Avaaz ist eine globale Nicht-Regierungsorganisation, die vor allem über das Internet arbeitet. Bisher macht sie von sich reden, weil sie E-Mail-Kampagnen und Online-Petitionen startet, etwa zu Themen wie zum Beispiel Klimawandel oder Menschen-Rechte. Bei der Aktion "Free Pussy Riot" wurden hunderttausende von Unterschriften in der virtuellen Welt gesammelt und dann an die russischen Behörden geschickt – als Protest gegen den Prozess gegen die Musikerinnen von Pussy Riot.
Nun aber wollen die Organisatoren der Plattform noch einen Schritt weiter gehen. Sie wollen ihre Kampagnen-Seite um ein professionelles Nachrichtenangebot erweitern, ein Anlaufpunkt, an dem man sich jeden Morgen über alles Wichtige auf der Welt informieren kann.
Ich finde die Idee nicht schlecht. Die Macher von Avaaz sagen: Ein Problem ist, dass die großen Medien nur Katastrophenberichterstattung machen. Avaaz will also eine Alternative aufbauen zur Berichterstattung der Medien, bei der es aus ihrer Sicht vor allem um das Geschäft mit Sensationen geht.
Man will da zum Beispiel viele inspirierende Geschichten bringen, die Hoffnung machen, von Leuten, die etwas bewegen, die mutig sind, die im kleinen und unbeobachtet von den großen Sensationsgeschichtenschreibern etwas bewegen.
Das stimmt, das ist nicht einfach, aber Avaaz hat zwei Trümpfe. Der eine ist: Es gibt 16 Millionen Avaaz-Unterstützer und damit viele potentielle Spender. Avaaz bittet nun auch – wenig überraschend – seit neuestem um Spenden für das Projekt Nachrichten-Seite. 20.000 politisch Interessierte sollen kleine Beträge wie 15 Euro, 35 Euro, spenden. Das reicht als Anschubfinanzierung, sagt Avaaz. Mehr als 5.000 Spender sind schon dazu bereit. Der zweite Trumpf ist, dass Avaaz mit den 16 Millionen Unterstützern bereits eine große Leserschaft hat. Anders als andee hat Avaaz damit tatsächlich eine gewisse Chance, eine erfolgreiche Newsseite aus dem Stehgreif zu starten. Die Avaaz-Unterstützer finden das jedenfalls eine tolle Idee: 97 Prozent der Unterstützer haben das in einer Abstimmung befürwortet.
Avaaz sagt, sie sind neutral, die Organisation nimmt keine Großspenden an und lebt von kleinen Spenden, die die Web Community zusammen trägt. Aber klar: Es gibt keine neutralen Berichterstatter, auch Avaaz hat eigene Interessen und eine bestimmte politische Ausrichtung. Gestartet hat das Projekt Ricken Patel, ein ehemaliger Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Das links-liberale Millieu in den Vereinigten Staaten steht hinter der Plattform. Demokratische Abgeordnete unterstützen sie. Also: Eine gewisse Färbung wird auch alles haben, was bei Avaaz zu lesen sein wird. Und der klare Anspruch ist auch, dass man Kampagnen-Journalismus machen will, im Sinne der Öffentlichkeit, um die Mächtigen zur Verantwortung zu ziehen. Das muss man als Leser natürlich wissen. Wenn Avaaz also eine Nachrichtenseite macht, wird das kein neutrales Webangebot sein – aber eine interessante Stimme im Konzert der Meinungen, die erwarte ich mir von dem Vorhaben durchaus.
Neue Nachrichtenseite fürs Netz, [3:51]
Hendrik Plaß im Gespräch mit Netsurfer Lars Reppesgaard
Info: Netsurfer
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