Netsurfer
Wie das gute alte Handy ohne Touch Display oder das Faxgerät wird auch die SMS vom Netz gefressen. Gut zwanzig Jahre nach dem offiziellen Debüt steht der Short Message Service vor der Ablösung. Dafür gibt es zumindest einige neue Zahlen, und die hat sich Netsurfer Lars Reppesgaard angesehen.
Ja, der Trend weist jedenfalls in diese Richtung. Als Technik von gestern wird die SMS schon seit einigen Jahren totgesagt, nun aber gibt es auch Zahlen, die diesen Trend bestätigen. Sie kommen aus England. Dort hat das Marktforschungsunternehmen Informa ermittelt, dass wir bereits einen wichtigen Punkt hinter uns haben: 2012 wurden erstmals mehr Nachrichten über Chatmessenger wie Whatsapp verschickt als mittels der klassischen SMS. Die Nachrichten, die wir über Chatmessenger verschicken, nennt man Over-The-Top Messages, davon gab's im letzten Jahr mehr als 19 Milliarden – und das pro Tag. Dagegen wurden "nur" 17 Milliarden Mal verschickt – ebenfalls pro Tag. 2013 soll der Trend so weiter gehen. Informa rechnet mit 41 Milliarden OTT-Nachrichten pro Tag und 19,5 Milliarden versendeten SMS täglich. Also, statt SMS heißt es in Zukunft OTT, wenn wir von Kurznachrichten reden.
Nun, diese neuen Messenger, die alle auf dem Internet-Protokoll basieren, sind praktisch. Wenn ich eine Kurznachricht an einen Freund schicken will, muss ich nicht zwangsläufig die ganze Welt mitlesen lassen wie bei Facebook-Statusmeldungen oder Twitter-Nachrichten. Und diese Messenger sind nicht nur praktisch, sondern auch so gut wie kostenlos. Für die SMS zahlen ja viele noch – je nach Handyvertrag – um die zehn Cent oder sogar mehr pro Nachricht. Whatsapp kostet zum Beispiel dagegen im Jahr nicht mal einen Euro – für so viele Nachrichten wie ich will. Also sind diese Dienste eine Alternative zur SMS um die Freunde anzufunken, das rechnet sich einfach für viele Nutzer.
Nein, auf keinen Fall, es gibt ja nicht nur Whatsapp, auch wenn dieser Dienst mit etwa 200 Millionen Benutzern gerade besonders populär ist. Es gibt viele andere Anbieter wie Line, Kakao Talk oder auch der Messenger von Facebook. Und einer von denen wird in die Bresche springen, wenn Whatsapp nicht bestimmte Probleme in den Griff kriegt, und all die unzufriedenen Nutzer einsammeln. Und im iPhone zum Beispiel ist mit der iMessage so ein Dienst bereits integriert, also: Um kurze Nachrichten zu verschicken, braucht man nicht unbedingt Whatsapp.
Müssen Handynutzer bald Sorge haben, dass der alte SMS-Dienst abgeschafft wird?
Nein, auf keinen Fall, es sind noch viel zu viele Telefone im Umlauf, die kein Smartphone sind. Etwa 50 Prozent aller Vodafone-Nutzer in Deutschland zum Beispiel besitzen noch ein normales Handy und selbst bei den Neukunden entschieden sich immer noch 20 Prozent gegen ein Smartphone. Bei den anderen Anbietern dürfte das nicht anders sein. Das heißt, die SMS-Technik, die wird noch eine ganze Weile weiter unterstützt werden, und wer die 160-Zeichen-Nachrichten in Zukunft verschicken will, der kann das wie gewohnt auch weiterhin tun. Nur, dass es nun auch viele kostenlose oder sehr günstige Alternativen dazu gibt.
Das Audio:
Die SMS wird abgelöst, [3:21]
Zozan Mönch im Gespräch mit Netsurfer Lars Reppesgaard
Info: Netsurfer
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