Schlechte Nachrichten rund um Facebook betrafen in der Vergangenheit ja eher die Nutzer des Social Networks, etwa, wenn man wieder ziemlich einseitig die Nutzungsbedingungen durch den Netzgiganten geändert oder Adressbücher von Nutzern heimlich ausgelesen wurden. Nun aber ist das Unternehmen Facebook selbst immer häufiger im Zentrum negativer Berichte: Der Börsenkurs bricht ein, Blogger spekulieren darüber, dass die Werbung über Facebook demjenigen, der sie bezahlt, gar nichts bringt, und Facebook selbst hat nun gemeldet, dass man gar nicht so viele Nutzer hat wie man beim Börsengang behauptet hat. Schon komisch, dass es gerade für den Shoting-Star der Web-Szene im Moment so schlecht zu laufen scheint. Das Ganze ist ein Fall für Funkhaus-Europa-Netsurfer Lars Reppesgaard.
Das hängt ganz einfach damit zusammen, dass Facebook an die Börse gegangen ist. Und das heißt: Das Unternehmen muss transparent sein, was zum Beispiel die Nutzerzahlen oder den Umsatz angeht. Wer nicht an der Börse ist, muss nichts berichten und darf auch einfach mal schweigen. Facebook aber muss die Aktionäre und die Börsenaufsicht über die Lage informieren. Und da wird zum Beispiel eben deutlich: Hey, wir verdienen gar nicht so viel Geld wie manche Leute gedacht haben. weil uns der Betrieb der Server doch ziemlich viel kostet und die Werbe-Dollars nicht so sprudeln wie wir uns da vorgestellt haben.
Und darum gibt es jetzt aktuell auch einen Sonderbericht für die Börsenaufsicht zu der Anzahl der gefälschten Accounts von Facebook selbst. In möglicherweise bis zu 83 Millionen Nutzerkonten steckt demnach nicht, was draufsteht, 83 Millionen vermeintliche Facebook-Nutzer gibt es also im schlechtesten Fall in Wirklichkeit gar nicht. Da haben Leute Nutzerkonten angelegt, um darüber anonym zu spielen, eine Homepage für ihr Haustier einzurichten oder einfach Werbe-Spam zu verbreiten.
Heißt also: Facebook hat gar nicht, wie im ersten Quartalsbericht an die Anleger behauptet, 955 Millionen Nutzer. Realistischer sind etwa 880 Millionen. Auch das ist noch extrem viel, aber viele Aktienbesitzer reagieren entsetzt auf solche doch ziemlich gravierenden Korrekturen: Die sagen sich, hätte ich das vorher gewusst, und verkaufen ihre Facebook-Aktien. Die Folge: Wer Facebook-Aktien zum Ausgabepreis gekauft hat, hat viel zu viel für sie bezahlt. Er kann sie heute nur noch für die Hälfte des Preises loswerden.
Facebook ist keineswegs auf dem absteigenden Ast und auf dem Weg das nächste Myspace oder das nächste StudiVZ zu werden. Richtig ist: Facebook stößt was die Zahl der Nutzer angeht so langsam an seine Grenzen. Aber das ist allein kein Krisensymptom, sondern ganz natürlich, dass das Wachstum nicht unendlich weiter geht. Das ist aber erst einmal kein Problem für Facebook, sondern eher für die Aktienbesitzer. Facebook hat genug Geld, verdient Geld, kann aber vielleicht nicht die Erwartungen des Aktienmarkts erfüllen. Das bedeutet nicht, dass die Nutzer von Facebook enttäuscht sind und abwandern. Das Gegenteil ist der Fall. Facebook wächst in den allermeisten Staaten weiter, neue Nutzer sind in den letzten drei Monaten überall außer in den USA dazu gekommen. Facebook ist alles andere als in der Krise. Man verdient nur nicht so viel Geld wie das manche Leute erwartet haben.
Man könnte nach und nach zu viele Features einführen, die den Nutzern nicht gefallen. Die neue Profilansicht, die sogenannte Chronik, das ist so ein Reizthema für viele Nutzer, die finden die klassische Profilansicht besser und wollen nicht in diese Ansicht, die wie ein Zeitstrahl aussieht, wechseln. Nun sagt Facebook: Bis Ende des Jahres ist die neue Ansicht des Profils Pflicht, ob ihr wollt oder nicht. Viel entscheidender als der Aktienkurs am Ende dieses Jahres wird für die Zukunft von Facebook sein, wie diese gewaltige Umstellung angenommen wird. So etwas kann dazu führen, dass auf einmal eine richtige Lawine losgetreten wird und dass nicht nur ein Anleger fluchen oder paar Unzufriedene Facebook verlassen.
Info: Netsurfer
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