Zum Frühstück bei...
Himo ist Finnisch und heißt Lust oder Leidenschaft. Und darum geht es in ihrem kleinen Laden. Die Wand silbern gestreift, ein großer Schrank mit Spiegelfront und ein Podest, auf dem ein antikes Sofa steht – hier wird gefrühstückt. Mit Blick in den Laden, eine Art Zirkusmanege, in der alles zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfließt: Performance, Bildhauerei, Cabaret. In der ersten Reihe stehen aber die Hüte – die 32-jährige Bildhauerin, Performance-Künstlerin und Musikerin verwirklicht seit drei Jahren ihren Mädchentraum: Hüte entwerfen.
In Pori, einer alten Hafen- und Industriestadt in Südwestfinnland, aufgewachsen, studierte Mimosa Pale Kunst, erst an der Academy of Fine Arts in Helsinki, dann in Paris und Birmingham. Ihr Kunst ist eine Synthese aus Skulptur und Performance. Ihre oft skurrilen Hutkreationen entstehen aus Materialien, die Nachbarn vorbeibringen, die sie im Wald oder auf dem Flohmarkt findet. Im Laden hängt ein Globushut neben einem barocken Wattenest mit Vögeln, und ein Shisha-Turban neben einem zum Hut umfunktionierten Nackenkissen, das sofort an Kutsche und 19. Jahrhundert denken lässt. Mimosas Hüte sind nicht nur Haarschmuck, auf dem Kopf der Träger werden sie zu wandelnden Kunstwerken und zu Statements gegen elitäres Hutdesign.
Alles ist möglich, Hauptsache es ist individuell – und gern auch extrovertiert. "Das typische finnische Design ist sehr minimalistisch. Aber ich will den Maximalismus!", sagt Mimosa. Und der hat etwas Karnevalistisches und gehört nicht unbedingt immer in Galerien oder Museen. Die Modistin bringt ihre Kunst auf die Straße und macht sie zur Performance, wenn sie mit ihrem Bauchladen – einem beleuchteten alten Koffer – durch Berlins Kneipen zieht. Dann verkauft sie auch mal eher kleine Hüte und Haarreifen, verziert mit Tierfiguren oder Pommesgabeln. Oft sind die Kunden aber Bühnenleute, Stylisten und Fotografen.
Wenn Mimosa nicht gerade auf internationalen Performance-Festivals auf der Bühne steht, sitzt sie an der Nähmaschine. Und wenn man sie da nicht findet, dann macht sie Musik – die ebenso eigenwillig ist wie der Rest ihrer Lebenskunst:
Die Künstlerin spielt bei Kabaretts und Festivals die singende Säge. Ein Instrument, das seine Wurzeln im Wald hat, in der Holzfällertradition.
Der ganze Beitrag zum Hören:
Zum Frühstück bei...Mimosa Pale, finnische Hutmacherin, Berlin, [3:27]
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Info: Zum Frühstück bei...
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