Just Music
Sie hatte hart gearbeitet und war mit nur 25 Jahren landauf-landab beliebt – Grace Kelly, begehrt und beneidet. Die Kolleginnen lästerten über ihre makellose Schönheit. Die Männer lagen ihr zu Füßen.
Doch – oh weh! – der Richtige war nicht dabei. Der eine zu alt, der andere zu eitel, der dritte längst mit einer anderen verheiratet. Doch dann kam der Prinz. Der waschechte, wahrhaftige Fürst von Monaco. Und er verliebte sich unsterblich in die junge Schönheit. Nur ein Jahr später feierten sie Hochzeit. Und lebten glücklich... bis Prinzessin Grace von Monaco vor 30 Jahren, am 14. September 1982, die Kontrolle über ihren Wagen verlor und wenig später im Krankenhaus starb. Es ist eine wahre Geschichte – auch wenn sie halb nach Märchen, halb nach tragischem Groschenroman klingt. Eine Geschichte, die Millionen bewegt hat. Und immer noch bewegt. So wie auch Funkhaus-Europa-Musikredakteur Joachim Deicke, der in seiner Musikkolumne Grace Kelly besingen lässt.
Just Music: Grace Kelly, [4:04]
Selbst die Ärzte, damals noch echte Punks, waren 1982 ernsthaft bewegt. Grace Kelly, oder Gracia Patricia, wie sie nach ihrer Heirat hieß, beendete das Märchen mit einem ganz profanen Autounfall.
Grace-Kelly-Fans hatten das ganze Drama sofort vor Augen: In einem ihrer Filme war Grace Kelly im Sportwagen über die gleichen schmalen, kurvenreichen Straßen der Cote d'Azure geheizt. Neben ihr ein leicht nervöser Cary Grant.
Da saß sie da am Steuer, mit leicht entrücktem Lächeln und wehendem Haar: Die zukünftige Hoheit – im Rausch der Geschwindigkeit. Und kurz vor ihrer Hochzeit trat sie in ihrem letzen Film "High Society" noch einmal fürchterlich aufs Gas – dieses Mal musste Frank Sinatra auf dem Beifahrersitz leiden.
Danach war das Leben dann nicht mehr so lustig. Keine Filme, keine Hollywood-Parties, keine Privatsphäre.
Das haben wir schon immer befürchtet. Aber es ließ sich aushalten. Der Fürst war zufrieden, als der dringend erwartete Thronfolger unterwegs war. Die 20.000 Monegassen waren es auch. Ansonsten war in dem Puppenstuben-Kasino-Staat am Mittelmeer nicht allzu viel los.
Nein, so etwas gab es nicht. Zumindest nicht bis 1982, als das ganze Märchen abrupt in einer Kurve endete.
Sofort gab es die wildesten Verschwörungstheorien: Hatte Grace Kelly ihre Tochter Stephanie ans Steuer gelassen? Wollte ein Konkurrent Monaco mit seinem lukrativen Kasino destabilisieren? Steckten Eifersucht, Rache oder Intrigen hinter dem Unfall? Die bunten Blätter stürzten sich auf jede noch so abenteuerliche Theorie. "Der Tod der Fürstin" war wie die lang erwartete Fortsetzung eines großen Dramas.
Ein Drehbuchautor, der sich diese Geschichte ausgedacht hätte, wäre belächelt worden. Erst Senkrechtstarterin in Hollywood, dann Fürstin von Monaco, die gern ihren Wagen selbst über enge Küstenstraßen kutschierte, dann Unfalltod: Nichts davon ist erfunden. Kein Wunder, dass auch die Musiker immer noch fasziniert von ihr singen.
2007 brachte Mika "Grace Kelly" an die Spitze fast aller europäischen Charts. Seine böse Frage hinter dem fröhlichen Pop-Geklingel: "Wer soll ich heute für euch sein, um geliebt zu werden? Soll ich lächeln? Soll ich schüchtern sein? Soll ich älter aussehen? Ich kann alles sein, was ihr wollt..."
Info: Just Music!
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Don't Panic - it's just music! Und die Musik - die beißt nicht, die will doch nur spielen! Die schlechtesten Aufnahmen aller Zeiten, die schönsten Liebeserklärungen ans Fahrrad; die Songs des arabischen Frühlings; die wildesten Trends, die schrägsten Vögel: Joachim Deicke nimmt sie sich in seiner wöchentlichen Musikkolumne vor. Globale Stile, gerissenes Marketing, spektakuläre Events, skurrile Instrumente: Alles ist Thema. Alles ist ... just Music!
... jeden Freitag in Funkhaus Europa.
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