Just Music
Große Blues-, Jazz- und Soul-Diven des 20. Jahrhundert
Grammies, Brit-Awards, Echos, Viktors, MTV-Awards: Viele Preise heimsen Sängerinnen ein, die auf Soul, Jazz und Blues setzen. Immer wieder zücken die Experten die Vergleichs-Karte: "Klingt wie Sarah Vaughan", "Erinnert an Dinah Washington, an Ida Cox, an Bessie Smith"... Aber: Wer waren diese Damen eigentlich? Wer hat Adele, Amy Winehouse, Duffy, Joss Stone und Sharon Jones inspiriert? Joachim Deicke ist den großen Musik-Diven des 20. Jahrhunderts nachgestiegen.
Sarah Vaughan
Man hat sie "Sassy" genannt oder auch "Sailor" – wegen ihrer schnoddrigen Sprache. Oder auch "Die göttliche Sarah Vaughan". Sie war in den 40er und 50er Jahren die vielseitigste der drei großen Diven. Ihre Konkurrentinnen waren Billie Holiday und Ella Fitzgerald.
Diese drei – Ella, Billie Holiday und Sarah Vaughan – geboren zwischen 1915 und 1924, sind heute immer noch das Maß aller Dinge, obwohl ihre Erfolge mehr als 50 Jahre zurückliegen.
Billie Holiday
Sie war eine der größten Jazz-Sängerinnen: Billie Holiday, "Lady Day". Sie schaffte es als erste Jazz-Interpretin auf die Bühne der Metropolitan Opera. Frank Sinatra bezeichnete sie als sein wichtigstes musikalisches Vorbild.
Ella Fitzgerald
Die First Lady of Song riss mit ihren fabelhaften Improvisationen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Swing, Bebop und ihr unvergleichbarer Scat-Gesang machen sie unsterblich.
Drei Afroamerikanerinnen, aufgewachsen in schwierigen Familien, reingewachsen in die goldene Ära des Jazz und Blues und jede fest entschlossen, selbst ein Star zu werden.
Ein paar Blues-Sängerinnen hatten sich ja schon in den Zwanzigern in die Männerwelt des Musikgeschäfts gedrängelt:
Bessie Smith
Bessie Smith zum Beispiel. Vor über hundert Jahren hat sie das Singen in einem Gospelchor gelernt. Und stieg in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts zur "Kaiserin des Blues" auf.
Ida Fox
"Wilde Frauen haben keinen Blues" sang Ida Cox in den Zwanzigern. Und sie ließ keinen Zweifel daran, dass sie so eine "wilde Frau" war: Selbstbewusst, eigenwillig und für das weiße Amerika "verrucht" und "skandalös". Doch die Art, wie diese "wild women" sangen, wie sie ihre Gefühle, ihr Herz und ihre Seele in die Musik steckten: Das war neu, aufregend und ansteckend.
Dinah Washington
Dinah Washington – die "Königin des Blues" – in einer Zeit, als Schwarze Musik in den USA nur in den so genannten "Race Charts" stattfand; als es in einigen Südstaaten sogar getrennte Telefonzellen für Schwarze und Weiße gab. Im Norden sah es ziviler aus – und die meisten dunkelhäutigen Sängerinnen engagierten sich in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung - so wie Aretha Franklin:
Aretha Franklin
Auch die "Queen of Soul", Aretha Franklin, Tochter eines berühmten Baptisten-Predigers aus Detroit, gehört zu den Vorbildern der aktuellen Generation erfolgreicher Sängerinnen. Es sind die Intensität, die Präzision und dieser ganz persönliche Stil der alten Soul-, Blues- und Jazz-Ladies, die sie zu – vielleicht unerreichbaren – Legenden gemacht haben. Viele der klassischen Aufnahmen klingen sogar heute noch erstaunlich frisch.
Julie London
Die rauchig-melancholische Stimme von Julie London – vor fast 60 Jahren: Eine der wenigen Sängerinnen, die zeigten, dass auch Weiße den Blues singen konnten. In den Sechzigern wurde daraus der "Blue Eyed Soul" – auch mit Stars aus England, so wie Dusty Springfield.
Dusty Springfield
Dusty Springfield, mit ihren Hits in den Sechzigern, ist die direkte Vorläuferin von Duffy, Adele & Co.: Eine Londonerin mit einer Vorliebe und mit der Stimme für die schwarze Musik der USA; mit ihren Bienenkorb-Frisuren und ihrem Faible für schrillen Glamour: Sie wird immer wieder genannt, wenn's um die Vorbilder der neuen Sängerinnen geht.
Bettye Swann
Und dann ist da noch eine, die allerdings fast unbekannt geblieben ist: Die amerikanische Soulsängerin Bettye Swann, die Ende der Sechziger ein paar kleine Hits hatte. Und wenn man die heute hört... Man könnte glatt glauben, was ganz neues zu hören.
Just Music!
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Don't Panic - it's just music! Und die Musik - die beißt nicht, die will doch nur spielen! Die schlechtesten Aufnahmen aller Zeiten, die schönsten Liebeserklärungen ans Fahrrad; die Songs des arabischen Frühlings; die wildesten Trends, die schrägsten Vögel: Joachim Deicke nimmt sie sich in seiner wöchentlichen Musikkolumne vor. Globale Stile, gerissenes Marketing, spektakuläre Events, skurrile Instrumente: Alles ist Thema. Alles ist ... just Music!
... jeden Freitag in Funkhaus Europa.
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