Tatort: Ordnung im Lot
Wir haben es häufiger mit Menschen zu tun, die psychische Erkrankungen haben. Das äußert sich dann so, dass sie zu uns ins Polizeirevier oder Kommissariat kommen und über Vorfälle berichten, die sich zugetragen haben sollen. Wir stehen dann immer vor der Frage: Stimmt das denn alles? Manchmal kann man zwischen Wahrheit, Fiktion oder Wahn gar nicht so richtig unterscheiden. Nichts desto trotz müssen meine Kollegen und ich dem aber nachgehen und dürfen nicht gleich sagen, dass das Geschilderte alles Quatsch ist. Das zu prüfen ist aber nicht allein unsere Aufgabe, sondern dafür gibt es Psychiater oder Psychologen, die darüber im Rahmen von Glaubhaftigkeitsbegutachtungen entsprechende Gutachten erstellen.
Mein Ansatz ist immer der: Lasst die Spuren sprechen und nehmt nicht nur das, was Menschen sagen. Denn die können lügen, die können irren, die können aber auch die Wahrheit sagen. Deswegen gehen wir immer nach den Sachspuren.
Seit der Umstellung der Hochschule für Öffentliche Verwaltung auf Bachelor ist dieses Thema im Curriculum fest verankert. Man darf aber auch nicht vergessen: Der Anteil psychisch kranker Menschen bei unserer Arbeit ist verschwindend gering.
Nein. Es gibt die unterschiedlichsten Erkrankungen und alle kommen deshalb auch bei unserer Arbeit vor. Was die häufigsten polizeilichen Kontakte mit psychisch auffälligen Personen betrifft, kann ich Ihnen keine genauen Zahlen nennen. Gefühlt ergeben sich aber die häufigsten Probleme wegen Alkohol- oder Suchtabhängigkeit, Depression (Suizid) und psychotischen Krankheiten. Zudem mit steigender Tendenz Demenzerkrankungen.
Man muss sich fragen: Warum tun die das? Sind sie davon überzeugt, dass die Frau die Täterin war, wollen sie sie deswegen schützen? Oder wollen sie ihr keine Aufregung zufügen? Es ist doch ganz natürlich, dass Menschen das Bedürfnis haben, jemanden, der einem nahe steht, zu schützen. Durch die Krankheit der Frau wird dieses Bedürfnis vielleicht noch größer.
Herr Petermann, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Anna Tollkötter
Axel Petermann, geboren 1952 in Bremen, ist Kriminalkommissar und Tatortanalytiker. Er arbeitet seit mehr als 30 Jahren bei der Bremer Kriminalpolizei und hat in über 1.000 Fällen ermittelt. Darüber hinaus leitet er in Bremen die Dienststelle Operative Fallanalyse, lehrt Kriminalistik und berät die Redaktion Tatort.
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