Just Music
Man denkt an Lederhosen und Oktoberfest, ans Musikantenstadl und das "Prosit der Gemütlichkeit". Geht's nicht auch anders mit der Blasmusik zwischen Hofbräuhaus und der Tiroler Skihütte? Joachim Deicke hat sich mal die etwas andere Blasmusik vorgenommen.
... immer nur dasselbe Lied. Selbst auf den neuesten Alben zum Münchner Oktoberfest finden sich dieselben Schinken wie vor fünfzig Jahren. Das mag man als Traditionspflege ansehen. Erneuerer am dumpf gärenden Komposthaufen der Blasmusik sind jedenfalls Mangelware. Aber einige gibt es schon:
Na bitte: La Brass Banda machen vor, wie's mit der Blasmusik gehen kann. Sie schaffe es sogar, einen zünftigen Wies'n-Song hinzulegen, der ohne "Zwoa-Dra-Gsuffa" auskommt. Aber sie hatten auch einige, die ordentlich Vorarbeit geleistet haben:
Schon seit den Siebzigern nehmen die drei Jungs von den Biermösl Blosn die Hofbräuhaus-Seligkeit auf die Schippe. Bei ihnen sind es vor allem die Texte, die Biss haben.
Musikalisch hat Haindling seit den Achtzigern nach neuen Wegen gesucht:
Haindling war der Meinung, dass man die Bayrische Musik nicht den Bierzelt-Kapellen überlassen darf und setzte auf ambitionierte Brückenschläge. Die Hundsbuam dagegen versuchten es mit respektlosen Lederhosen-Pogo.
Österreichs Global Kryner wollten die Blasmusik aus ihrer Hinterwald-Ecke holen, indem sie Soul-, Rock- und Pop-Klassiker "aufkrainerten":
Das war – eine Zeitlang – witzig: Neu, respektlos und richtig gekonnt. Es war aber auch nett – und zwar so nett, dass die Global Kryner bald selbst ins Musikantenstadl geladen wurden – mitten ins Herz der volkstümlichen Szene, die sie eigentlich aufmischen wollten. Die Provokation verkam zum Sturm im Maßkrug, als zu den Global Krynern geschunkelt wurde.
Fatima Spar and The Freedom Fries nahmen ihrer Blasmusik die Schunkel-bility, indem sie sie mit karibischen und afrikanischen Rhythmen kreuzten. Und Attwenger haben es mit ihren minimalistischen Kraxeleien fertiggebracht, ein bisschen Alpen-Folk in die Clubs zu bringen:
Verglichen mit dem unglaublichen Erfolg und der Experimentierfreudigkeit der Brass Bands vom Balkan, herrscht aber auf Deutschlands und Österreichs Blasmusik-Szene ziemlich tote Lederhose. Oder – um's positiv auszudrücken: Da ist noch viel Platz für neue Ideen, frischen Wind und gute Songs, die sogar der "Wies'n" mal das alte Mieder lockern könnte. Bayerns BrassBanda oder Vorarlbergs Holstuonarmusigbigbandclub machen vor, wie es heute funktionieren kann:
Info: Just Music!
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Don't Panic - it's just music! Und die Musik - die beißt nicht, die will doch nur spielen! Die schlechtesten Aufnahmen aller Zeiten, die schönsten Liebeserklärungen ans Fahrrad; die Songs des arabischen Frühlings; die wildesten Trends, die schrägsten Vögel: Joachim Deicke nimmt sie sich in seiner wöchentlichen Musikkolumne vor. Globale Stile, gerissenes Marketing, spektakuläre Events, skurrile Instrumente: Alles ist Thema. Alles ist ... just Music!
... jeden Freitag in Funkhaus Europa.
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