reportage
Immer wieder das Gleiche: steigende Benzinpreise, wütende Verbraucher, Politiker unter Druck. Die Mineralölkonzerne weisen die Schuld von sich. Doch was ist die Ursache? Wie entsteht der Benzinpreis? Und vor allem: Wer macht das große Geschäft an der Zapfsäule?
Preisunterschiede von bis zu zehn Cent am Tag sind ganz normal - an ein und derselben Tankstelle. Wie sollen die Autofahrer da noch durchblicken? Die Mineralölkonzerne weisen jede Schuld von sich. Was steckt hinter den täglichen Schwankungen der Benzinpreise, hat sich Arne Lorenz gefragt. Die NDR-Dokumentation der Reihe "45 Minuten" untersucht die wahren Gründe und macht sich auf die Suche nach Schuldigen.
Aral, Esso, Shell, Total und Jet haben den Sprit-Markt in Deutschland fest im Griff. Sie setzen mehr als 70 Prozent der gesamten Menge Kraftstoff hierzulande ab. Die Öl-Multis werden deshalb auch "Big Five" genannt. Drei von ihnen sind lediglich Tochterunternehmen. Sie sind für den Vertrieb des Benzins der noch größeren Mutterkonzerne zuständig.
Unser Öl wird hauptsächlich im Nahen Osten, den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten - GUS) sowie Nordamerika gefördert. Etwa 20 Prozent aller Erdölreserven weltweit sind in der Hand privater Konzerne, der überwiegende Teil befindet sich also in staatlicher Hand.
Ölquelle in der Wüste
Das Rohöl für unseren Sprit kommt oft von weit her, zum Beispiel aus dem Nahen Osten. Und die Preissteigerungen auf dem Weg zum Endprodukt Benzin sind enorm. Zwar wird auch in Deutschland Rohöl gefördert, wie auf der Bohrinsel Mittelplate-A in der Nordsee. Aber die Mengen reichen bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken.
Deutschland muss das Öl erst importieren. Es bezieht den Rohstoff hauptsächlich aus Russland und den arabischen Staaten wie etwa Kuweit. Kuweit verfügt über das zweitgrößte Ölfeld der Welt. Im Land kostet ein Liter Benzin 20 Cent - weniger als ein Liter Wasser. Ein Traum für Autofahrer. Probleme mit dem Benzinpreis gibt es hier nicht. Als Mitglied der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) entscheidet Kuwait mit über die Fördermengen. Denn zu viel Öl würde den Markt überschwemmen und die Preise würden sinken. Bei vielen Quellen sind noch nicht einmal Pumpen nötig, um das Öl an die Oberfläche zu drücken. Wenn es die Erde verlässt, kostet ein Liter etwa drei Cent. Das scheint nicht viel, aber bei einer Fördermenge von 1,7 Millionen Barrel pro Tag werden satte Gewinne eingestrichen.
Tanker auf dem offenen Meer
Auch die Reedereien der Supertanker verdienen am Öl. Mit 30 Stundenkilometern nimmt der Tanker Kurs auf Rotterdam. Die Reise führt durch den Suezkanal und das Mittelmeer in die Nordsee. 25 Tage sind die Schiffe insgesamt unterwegs. Kostenzuwachs für den Liter Öl: ein paar weitere Cent. In Rotterdam wird das Öl in riesige Tanks geleitet. Drei Tage dauert das Löschen der Ladung. Ab jetzt wird das Rohöl auf den internationalen Märkten gehandelt. Ein Liter kostet dann bereits das Zwölffache des Anfangspreises.
Bis der Preis auf den Rohstoffmärkten steigt, wird das Öl zwischengelagert. Wer solche Lagerkapazitäten besitzt, verdient damit viel Geld. Über Pipelines gelangt das Öl nach Deutschland zur nächsten Station, der Raffinerie. Jetzt erst wird das Öl verarbeitet. Unter 400 Grad Hitze steigt es in einer Säule nach oben. So entstehen die begehrten Produkte: Diesel für LKW, Kerosin für Flugzeuge, Benzinsorten wie Super und weitere Stoffe. Mehr als 90 Prozent des gesamten Rohöls wird zu Kraftstoffen für Motoren verarbeitet. Anschließend ist das Öl reif für den Autotank: Lastwagen der Mineralölkonzerne bringen das Benzin an die Tankstellen.
Erstausstrahlung: 23. Juli 2012 | RB TV und NDR/RB
Info: Die Reportage
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