Netsurfer
In diesem Videoportal werden pro Tag vier Milliarden Filmclips aufgerufen, und in einem Monat wird hier eine Filmmenge hochgeladen, die größer ist als die Summe aller Filme zusammen, die von den drei großen US-Fernsehsendern ABC, NBC und CBS in den letzten 60 Jahren produziert wurden. Welches Portal kann das wohl sein? Die Rede ist – natürlich – von Youtube. Doch neben interessanten Zahlen gibt es auch eine Reihe von anderen Neuerungen bei dem Videoportal, dass auch – Stichwort arabischer Frühling – immer mehr als alternativer Nachrichtenkanal von politischen Aktivisten aus aller Welt genutzt wird. Diese politischen Aktivisten will Youtube nun besser als bisher bei ihrer Arbeit schützen, wie Funkhaus-Europa-Netsurfer Lars Reppesgaard weiß.
Montage
Neuerdings kann jeder, der Videos bei Youtube hochlädt, mit einem einfachen Mausklick alle Gesichter von Personen unkenntlich machen, die auf dem Video zu sehen sind. Das gilt für Eltern, die zeigen wollen, wie toll ihre Kinder schon laufen können, aber nicht wollen, dass ihre Gesichter im Netz zu sehen sind. Das gilt aber auch für Leute, die zum Beispiel Demonstrationen oder Menschenrechtsverletzungen dokumentieren wollen, aber dabei nicht andere Aktivisten in Gefahr bringen wollen. Denn stellen wir uns vor, man demonstriert in Moskau, Kairo oder Damaskus und wird dabei von einem Amateurfilmer abgelichtet und die Bilder landen auf Youtube – dann können nicht nur Leute wie du und ich diese Aufnahmen ansehen, sondern zum Beispiel auch russische, ägyptische oder syrische Polizisten. Sie versuchen natürlich, festzustellen, wer da protestiert hat, wer irgendwo dabei war, wer zu den Regimegegnern gehört. Solche Videoaufnahmen können also für die, die gefilmt wurden, auch gefährlich werden.
Schon ziemlich gut. Noch ist die neue Verpixelungsfunktion zwar nicht perfekt. Je nach Licht und Videoqualität des Videos werden nicht immer alle Gesichter erkannt. Wer Videos veröffentlicht, bekommt sie aber vorher noch einmal zu sehen und kann dann entscheiden, ob er es endgültig auf Youtube hochlädt.
Eine weitere große Veränderung betrifft die Möglichkeit, Videos bei Youtube zu kommentieren. Hier möchte der Youtube-Eigentümer Google erreichen, dass sehr viel weniger anonyme Kommentare veröffentlich werden. Dazu setzt Google auf einen Kniff: Youtube schlägt seinen Usern gerade mit ziemlich großen, ziemlich deutlichen Einblendungen bei jedem Kommentar vor, beim Posten den echten Namen zu verwenden. Stimmt man zu, wird der Kommentar unter dem Namen veröffentlicht, mit dem man bei Googles sozialen Netzwerk Google+-Profil registriert wird und das Profilfoto wird auch noch dazu angezeigt. Wer ablehnt wird mit einem Dialogfeld gefragt, warum er lieber anonym bleiben möchte.
Dienste wie Youtube werden erwachsen und lernen zu differenzieren. Sie merken, totale Offenheit funktioniert nicht und kann unter Umständen ein Problem sein, und an anderen Stellen, bei anderen Nutzungsszenarien ist totale Anonymität problematisch. Also versucht das Unternehmen, unterschiedliche Antworten auf unterschiedliche Probleme zu geben. Studien zeigen zum Beispiel einerseits, dass auf Youtube harte Informationen gesucht und abgerufen werden als reine Unterhaltungsclips. Das Portal ist also tatsächlich inzwischen so etwas wie ein Nachrichtenkanal und diese Verantwortung will man sich stellen. Andererseits sind bei Youtube wie auch auf vielen anderen Internetseiten anonyme Flegelkommentare ziemlich häufig zu finden. Und da will man eben gegensteuern. Dass die Klarnamen von Netznutzern für die Werbeindustrie attraktiver sind, das ist ein Nebeneffekt, den bei Google und Youtube natürlich auch keiner stört. Aber immerhin: Anonymes Posten und Kommentieren bleibt weiter möglich, Google macht nur deutlich: Eigentlich hätten wir lieber keine anonymen Beiträge.
Info: Netsurfer
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