Strenge Geheimhaltung – das hat bei Google in der letzten Woche gar nicht geklappt. Die Zahlen für das letzte Quartal, die Google letzten Freitag offiziell veröffentlichen wollte, sind vorab durchgesickert. Und Googles Aktie ging damit auf Talfahrt.
Denn wenn börsennotierte Unternehmen ihre Drei-Monats-Bilanzen, die sogenannten Quartalszahlen veröffentlichen, sind die vorab streng geheim, da sind die Börsengesetze eindeutig. Schließlich soll niemand vor allen anderen Aktionären wissen, wie die Lage ist, denn dieses Wissen – soll man die Aktie angesichts der aktuellen Lage kaufen oder verkaufen – ist natürlich bares Geld wert.
Was heißt das für einen Internetriesen wie Google, wenn so etwas passiert? Und was heißt das für uns, die Netznutzer? Netsurfer Lars Reppesgaard kann das erklären.
Die haben sich von dem Sturz am Freitag wieder ein wenig erholt, derzeit kostet die Aktie um die 525 Euro, also etwa acht Prozent weniger als letzte Woche.
Zuerst war der Kurs sogar um fast 20 Prozent gesunken, weil die Bilanz der Quartals-Einnahmen und Ausgaben nicht nur zu früh bekannt wurde, sondern auch noch nicht besonders gut aussieht. Vor allem der Mobiltelefonhersteller Motorola, den Google gekauft hatte, ist so ein richtiges Groschengrab. Die Firma verlor vorher viel Geld und das tut sie immer noch, auch wenn sie nun Google gehört.
Wo Google also früher nur mit tollen Einnahmen aus der Online-Werbung glänzte, schmälert der Versuch, coole Google-Handys zu bauen, nun den Gewinn.
Nein, das kann man nicht sagen. Das ist ein Einbruch auf sehr hohem Niveau, und das Problem von Google – wir verdienen viel Geld, aber nicht so viel, wie manche gedacht haben – das hätten viele andere Unternehmen gerne. Firmen wie der Autobauer Ford müssen sehen, dass sie überhaupt Gewinn machen, andere, wie der Chiphersteller AMD machen sogar Riesenverluste. Diese Firmen haben grundsätzliche Probleme, weil ihre Produkte nicht mehr so gut ankommen wie früher. Bei Google ist die Lage ganz anders, aktuell funktioniert das Online-Werbegeschäft noch immer super, und man hat ja auch noch das Handybetriebssystem Android, das ist eine Garantie, dass Google bei den mobilen Werbeanzeigen auch in Zukunft eine gute Rolle spielen wird. Also: Um Google muss man keine Angst haben. Google kann verkraften, wenn ein paar Aktionäre mal enttäuscht sind.
Klare Antwort: Es ändert sich gar nichts. Wer nicht zufällig die Wirtschaftsnachrichten gelesen hat, der bekommt von solchen Aufs und Abs an der Börse überhaupt nichts mit. Google bleibt Google, man ändert nicht auf einmal die Suche oder irgendeinen anderen Dienst wegen so ein bisschen Seegang. Man fängt jetzt auch nicht an, in Panik riesige Mengen an Nutzerdaten an die Werbeindustrie zu verkaufen. Google bleibt im Großen und Ganzen auf Kurs. Was man aber schon beobachten kann, ist dass seit etwa anderthalb Jahren das Thema Geldverdienen bei Google insgesamt ernster genommen wird als früher. Seitdem ist mit Google-Gründer Larry Page ein neuer Chef am Ruder, der sich beweisen will. Er ist dafür verantwortlich, dass eine Reihe kleinerer Google-Produkte und -Projekte eingestellt wurden, etwa die personalisierte Startseite i-Google oder ein Newsreader. Dafür drängt Google mit Macht in Netzbereiche, wo richtig Geld zu holen ist: Produktsuche, die Flugsuche, die Hotelsuche. Firmen, wie das Reiseportal Expedia, sehen das mit Sorge, aber wir, die ganz normalen Surfer, wir bemerken das nur dadurch, dass Google immer häufiger eigene Dienste ganz oben als Suchergebnis anzeigt.
Severino Melchiorre fragte Netsurfer Lars Reppesgaard, wie die Google-Aktien stehen:
Info: Netsurfer
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