Suchen im Internet, das heißt googlen. Zwar versuchen einige Suchmaschinen wie zum Beispiel Bing und Yahoo dagegen zu halten, haben aber nicht viel Chancen, sich gegen den Netzriesen Google durchzusetzen. Doch nun scheint sich auf dem Suchmaschinenmarkt etwas zu tun, weiß Netsurfer Lars Reppesgaard.
Duck Duck Go heißt eine kleine, aber feine Suchmaschine, die im Moment wirklich viele neue Freunde findet. Duck Duck Go ist im Grunde für ein Startup schon sehr alt, wurde 2008 in Pennsylvania gegründet. Aber seit dem Frühjahr 2012, da hebt die kleine Suchmaschine richtig ab. Anfang letzten Jahres, 2011, da dümpelte man noch so dahin mit 160.000 Suchanfragen pro Tag. Das ist ganz nett für einen Webdienst aber auch nicht richtig was Beeindruckendes. Aber sie wächst, langsam, aber beständig. Im Februar 2012 wurden schon eine Millionen Nutzer am Tag gezählt, jetzt sind es anderthalb Millionen.
Nun, Duck Duck Go greift Google genau da an, wo es weh tut, nämlich beim Datenschutz. Und das scheint im Moment gut zu funktionieren, denn von Google sind ja einige Netznutzer ziemlich genervt. Und genau da setzt Duck Duck Go an und sagt: Wir sind die Guten. Man stellt zum Beispiel große Plakatwände an die Highways in San Francisco, darauf steht: "Google spioniert dir nach – wir nicht." Also, wo Google jeden Klick der Nutzer mitschneidet, um die Suche zu verbessern, aber auch um Futter für die Werbeindustrie zu gewinnen, da hält sich Duck Duck Go zurück. Man nutzt andere Technologien, um gute Suchergebnisse zu liefern, bei denen man nicht messen muss, was der Nutzer tut. Und das gefällt anscheinend immer mehr Leuten.
Bei englischsprachigen Suchanfragen ist Duck Duck Go sehr stark. Bei den deutschen sind die Ergebnisse OK, aber Googles sind besser, würde ich noch immer sagen. Gut ist aber bei Duck Duck Go immer die übersichtliche Darstellung der Ergebnisse.
Es gibt einen kleinen Vorschaukasten, wenn es etwa zu einem Thema oder eine Person einen Wikipedia Eintrag gibt. Diese sogenannten Zero-Click-Boxen sind schon sehr komfortabel, was hier steht, ist dann immer eine Auswahl von sehr populären, sehr renommierten Webseiten.
Und auch die ganz normalen Suchergebnisse außerhalb der Box werden erfreulich minimalistisch präsentiert. Google geht ja gerade einen anderen Weg. Die ehemals total aus Minimalismus und ganz pure Suche fokussierte Firma haut immer mehr Inhalte auf die eigene Suchseite und ist dadurch schon etwas unübersichtlich geworden.
Nein, bei den Nutzerzahlen ist Google weit, weit vorne. Über Duck Duck Go suchen vielleicht Millionen pro Tag, bei Google aber Milliarden. Das ist noch ein weiter, weiter Weg bis Google sich sorgen muss. Aber Duck Duck Go ist da und zeigt – wie zum Beispiel auch Suchmaschinen wie Ixquick – hey, auch ohne Nutzerspionage kann man eine gute Suche anbieten. Und das kann irgendwann ein Problem für Google werden. In den USA sehen wir gerade in den letzten Monaten, dass Google noch klar die Nummer Eins ist, aber – und das ist neu für Google – die Zahl der Nutzer nimmt ab. Es bricht nicht ein, aber es bröckelt so langsam. Eben wegen der vielen Fehltritte, die sich der Netzriese erlaubt hat. Und genau davon kann Duck Duck Go profitieren.
Konkurrenz für Google?, [3:34]
Irina Schedrowa im Gespräch mit Netsurfer Lars Reppesgaard
Info: Netsurfer
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