Bislang war es so, dass der Umsatz mit allen Arten von Computerspielen – vom Konsolengame bis zum Handyspiel – immer kräftig gewachsen ist und die etwa 800 Spielefirmen in Deutschland gut im Geschäft waren. 2,5 Milliarden Euro werden mit Online-, Konsolen und allen anderen Computerspielen in Deutschland umgesetzt, das ist mehr als die Musikindustrie oder die Filmbranche umsetzt. Aber weltweit stockt das Geschäft. Diese Entwicklung ist nun auch in Deutschland angekommen. Der Umsatz wächst nicht mehr, sondern er ist erstmals überhaupt gesunken.
Es zocken sogar immer mehr Leute. 24 Millionen Menschen in Deutschland spielen Computerspiele, und ihre Zahl steigt weiter wie in den letzten Jahren. Aber: So viel Geld wie bisher lässt sich mit den Games nicht mehr verdienen.
Smartphone-Spiele werden immer populärer. Und das bedeutet, das Kerngeschäft der Spiele-Industrie der Verkauf von PC- und Konsolenspielen, leidet. Ein Spiel zu entwickeln bringt also weniger ein. Wir alle kennen die Preise in den App-Stores. Man zahlt 1,99 Euro, vielleicht 2,99 Euro für ein Game. Ein PC- oder ein Konsolen-Spiel kann man für das zehnfache – oft sogar für das zwanzigfache – verkaufen. Aber gerade Konsolenspiele verkaufen sich immer weniger.
Im letzten Jahr waren sie der große Gaming-Trend. So richtig heiß ist dieser Trend nicht mehr. Farmville, Mafia Wars, die Spiele die zum Beispiel ein Unternehmen wie Zynga anbietet – sie waren wegen des gemeinschaftlichen Erlebens via Facebook eine Zeit lang lustig, aber der Gag "Besuch meine Farm", "Besuch mein Café", "Hilf mit Juwelen zu suchen" etc , der ist durch und jetzt merken viele, die Spiele sind ansonsten ziemlich flach. Damit sinkt die Lust, virtuelle Güter zu kaufen, einen Trecker für die Farmville-Farm zum Beispiel. Damit verdient Zynga immer weniger, das Unternehmen ist richtig in der Krise. Wooga aus Berlin, ein anderer Social Game-Shooting Star, er hat vorsichtiger agiert, investiert massiv auch in Mobile Games etwa für Tablets und das iPad. Sie sind besser aufgestellt als Firmen, die ausschließlich auf Social Games setzen.
Dort zu arbeiten ist auch sicher in vielen Fällen weiterhin interessant. Man wird noch stärker als bisher sehen, dass Leute die Themen Bildschirmberühung und Bewegung noch stärker in Games mit einbauen werden, wie bei dem Spiel Angry Birds – das ist lustig, weil man die Vögelchen über den Touch-Screen des Smartphones schnippen kann und keine Maus und keinen Konsolencontroller braucht. Aber klar ist auch: Nicht jeder mit einer tollen Game-Idee wird reich. Allein auf der Gamescom sollen etwa 300 neue Spiele vorgestellt werden. Klar ist bei so einer Menge, dass nicht jedes Spiel ein Hit werden kann. Diese harte Konkurrenz und das Wissen, dass Mobile- und Social Games knapper kalkuliert werden müssen als die dicken Konsolenspiele, das sorgt dafür, dass in der Branche mehr auf Kosten geachtet wird. Und dass in mancher Kreativbude, wo man früher richtig cool und frei rumprogrammieren konnte, viel mehr kontrolliert wird. Aus vielen Spielefirmen werden also: Ganz normale Softwareunternehmen.
Umbruchzeiten auf dem Spielemarkt, [4:33]
Moderatorin Irina Schedrowa im Gespräch mit Lars Reppesgaard
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