Just Music
Die Tuareg sind ein kleines Volk aus der Sahara, das schon lange herumgestoßen und an den Rand gedrängt wird; ein Volk mit einer ganz eigenen Kultur und einer erstaunlichen Musikszene. Joachim Deicke beschäftigt sich in seiner heutigen Musikkolumne mit den Tuareg und ihren Songs.
Vielleicht anderthalb Millionen Tuareg leben in der Sahara - die meisten davon in Mali und im Niger. Niemand weiß es genau, denn viele ziehen als Nomaden durch ein Gebiet - so groß wie ganz Westeuropa.
Für die Tuareg ist die Sahara nicht eine endlose Wüste, sondern "Tinariwen": Mehrere Gebiete - mal Sand, mal Felsen, mal Kies - in denen wirklich niemand leben kann. Dazwischen: Oasen, staubiges Buschland, Wadis, die ein paarmal im Jahr Wasser führen.
Seit tausend Jahren leben die Tuareg in der Sahara. Ihre Vorfahren wurden aus Gegenden vertrieben, die weniger lebensfeindlich waren. "Imuhagh" nennen sie sich selber: Edle von freier Abstammung. Oder auch "Kel Tamasheq": die, die Tuareg sprechen
Tinariwen ist die bekannteste Tuareg-Band: In den Sechzigern zogen die Musiker - nach einer verheerenden Dürreperiode - Richtung Norden. Und wie Tausende andere ließen sie sich von Libyens Diktator Ghaddhafi anheuern. Als Kämpfer, Schmuggler, Kundschafter: Viel mehr Möglichkeiten Geld zu verdienen, gab es für die Tuareg-Flüchtlinge nicht.
In keinem Land fühlen sich die Tuareg richtig willkommen. Fromme Nordafrikaner halten sie für schlechte Muslime; und im Süden nimmt ihnen die schwarzafrikanische Mehrheit die guten Weidegebiete.
Terakaft: Eine von verblüffend vielen Tuareg-Bands, die heute auch international unterwegs sind - mit einer Art archaischem und doch zeitlosen Wüsten-Blues. Eine Musik, die die Brücke bildet - zwischen dem schwarzen Afrika und den arabisch geprägten Stilen des Maghreb
Trommeln geben den Rhythmus vor, aber schon früh haben die Tuareg Saiteninstrumente für sich entdeckt: Erst Geigen und die arabische Laute. Inzwischen allerdings haben sie immer Gitarren im Gepäck.
Bei den Tuareg sind es die Männer, die oft einen Schleier tragen; das Gesicht der Frauen bleibt unbedeckt. Frauen entscheiden auch, wen sie heiraten; sie dürfen ihren Mann sogar verstoßen. Das passt ebensowenig zur Scharia wie die Liebe der Tuareg zur Musik.
Tartit – Houmeissa
Info: Just Music!
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Don't Panic - it's just music! Und die Musik - die beißt nicht, die will doch nur spielen! Die schlechtesten Aufnahmen aller Zeiten, die schönsten Liebeserklärungen ans Fahrrad; die Songs des arabischen Frühlings; die wildesten Trends, die schrägsten Vögel: Joachim Deicke nimmt sie sich in seiner wöchentlichen Musikkolumne vor. Globale Stile, gerissenes Marketing, spektakuläre Events, skurrile Instrumente: Alles ist Thema. Alles ist ... just Music!
... jeden Freitag in Funkhaus Europa.
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