Psychische Erkrankungen in der Gesellschaft
Der Tatort "Ordnung im Lot" zeigt, welche Auswirkungen eine psychische Erkrankung für eine ganze Familie haben kann. So versucht der Sohn, seine Mutter, die an einer paranoiden Schizophrenie leidet, vor den Kommissaren fern zu halten, um sie auf diese Weise zu schützen. "Das ist sehr, sehr realistisch, dass die Kinder sich oftmals sehr gut einfühlen können und eine sehr symbiotische Beziehung zu dem erkrankten Elternteil haben", so die Psychologin Dr. Silke Wiegand Grefe vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Bundesweit gibt es rund drei Millionen Kinder unter 18 Jahren, von denen ein oder beide Elternteile an einer psychischen Störung leiden. Sie verstehen oft nicht, was vor sich geht: Warum liegt Mama nur noch im Bett und will nicht mehr aufstehen? Und warum sieht Papa plötzlich Dinge, die sonst niemand sehen kann? Oft schämen sich die Kinder für ihre Eltern und ziehen sich zurück oder werden verhaltensauffällig. Darüber hinaus bemühen sie sich häufig, ihre familiäre Situation zu verheimlichen. Doch genau das kann den Leidensdruck noch größer machen.
Psychisch gestörte Menschen sind überdurchschnittlich oft alleinerziehend oder Single. Haben sie jedoch einen Partner, so kommt es vor, dass eine Art Co-Abhängigkeit entsteht. So versuchen die Partner ihren kranken Ehemann oder ihre kranke Ehefrau zu schützen, indem sie sich auf das gestörte Verhalten einlassen und ihren Alltag danach ausrichten. Der Versuch, den Partner zu einer medizinischen oder psychologischen Behandlung zu überreden, scheitert häufig daran, dass die Betroffenen keinerlei Krankheitseinsicht zeigen. Darüber hinaus ist es für Außenstehende häufig nicht sichtbar, dass die betroffene Person tatsächlich psychisch krank ist. Aus Scham, Hilflosigkeit oder Verzweiflung verdrängen Angehörige häufig die Erkrankung oder sie versuchen, das kranke Familienmitglied von der Öffentlichkeit fernzuhalten. Betroffene Familien leben unter anderem aus diesen Gründen häufig isoliert.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder aus Familien mit mindestens einem psychisch gestörten Elternteil ebenfalls eine psychische Störung oder Auffälligkeit entwickeln, ist im Vergleich zu Kindern mit gesunden Eltern deutlich erhöht. Psychologen und Psychiater versuchen deshalb seit einigen Jahren verstärkt, nicht nur dem betroffenen Elternteil zu helfen, sondern Kinder und Angehörige in den Therapieprozess miteinzubinden. Das geschieht zunächst in Form von Gesprächen, um herauszufinden, welche Hilfe für die jeweilige Familie angemessen ist. Möglicherweise erfolgt im Anschluss daran eine Gesprächs- oder Familientherapie. Auch können Kontakte zu anderen Betroffenen hergestellt werden, denn Rückzug, Schweigen und Isolation verschlimmern die Situation meistens noch mehr. Je früher eine Familie die Hilfsangebote nutzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr geholfen werden kann.
"Das ist absolut realistisch dargestellt in all seinen Fassetten."
Interview mit der Psychologin Dr. Silke Wiegand-Grefe
Weiterführende Informationen zum Thema "Kinder psychisch kranker Eltern"
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