Netsurfer
Von dem Prinzip, dass die Masse helfen kann, wenn es dem einzelnen an Geld fehlt, haben sich inzwischen nicht nur Künstler inspirieren lassen. Auch Entwicklungshelfer und Visionäre, die an einer besseren Welt arbeiten, setzen auf dieses Prinzip, wie Netsurfer Lars Reppesgaard herausgefunden hat.
Es funktioniert so ähnlich wie die Finanzierung eines Musikalbums. Das Prinzip des sogenannten Crowdfunding ist ja das gleiche: Ich suche Menschen, die sich für ein Projekt interessieren und biete denen online die Chance, über Paypal oder Kreditkarte einen kleinen Beitrag zu leisten. Das Prinzip haben sich Crowdfunding-Plattformen wie Kiva oder Global Giving natürlich von Kultur-Plattformen wie Kickstarter abgeguckt. Auch bei Kiva und Global Giving sind die Projektdarstellungen kurz, knapp, möglichst packend, damit eben der durchschnittliche Webnutzer davon angesprochen wird, der beispielsweise keine Lust hat, sich eine mehrseitige Broschüre über Armut in Pakistan durchzulesen.
Die Betreiber dieser Plattformen sagen: Ja, das ist unser großer Vorteil, wir zeigen ganz transparent online, welches Projekt konkret unterstützt wird. Auf Global Giving kann ich zum Beispiel Geld spenden, um für einen kleinen Jungen aus Haiti namens Kenson und seinem Bruder den Kindergarten zu bezahlen oder für Straßenkinder in Senegal ein Fussballturnier zu organisieren. Bei Kiva wird für die Unterstützung einer alleinerziehenden Mutter aus Tatschikistan geworben. Viele Projektbeschreibungen haben gleich ein Preisschild zum Anklicken, 65 Dollar kostet es, damit es das Fußballturnier gibt, für den Kindergarten braucht man insgesamt 500 Dollar und so weiter. Das wirkt vielleicht ein bisschen zynisch, soll aber gewährleisten, dass transparent ist, was mit dem Geld passiert.
Sie nehmen Anregungen auf, die Entwicklungsprofis vor Ort machen, zum Beispiel Mitarbeiter von Entwicklungsprojekten oder von Organisationen, die Mikrokredite geben.
Nein, ich glaube, das ist eine dauerhaft Entwicklung, denn diese Art von Unterstützungsangebot passt sehr gut zu der Art und Weise, wie viele das Netz nutzen und sich engagieren. Ein wenig Text und Bilder und ein Klick, das muss reichen. Das wirkt vielleicht ein wenig oberflächlich, aber die Macher dieser Plattformen schaffen es, Engagement zu erzeugen. Mari Kuraishi, eine frühere Weltbank-Managerin und Mitgründerin von Global Giving wird deswegen nun sogar zur Cebit eingeladen. Und sie gewinnt einen Management-Preis – den Leader in the Digital Age Award – eben weil man das Gefühl hat: Diese Plattformen, die verändern wirklich etwas, indem sie geschickt das Netz nutzen und die Gemeinschaft der Netznutzer für das Thema Hilfe begeistern.
Ich denke, Organisationen wie Brot für die Welt, Greenpeace oder WWF werden merken, dass diese Plattformen zu einer echten Konkurrenz werden, denn jeder Euro kann ja nur einmal ausgegeben werden. Geld, das ich bei Kiva oder Global Giving lasse, gebe ich nicht mehr an Brot für die Welt. Ich denke also, dass viele Organisation reagieren werden und ebenfalls ihre Aktivitäten sehr viel kleinteiliger im Web bewerben werden. Wenn sie auf diesen Trend gar nicht eingehen, bekommen sie ein Problem.
Crowdfunding, [3:23]
Hendrik Plaß im Gespräch mit Netsurfer Lars Reppesgaard
Info: Netsurfer
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