Kunsthalle Bremerhaven
Blick in die Ausstellung von Thorsten Brinkmann
Ein Besuch in der Bremerhavener Kunsthalle bietet Überraschendes und zahlreiche erfreuliche Begegnungen. Direkt hinter dem Eingang steht ein Rätselgefährt, eine Mischung aus Fahrradrikscha und Harley-Davidson, zweisitzig und teppichumspannt, mit sonderbaren Packtaschen: Einer Brottrommel und einem Schreibmaschinenkoffer. Alles besteht aus unterschiedlichsten Gebrauchtteilen, die zusammengeschraubt ein bizarres Resultat ergeben. Das ist beabsichtigt, sagt der Künstler: "Die Arbeiten entstehen spielerisch, mit Humor, ich hab auch gerne Spaß beim Arbeiten, ich unterhalte mich da auch gerne selbst. Ich mach das jeden Tag, und ich muss da Freude bei haben."
Die Heiterkeit, die von den Arbeiten ausgeht, überträgt sich auch auf den Betrachter. Brinkmanns durchgängige Verwendung von Gebrauchtgegenständen, ob bei Photographie oder Objekten, hat ihm nun auch den Ruf des "Gerümpelkünstlers" eingetragen. Doch das ist so despektierlich wie zu kurz gegriffen, denn er spielt nicht nur mit dem Material, sondern auch mit der Kunstgeschichte und unserem damit verbundenen Bildergedächtnis. So zum Beispiel, wenn er sich in seinen großformatigen Selbstporträts in Imponierpose wirft, mit einem Kleiderständer als Lanze und verhülltem Kopf, ob mit Eimer oder Damenhandtasche, so reanimiert er das barocke Herrscherbild, mit niederschmetterndem Resultat für die Aura der Kriegsherren, Könige und Kardinäle. Zur Ausstellung gehört außerdem ein Spielfilm, ein 5-Minuten-Video, in dem Brinkmann nach der ultimativen Imponiergeste sucht.
Das titelgebende Werk "Kaffee dü Welt" auf der Empore der Kunsthalle, überstrahlt von einem von innen beleuchtetem Plastik-Zitronenbaum mit Möblierung im Gelsenkirchener Barock, bietet jede Menge skurriler Details, von der rotierenden Perücke in einer Tischmitte bis zur Hausbar in einem Globus. Alles ist berühr- und benutzbar. Die Vermählung von Kunst und Café, oder mit Brinkmann: "Beuys hätte von einer sozialen Plastik gesprochen. Oder es ist eben ein Gesamtkunstwerk, dass man hier obern sitzen kann und dann so runter gucken kann in die Szenerie… Ich will auch keine Ehrfurcht vor Kunst produzieren."
Der 42-jährige, lang aufgeschossene blonde Artist, in Herne geboren und in Hamburg arbeitend, mit praktisch weltweiter Ausstellungspräsenz, hat in Bremerhaven einen raren Inspirations-, Assoziations- und Amüsier-Raum geschaffen, der sich auch für mehrmalige Besuche lohnt, bei besonderem Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Eintritt kostet zwei Euro.
Ausstellung: "Kaffee dü Welt" Kunsthalle Bremerhaven, [3:32]
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