Netsurfer
30 Jahre lang hat die CD den Musikmarkt geprägt. Jetzt ist so langsam die Zeit gekommen, wo die Silberlinge das Schicksal ihrer Vorläufer wie der Schelllackplatte oder der Vinyl-Schallplatte teilt. Sie werden so langsam überflüssig. Stattdessen kommt die Musik heute – natürlich – aus dem Internet. Wie heute Musik gehört wird und wer heute der größte Konkurrent der Silberscheiben ist, das weiß Funkhaus-Europa-Netsurfer Lars Reppesgaard.
Musicstreaming schlägt CD-Hören, [3:58]
Es gibt sie noch, aber sie wird in der Tat so langsam überflüssig. In der Defensive war sie ja schon lange zum Beispiel durch die Möglichkeit, MP3-Musikdateien aus dem Internet runterzuladen. Nun scheint die CD endgültig als Musikmedium überflüssig zu werden. Das sagt der Hightech-Verband Bitkom nach einer Verbraucherbefragung. Dort kam raus: Wenn es von heute auf morgen keine CDs mehr gäbe, würde die Hälfte der Leute sie nicht ein Stück vermissen.
Musik wird natürlich fleißig gehört, hier im Radio bei Funkhaus Europa zum Beispiel, das ist klar. Allerdings wird auch immer mehr Musik über Angebote wie Spotify, Napster, Simfy oder Last FM konsumiert, die Musik als Datenstrom auf den Rechner schicken. Man lädt sich nicht mehr Dateien runter, sondern hört sie sich nur noch an über den Computer, und wenn die Leitung zum Internet gekappt ist, dann war es das.
Es ist zwar kostenlos, aber das ist nicht der einzige Grund, das Thema Geld spielt hier nicht mehr die große Rolle. Viele Musikfans haben bereits extrem viel Musik auf ihren Festplatten, legal und auch sicher zum Teil illegal geladen und getauscht. Wer 25.000 Songs auf dem Rechner hat oder mehr, der muss nicht mehr zwingend Musik kaufen, der kann zwei Monate lange seine Musik hören ohne dass sich ein Song wiederholt. Interessant mach den Stream etwas anderes, die schier unendliche Auswahl – es gibt auf den Streaming Plattformen wirklich fast alles, was je veröffentlicht wurde, zu hören. Und vor allem ergbit sich nun ein neuer, soziale Zugang zu Musik. Wer zum Beispiel Spotify benutzt, veröffentlicht permanent seine Playlist, Facebook-Freunde können sehen, was man hört, und darauf reagieren – "was, du holst den alten Bon Jovi raus, was ist denn in dich gefahren?", oder "wow, cool, die O’Jays, lange nicht mehr gehört!". Das ist schon spannend, direkt Feedback nicht nur den von Kollegen im Büro sondern von Bekannten im Netz zu bekommen. Das ist schon was anderes als alleine eine CD durchzuhören.
Das wird es spannend: Viele Nutzer machen sich nun auch richtig Mühe, die Millionen von Songs, die verfügbar sind, irgendwie zu ordnen. Der eine veröffentlicht seine Best of Funk-Playlist, der andere Songs, in denen das Wort Computer vorkommt und so weiter. Ein wenig kann also jeder auf Grundlage dieser gewaltigen Musiksammlungen im Netz zum Kurator, zum DJ werden. Und dafür gibt es dann eben auch Anerkennung von den Zuhörer. Ein Spotify-Nutzer, der mir zum Beispiel gerade ohne dass wir uns kennen viel Freude macht heißt Özgür Turhan. Der pflegt eine Liste mit Funk-Klassikern, und ich schau immer, welche Songs hat er dort neu hinzugefügt.
Info: Netsurfer
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